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Liverpool vor lang ersehntem Liga-Triumph

Liverpool fehlen noch sechs Punkte, um erstmals seit 30 Jahren englischer Meister zu werden und zum ersten Mal überhaupt die Premier League zu gewinnen. Bereits nächste Woche könnte es so weit sein.

Agentur
sda
Samstag, 20. Juni 2020, 04:00 Uhr Bern
Die letzten Schritte zum Titel: Liverpools Mannschaft macht sich für die Meister-Gala warm
Die letzten Schritte zum Titel: Liverpools Mannschaft macht sich für die Meister-Gala warm
KEYSTONE/EPA/PETER POWELL

Vor Kurzem noch drohte ein Saisonabbruch, jetzt steht Liverpool unmittelbar vor dem lang ersehnten Triumph. Im ersten Spiel nach der Corona-Pause, dem Stadtderby bei Everton, wollen die «Reds» am Sonntagabend den nächsten Schritt machen, um am Mittwoch im Heimspiel gegen Crystal Palace das Meisterstück zu vollenden.

Wobei: Sollte der 22 Punkte zurückliegende Titelverteidiger Manchester City am Montagabend wider Erwarten gegen Burnley verlieren, würde Trainer Jürgen Klopp mit seinem Team schon beim Zuschauen Meister. Das aber wünschen sich die Liverpool-Fans wohl kaum. Es ist schon bitter genug, dass sie nicht im oder ums Stadion feiern dürfen, wenn drei Jahrzehnte Titelsehnsucht endlich ein Ende haben. Andererseits ist aber auch die Erleichterung immens, dass die Saison überhaupt fortgesetzt werden kann. «Als sie entschieden haben, dass weitergespielt wird, waren wir wirklich happy», sagte Klopp und berichtete von Sorgen und Zweifeln während der Pause.

Mehr als die Champions League

Vor dem Wiederanpfiff in der Premier League sprach Klopp von besonderen Vorzeichen. «Mit einem Derby in eine normale Saison zu starten, wäre wirklich interessant. Aber nun ist es ein spezielles Spiel aus anderen Gründen», sagte der Deutsche. Vor leeren Rängen zu spielen sei «völlig anders. Aber wir müssen uns daran gewöhnen und dürfen nicht darunter leiden.» Man habe versucht, sich im Training darauf vorzubereiten. «Wir haben ein ordentliches Testspiel gegen Blackburn bestritten. Sah immer noch nach Fussball aus», meinte Klopp.

Der Meistertitel ist für Liverpools Anhänger nach der langen Wartezeit noch mehr wert als der Champions-League-Triumph im Vorjahr. Auch wenn Klopp und seine Spieler mehrfach betonten, wie wichtig jeder Wettbewerb sei, ist klar: Die Premier League stand in dieser Saison bei der Priorisierung über allem. Die Chance auf den Ligacup wurde wegen zeitlicher Überschneidung zugunsten der Klub-WM mehr oder weniger abgeschenkt, im FA Cup schied man im Achtelfinal gegen Chelsea aus. Einzig das Aus im Achtelfinal der Champions League unmittelbar vor der Corona-Pause gegen Atlético Madrid tat dem Titelverteidiger richtig weh.

Gerrard fordert Denkmal für Klopp

Klar scheint: Wenn Liverpool und ManCity am 2. Juli in Manchester erneut aufeinandertreffen, wird es nur noch ums Prestige gehen. Die Meisterfeier soll laut Klopp in grossem Stil nachgeholt werden, sobald das wieder möglich ist. Auch eine Parade durch die Stadt soll es dann geben. Der frühere Liverpool-Profi Steven Gerrard forderte im Online-Magazin «The Athletic» indes bereits ein Denkmal für Klopp.

Erfolgstrainer Bob Paisley wurde erst im Januar, rund 24 Jahre nach seinem Tod, mit einer Bronzestatue am Stadion gewürdigt. Eine Statue von Trainerlegende Bill Shankly wurde 1997 rund 16 Jahre nach dessen Tod errichtet. Liverpools bisher letzter Meistertrainer Kenny Dalglish hat kein Denkmal in Anfield. Gerrard sagte dazu: «Im Fussball warten wir oft, bis die Leute älter werden, bevor ihre Verdienste richtig anerkannt werden, aber ich weiss, dass den Liverpool-Besitzern das nicht passieren wird.» Sollte Klopp die Meisterschaft holen, «dann sollten sie schon mit der Arbeit an einer Statue von ihm anfangen.»

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