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Tourbillon ist französisch und heisst Strudel

Der FC Sion ist in dieser Super-League-Saison wieder einmal ein besonderer Fall. Das Besondere ist der Fall des Cup-Spezialisten von der Spitzengruppe mitten unter die Abstiegskandidaten.

Agentur
sda
Sonntag, 05. Juli 2020, 04:00 Uhr Fussball

Am Sonntag ab 16 Uhr spielt Sion bei Leader St. Gallen. Schon den Gewinn eines einzigen Punktes müsste man nach den aktuellen Gegebenheiten als Überraschung taxieren.

Auf die laufende Saison verpflichtete Präsident Christian Constantin als neuen Trainer Stéphane Henchoz, der in Neuenburg wahre Wunder vollbracht hatte, indem er Xamax' vor dem sicher scheinenden Abstieg rettete. Zum Saisonauftakt verlor Sion (wie immer) gegen Basel. Bei Aufsteiger Servette schaute ein 0:0 heraus. Danach siegten die Walliser fünfmal am Stück. Bis heute haben in dieser Saison nur Zürich und Luzern eine solche Siegesserie hingelegt. Nach weiteren sechs Spielen ohne Sieg war für Henchoz Schluss im Wallis. Seine Nachfolger Christian Zermatten (interimistisch), Ricardo Dionisio und Paolo Tramezzani brachten es in 14 Spielen in der Addition auf einen Sieg (gegen das damalige Schlusslicht Thun) und fünf Unentschieden.

Silenzio Stampa in Sitten

Tramezzani hatte die Mannschaft schon Anfang 2017, von einem erfolgreichen halben Jahr aus Lugano gekommen, trainiert. Nach 12 Runden mit 13 Punkten verlor er seinerzeit Ende Oktober den Job. Heute ist er nach den drei Amtszeiten von Meistertrainer Alberto Bigon der zweite Italiener, der in Sitten unter Constantin zweimal anheuern konnte. Seine Bilanz aus den vier Spielen nach der Wiederaufnahme ist miserabel: 1 Punkt, 0,25 Punkte pro Match.

Am Vormittag nach der jüngsten 0:2-Heimniederlage gegen Luzern verhängte Tramezzani, der ohnehin fast nur italienisch spricht, ein «Silenzio Stampa». Einstweilen kein Kontakt zwischen den Spielern und den Medien.

Schwach vor des Gegners Tor

Die aktuellen Probleme der Mannschaft dürften aber weniger in der Kommunikation zu suchen sein, als in den offensiven Leistungen der Mannschaft. Seit dem genannten 2:1-Heimsieg gegen Thun Ende November erzielten die Walliser in keinem Meisterschaftspiel mehr als ein Tor. Fünfmal trafen sie überhaupt nicht, so auch in den letzten beiden Partien.

Pajtim Kasami und Ermir Lenjani könnten in der Offensive einiges ausrichten, aber sie sind keine wirklichen Stürmer. Und die Stürmer selbst? Der Lette Roberts Uldrikis hatte im Wallis gut begonnen. Heute spielt er fehlerhaft und offenbar ohne jedes Selbstvertrauen. Für den Brasilianer Patrick Luan gilt fast das Gleiche. Filip Stojilkovic ist - wie der Brasilianer Itaitinga - noch jung und aus der Challenge League gekommen. Tore am Laufmeter sind von ihm noch nicht zu erwarten. In der zweiten Halbzeit des Spiels gegen Luzern kam auch der kleine Japaner Yamato Wakatsuki zum Einsatz. Er ist 18 Jahre alt.

Die Super-League-Saison 2019/20 hat jedoch schon viele Überraschungen und überraschende Wendungen bereitgehalten. Warum also sollte Sion am Sonntag in St. Gallen nicht gewinnen.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Luzern - Thun (0:2, 2:0, 1:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schnyder. - Absenzen: Schwegler, Ndenge und Kakabadse (alle verletzt); . - Fraglich: Voca, Males, Bürki und Balaruban; Stillhart (gesperrt), Kablan und Salanovic (beide verletzt). - Statistik: Luzern gegen Thun ist kein Spitzenkampf, aber es ist der Match zwischen der besten (Luzern: 20 Punkte) und der drittbesten Mannschaft (Thun: 16 Punkte) der Rückrunde. Dazwischen liegt St. Gallen (19 Punkte), während Meister YB es in diesem Jahr erst auf 14 Punkte gebracht hat - und Basel sogar nur auf 10. Luzern wie Thun errangen zuletzt in Sion respektive gegen Zürich schöne Siege.

St. Gallen - Sion (2:1, 3:0, 2:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Jaccottet. - Absenzen: Quintilla (gesperrt), Babic, Lüchinger, Ajeti, Gonzalez und Costanzo (alle verletzt); Grgic (gesperrt), Raphael, Luan und Cavaré (alle verletzt). - Fraglich: - ; Toma und Zock. - Statistik: Drei von vier Spielen seit der Wiederaufnahme gewann St. Gallen mit einem Tor Unterschied. Vier ihrer sechs Niederlagen in dieser Saison erlitten die Ostschweizer im eigenen Stadion. Eine weitere sollte am Sonntag nicht hinzukommen, gastiert doch der FC Sion, der seit Ende November nicht mehr und seit Ende September in 20 Runden nur einmal (2:1 daheim gegen das damalige Schlusslicht Thun) gewonnen hat. Auch die Bilanz der direkten Duelle spricht gegen die Walliser: Aus den letzten sechs Spielen holten sie nur einen Punkt.

Young Boys - Lugano (2:0, 0:0, 1:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Nsame (gesperrt), Lauper und Petignat (beide verletzt); Maric (gesperrt), Bottani, Obexer und Custodio (alle verletzt). - Fraglich: Hoarau, Sörensen; - . - Statistik: Die schiere Unantastbarkeit der letzten Saison ist bei den Young Boys nicht mehr gegeben. Weiterhin konstant stark sind die Berner allerdings in den Heimspielen (11 Siege, 2 Remis), und deshalb sollten sie aus den nun folgenden Heimspielen gegen Lugano und Thun das Maximum herausholen. Luganos letzter Auswärtssieg datiert vom 24. November (3:0 in Thun). Seit ihrem Wiederaufstieg im Sommer 2014 gewannen die Tessiner gegen die Young Boys vier von 19 Spielen - drei davon in Bern.

Rangliste: 1. St. Gallen 27/54 (58:39). 2. Young Boys 27/52 (56:35). 3. Basel 28/49 (56:29). 4. Servette 28/41 (43:30). 5. Zürich 28/41 (39:51). 6. Luzern 27/38 (31:35). 7. Lugano 27/33 (29:30). 8. Thun 27/25 (30:53). 9. Sion 27/24 (30:48). 10. Neuchâtel Xamax FCS 28/22 (29:51).

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