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EM 2020 findet ein Jahr später statt

Die EM 2020 wird wegen des Coronavirus um ein Jahr verschoben. Damit steigen die Chancen, dass die nationalen Ligen ihre Saison zu Ende spielen können.

Agentur
sda
Dienstag, 17. März 2020, 18:24 Uhr Fussball
Die UEFA hat sich entschieden, die EM ein Jahr später durchzuführen
Die UEFA hat sich entschieden, die EM ein Jahr später durchzuführen
KEYSTONE/EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das UEFA-Exekutivkomitee gab die erwartete Verschiebung des Turniers am Dienstag nach mehreren Krisensitzungen bekannt. In Videokonferenzen beriet sich die UEFA mit den nationalen Ligen und der Europäischen Klubvereinigung sowie den 55 Mitgliedsverbänden.

Ursprünglich sollte das paneuropäische Turnier mit zwölf Austragungsorten in diesem Sommer vom 12. Juni bis zum 12. Juli stattfinden. Nun plant die UEFA die Durchführung vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 offenbar mit den gleichen Gastgebern. In ihrer Mitteilung schrieb die UEFA, dass die bereits gekauften Tickets ihre Gültigkeit für 2021 behalten.

Das EM-Eröffnungsspiel war für den 12. Juni in Rom terminiert. Neben der italienischen Hauptstadt wären Amsterdam, München, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London in drei Monaten EM-Gastgeber gewesen. Die Schweiz war in einer Gruppe mit Italien, der Türkei und Wales gelost worden und hätte ihr erstes Spiel am Samstag, 13. Juni, in Baku bestreiten sollen.

Den nationalen Ligen verschafft die Massnahme die dringend benötigte Zeit, um die derzeit ausgesetzte Saison doch noch unter einigermassen regulären Umständen beenden zu können. «Dieser Entscheid war Voraussetzung dafür, dass überhaupt Szenarien für Spieltermine im Juni entwickelt werden können und eine Weiterführung der Saison terminlich möglich bleibt», sagte Claudius Schäfer, der CEO der Swiss Football League. Neuer Stichtag, um die Saison zu Ende zu bringen, dürfte der 30. Juni sein, an dem normalerweise auslaufende Verträge enden.

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der nationalen Ligen und der Klubs wird sich um terminliche Lösungen bemühen. Das dürfte eine Knacknuss werden, weil im Juni auch die verschobenen Playoff-Begegnungen zur Ermittlung der letzten EM-Teilnehmer und die eigentlich Ende dieses Monats geplanten Testspiele stattfinden sollen. Auch für die Evaluierung der finanziellen Folgen wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Die Verschiebung der EM sei mit enormen Kosten verbunden, hielt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin fest.

Europacup pausiert «bis auf Weiteres»

Noch offen ist, wann und in welcher Form der Europacup fortgesetzt wird. Die Champions League und die Europa League, in der der FC Basel noch vertreten ist, werden «bis auf Weiteres» unterbrochen. Die UEFA will «zur gegebenen Zeit» informieren, wie es in diesen zwei Wettbewerben weitergeht. In den letzten Tagen war spekuliert worden, dass es zu einem «Final Four» kommen könnte mit Halbfinals und Final am gleichen Ort. Der Final der Champions League sollte bislang am 30. Mai in Istanbul stattfinden, jener der Europa League drei Tage vorher in Danzig.

Die Verschiebung der EM hat auf andere Turniere Auswirkungen, unter anderem auf die auf 24 Mannschaften aufgestockte, von der FIFA organisierte Klub-WM, die im Sommer 2021 ihre Premiere hätte feiern sollen. Die FIFA wird den Anlass zu einem späteren, noch nicht bestimmten Datum durchführen. Zuvor hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino der UEFA zugesichert, alles zu tun, damit der neue Terminplan funktioniert.

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