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Löw und Bierhoff wollen auf Teil des Lohns verzichten

Spieler von Borussia Mönchengladbach verzichten auf ihren Lohn. Auch andere Fussballer, Trainer und Top-Funktionäre zeigen sich solidarisch.

Agentur
sda
Donnerstag, 19. März 2020, 12:09 Uhr Fussball

Die Frage nach dem Lohnverzicht bei Spitzenverdienern im Profifussball macht in Zeiten des Coronavirus die Runde. Die vier Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo brachen mit ihren Teamkollegen bei Borussia Mönchengladbach das Eis.

Dem Lohnverzicht der Spieler hätte sich der Trainerstab angeschlossen, «genau wie unsere Direktoren und Geschäftsführer», sagte Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl. So soll der Verein dank der Geste monatlich deutlich mehr als eine Million Euro einsparen. Spieler und führende Angestellte wollen mit ihrem Entgegenkommen anderen Angestellten des Klubs Jobs und Einkommen sichern.

Borussias Finanzchef Stephan Schippers hatte zuletzt eingeräumt, dass jedes Heimspiel, das ohne Zuschauer durchgeführt werden muss, den Verein rund zwei Millionen Euro netto kostet. Sollte der Spielbetrieb in der Bundesliga gar nicht mehr aufgenommen werden, drohen den Klubs wegen möglicher fehlender TV-Einnahmen sogar noch grössere Einbussen.

Schippers bekräftigte, wie ernst die Lage allgemein ist. «Ziel ist es, dass Borussia Mönchengladbach diese Corona-Krise übersteht. Ziel ist es, dass wir das schaffen, ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen.» Denkbar sei in dem Zusammenhang auch, Kurzarbeit zu beantragen. «Wir sind dabei, das zu prüfen.»

Diesen Schritt haben in der Schweiz beispielsweise auch Grossklubs wie der FC Basel und der FC Zürich schon getan. Auch hier betrifft dies die Angestellten mit unbefristeten Verträgen - also nicht die Spieler, sondern vor allem die Mitarbeiter auf den Geschäftsstellen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat FCZ-Präsident Ancillo Canepa die Profis angeschrieben, sie sollten auch etwas beitragen und finanzielle Zugeständnisse machen. Beim FC Basel verzichten Top-Verdiener wie Geschäftsführer Roland Heri auf Teile ihres Lohnes. «Wir alle sollten jetzt solidarisch handeln, in allen Bereichen», sagte Heri gegenüber dem «Blick».

In Deutschland, wo die Lohn-Schere zwischen dem Normalbürger und den Fussball spielenden Top-Verdienern deutlich mehr aufgeht als in der Schweiz, ist die finanzielle Solidarität der Profis längst zum Politikum geworden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder etwa sagte: «Ich fände es in Ordnung, wenn viele der Spieler, die ganz grosse Gehälter bekommen, ihren Arbeitgebern gegenüber nun etwas zurückhaltender wären.» Und Alphons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Bundes, hatte gemeint: «In einer derartigen Krise, wie wir sie jetzt haben, sind unter anderem auch eine hohe Eigenverantwortung und ein hohes Mass an Solidarität gefragt - insbesondere bei den Vorbildern unserer Gesellschaft.»

Diese Aussagen haben in Deutschland Gehör gefunden, nicht nur bei Yann Sommer und Co. So sollen der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff ihre Bereitschaft angedeutet haben, auf einen Teil ihres Lohnes verzichten zu wollen. Ausserdem will auch die deutsche Nationalmannschaft solidarisch sein. «Wir müssen in solchen Zeiten aufeinander schauen. Wir haben uns auch unsere Gedanken gemacht und spenden für einen guten Zweck zweieinhalb Millionen Euro», sagte Nationaltorhüter und Captain Manuel Neuer in einem Instagram-Video der DFB-Auswahl.

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