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Viel reden und gut Fussball spielen

Linths neuer Trainer Fabio Digenti legt grossen Wert darauf, dass seine Spieler auf dem Platz miteinander sprechen. Das mache die Mannschaft stärker, sagt er. Wie weit nach vorne sie das bringen soll, sagt er hingegen nicht.

Ruedi
Gubser
Freitag, 02. August 2019, 04:30 Uhr Saisonstart
Trainer Fabio Digenti (rechts) unterhält sich mit Jan Hauer.
PAUL HÖSLI

Der FC Linth 04 startet morgen Samstag mit dem Spiel in Eschen in seine zweite 1.-Liga-Meisterschaft. Dennoch ist es für die Glarner Unterländer so etwas wie ein Neuanfang, gehen sie doch mit einem neuen Trainergespann in die neue Saison. Fabio Digenti und Dario Galbarini wollen den (erfolgreichen) Weg, den Roland Schwegler und Driton Redzepi eingeschlagen haben, weitergehen. «Unsere Vorgänger haben hervorragende Arbeit geleistet. Da wäre es nicht sonderlich schlau, alles anders machen zu wollen», sagt Fabio Digenti. «Wir werden höchstens am einen oder anderen Rädchen drehen.» Das Team und das neue Trainerduo seien noch in der Kennenlernphase. «Dabei geht es vor allem darum, dass die Mannschaft die Mentalität der Trainer verstehen lernt», so Digenti.

Reden ist für einmal Gold

Ein zentraler Punkt ist für Digenti die Kommunikation. «Darauf lege ich grossen Wert – auch auf dem Platz. Reden miteinander ist wichtig. Das gibt Kraft, strahlt Stärke aus und zeigt dem Gegner, dass wir bereit sind. Und es hilft auch in weniger guten Phasen. Dann kann man sich gegenseitig wieder aufbauen.» Neben dem verbalen Teil darf in der Vorbereitung natürlich auch der technische und taktische nicht zu kurz kommen. Hier achtete Digenti vor allem darauf, dass sein Team kompakt bleibt auf dem Platz und die Abstände zwischen den Linien stimmen.

Die Frage, ob Linth 04 für die Meisterschaft bereit sei, beantwortete Digenti kurz: «Das ist eine gute Frage.» Die Trainingseinheiten seien trotz Urlaubsabwesenheiten gut gewesen. «Mit einem reduzierten Kader trainieren zu müssen, ist nie vorteilhaft. Wenigstens wechselten sich die Spieler bei ihren Ferien so ab, sodass wir stets eine gute Anzahl im Training hatten. Aber es ist nun mal so, wie es ist. Und wir stehen nicht alleine da mit diesem Problem. Damit haben auch die anderen Vereine zu kämpfen.» Eine Verbesserung dieser Situation würde ein späterer Meisterschaftsstart bringen. Das sei vor ein paar Jahren schon einmal zur Diskussion gestanden, aber abgelehnt worden. Im Nicht-Profi-Bereich sollte eine längere Sommerpause doch möglich sein, meint Digenti.

Rückrunde ist entscheidend

Damit ist die Frage, ob Linth für die Meisterschaft bereit sei, aber noch nicht abschliessend beantwortet. «Wir sind nicht schlecht aufgestellt.» Fabio Digenti hält sich bei dieser Frage immer noch etwas bedeckt. «Bis die Mannschaft die Spielart, die mir vorschwebt, verinnerlicht hat, kann es bis zur Winterpause dauern», ergänzt Digenti. «Ich möchte, dass wir in der Vorrunde solide auftreten, entscheidend wird dann die Rückrunde sein.»

Anders als sein Präsident Erich Fischli, der einen Aufstiegsplatz anstrebt, lässt sich Fabio Digenti nicht festlegen. «Für einen Trainer kann es fatal sein, wenn er von einem Spitzenrang spricht. Läuft es dann nicht wie erwartet, wird er dauernd an seine Vorgabe erinnert.» Die Gruppe 3 werde ausgeglichener sein als vergangene Saison und nach vorne alles offener.

Grosser Hoffnungsträger, dass die zweite Saison in der 1. Liga besser werden soll als die erste, ist bei Linth 04 André Caetano. «Man spürt seine Präsenz auf dem Platz. Dazu strahlt er viel Ruhe aus», beschreibt Digenti den U17-Weltmeister von 2009. «Ich bin mir sicher, dass André als Leaderfigur vorangehen und Vollgas geben wird – auf und neben dem Platz.» Welche Position Caetano, der in seiner bisherigen Karriere bis auf ein paar wenige Ausnahmen stets auf der rechten Aussenverteidigerposition spielte, bei Linth einnehmen wird, darüber ist sich Digenti noch nicht schlüssig. «Er wird bestimmt nicht im Tor stehen. Auch Stürmer schliesse ich aus. Wir sind noch in der Findungsphase. Er wird einen defensiven Part übernehmen. Ob dies im Mittelfeld oder in der Verteidigung ist, wird sich zeigen», so Digenti. Eine weitere zentrale Rolle wird in Digentis Team die andere Neuverpflichtung, Guto, sein. Der 29-jährige Brasilianer mit vollem Namen Victor Augusto Gregorio Capellini, nimmt die Rolle des Spielmachers ein, der auch Tore schiessen kann. Mit Caetano und Guto wurde die Achse verstärkt. Und Ivan Jakovljev sowie Dejan Ilic sollen die Abgänge kompensieren.

Schwieriger Gegner zum Start

Zum Auftakt der 1.-Liga-Meisterschaft treffen die Glarner Unterländer mit Eschen-Mauren morgen Samstag gleich auf einen Gruppenfavoriten. Die Liechtensteiner hatten in der vergangenen Saison die Aufstiegsspiele erreicht, scheiterten dort jedoch. Eschen-Mauren ist ähnlich stark einzustufen wie letzte Saison, als Linth 04 beide Begegnungen verlor. Bei den Glarnern werden in der Auftaktpartie noch verschiedene Spieler fehlen, unter anderem Schindler und Ebipi. Und bei anderen ist noch unsicher, ob sie fit genug sind, um beim Saisonstart mitwirken zu können.

«Wir werden noch nicht mit der Wunschmannschaft antreten können. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft auf dem Platz haben werden. Wir werden alles versuchen, um positiv in die neue Saison starten zu können», betont Fabio Digenti.

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