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Demütige Basler nach dem Prestige-Sieg gegen YB

Mit dem 3:2 gegen die Young Boys lässt der FC Basel seine Tür zum Meistertitel einen Spalt offen. Grosse Ansagen machen die gebeutelten Basler ob des spektakulären Prestige-Siegs nicht.

Agentur
sda
Sonntag, 12. Juli 2020, 02:33 Uhr Fussball
Keine grossen Töne nach dem gehaltenen Penalty in der 95. Minute: FCB-Goalie Jonas Omlin
Keine grossen Töne nach dem gehaltenen Penalty in der 95. Minute: FCB-Goalie Jonas Omlin
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Nach 38 Sekunden um ein Haar 0:1, nach 61 Minuten 3:0, am Schluss 3:2 dank einem gehaltenen Foulpenalty in der 95. Minute: Der FC Basel geht an Stöcken, ist aber nach wie vor beste Unterhaltung gut.

Marcel Koller bezeichnete den Prestige-Erfolg im Nachgang als «ein Sieg im Zeichen der Ehre». Daran, dass die Basler Aktien im Dreikampf um den Meistertitel damit wieder ein bisschen gestiegen sind, wollten die Protagonisten nur am Rande denken. «Nach Niederlagen wird uns nachgesagt, jetzt sei es vorbei. Nach Siegen reden die Leute vom Titel. Wir sollten den Ball flach halten», sagte Valentin Stocker. «Wir müssen demütig bleiben, Spiel für Spiel nehmen und schauen, wohin es schliesslich noch reicht», meinte Goalie Jonas Omlin, der in der 95. Minute den Penalty von Miralem Sulejmani hielt, den er mit einem Foul an Jean-Pierre Nsame selbst verursacht hatte.

Fast so, als sei es mit Blick auf die unsichere Zukunft dieser Super League Saison nach den Corona-Fällen beim FCZ die letzte Gelegenheit, Werbung zu betreiben, lieferten sich die beiden Teams im St.-Jakob-Park einen Schlagabtausch, der sich sehen liess: in den ersten Sekunden der Pfostenschuss von Christian Fassnacht, danach die drei Basler Tore, das Berner Aufbäumen, die Aufholjagd, das dramatische Finale.

«Stressig» sei es gewesen an der Seitenlinie, befand Koller. «Gegen einen Gegner wie YB darfst du auch beim Stand von 3:0 nicht das Gefühl haben, du könntest dir erlauben, etwas weniger Aufwand betreiben.» YB-Trainer Gerardo Seoane nannte es «ein Spiel mit vielen Hochs und Tiefs». Zum Verhängnis sei seiner Mannschaft die erste und die letzte Minute geworden: der Pfostenschuss statt das 1:0, der vergebene Penalty statt das 3:3.

Das Geschehen fasste Seoane so zusammen: «Wir fingen super an, hatten sechs, sieben starke Minuten mit einigen sehr guten Umschaltmomenten. Danach waren wir 40, 50 Minuten in Schwierigkeiten, vor allem über die Seiten hat uns Basel immer wieder Probleme bereitet.» Vor allem der diesmal im positiven Sinne auffällige Afimico Pululu war es, der in der ersten Halbzeit wiederholt Löcher in die rechte Abwehrseite der Young Boys riss.

In der Pause habe er einige Umstellungen und Wechsel vorgenommen und eine Reaktion von den Spielern gefordert, erklärte Seoane weiter. «Als man das Gefühl hatte, die Massnahmen beginnen zu greifen, bekamen wir das 0:3. Und doch hatten wir am Ende genug Chancen, das Spiel noch zu drehen. Kompliment an die Mannschaft für die Willensleistung.»

Die schlechten Nachrichten aus Zürich vom Vortag, die neun Corona-Fälle beim FCZ, die Unsicherheit bezüglich der Fortsetzung der Saison, blendeten die Akteure so gut es ging aus. «Nicht unser Gebiet, selber verantwortlich handeln, fokussiert bleiben, nehmen wie es kommt», lautete der Tenor.

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