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Der FC Zürich gefällt sich als Favoritenschreck

Wird der FC Zürich zum Favoritenschreck? Drei Tage nach dem 3:2-Sieg im Meisterschaftsspiel gegen Basel wollen die Zürcher in den Cup-Achtelfinals dem Meister Young Boys ein Bein stellen.

Agentur
sda
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 07:00 Uhr Fussball

Im FC Zürich haben sie sich diese Saison bisher anders vorgestellt. Nach zwölf Meisterschaftsrunden befindet sich der Stadtklub als Tabellensechster tabellarisch im Niemandsland. Er täte sogar gut daran, sich eher nach unten zu orientieren, als nach oben zu schielen. Dem Selbstverständnis des Klubs entspricht dies nicht. Eigentlich sehen sie sich in Zürich mehr als Jäger der beiden Topklubs YB und Basel denn als Konkurrent von St. Gallen, Luzern oder Sion. Die Hoffnung, für die grossen Positivschlagzeilen der Liga zu sorgen, geriet früh aus dem Zürcher Fokus - bis sie am Sonntag mit dem 3:2-Heimsieg gegen den FC Basel schlagartig zurückkehrte.

Mit einem weiteren Sieg am Mittwoch im Cup-Achtelfinal gegen die Young Boys würde der FCZ endgültig zum Klub werden, als den er sich selber gerne wahrnimmt: ein Favoritenschreck. Für den gesperrten Trainer Ludovic Magnin benötigt sein Team dafür nichts weniger als eine weitere «ausserordentliche Leistung». «Wenn wir dies nicht nochmals hinkriegen, werden wir nicht gewinnen», sagt der 40-Jährige.

Vollgas zum nächsten Erfolg

Der FCZ darf sich bei seinem Bestreben zu Recht auf die zuletzt gezeigte Leistung gegen Basel stützen. Dieser sei am Sonntag im Letzigrund noch zu wenig Beachtung geschenkt worden, bemerkt Magnin. Es sei mehr über die Fehler der Basler diskutiert worden, als über den FC Zürich. «Dabei waren die Fehler unser Verdienst. Wir haben ein hervorragendes Pressing gespielt, und sie so zu Fehlern gezwungen», sagt Magnin.

Mut machen könnte den Zürchern auch die Cup-Bilanz gegen YB - ganz im Gegensatz zum Abschneiden in der Meisterschaft. Hat der FCZ in 17 Ligaspielen gegen die Berner gerade einmal vier Punkte erspielt, ging im Cup keines der letzten drei Duelle verloren. Für Magnin sind beides nur Zahlenspiele, was für ihn wirklich zählt, ist die gegenwärtige Situation.

Und die sieht so aus, dass den Bernern das Toreschiessen leicht fällt: «Gegen Thun mussten sie nur kurz aufs Gaspedal drücken und schon haben sie getroffen», sagt Magnin, der seinem Team ein spezielles Rezept gegen die YB-Torflut verordnet hat. Kompromisslos dagegenhalten. «Es liegt an uns, auch auf das Gas zu drücken, damit das Spiel nonstop auf Vollgas läuft», verlangt Magnin.

Er selber wird im Stade de Suisse nicht sicherstellen können, dass das Feuer in seinem Team während 90 Minuten brennt. Der Assistenztrainer Alfons Higl übernimmt Magnins Part nach der Roten Karte, die dieser gegen Basel auf unnötige Art nach Spielschluss kassiert hat. Magnin hat die Sperre akzeptiert, «auch wenn andere Trainer für diese Aktion nur Gelb erhalten hätten». Er habe sich das Etikett des aufbrausenden Trainers selber zuzuschreiben, entsprechend müsse er sich damit arrangieren und daran arbeiten, es wieder loszuwerden.

Gefährliche Ausgangslage für Luzern, Thun und Xamax

Während sich am Mittwoch im Stade de Suisse das einzige Achtelfinal-Duell zweier Super-Ligisten zuträgt, haben mit Luzern (bei GC), dem FC Thun (in Winterthur) und Neuchâtel Xamax (am Donnerstag gegen Lausanne-Sport) drei Klubs aus der höchsten Spielklasse schwierige Ausgangslagen gegen Unterklassige zu bewältigen. Dabei werden die Oberklassigen nicht zwingend mit der breiteren Brust antreten als ihre Gegner aus der Challenge League. Einzig die Neuenburger haben das zurückliegende Meisterschaftswochenende mit einer Erfolgsmeldung beendet: beim 2:0-Heimsieg über Luzern.

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