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Enttäuschung, Stolz und Bewunderung bei den Schweizer Spielern

Die Schweizer Spieler sind sich nach dem 1:3 im Halbfinal der Nations League gegen Portugal in ihrer Analyse einig: Sie zeigten eine sehr gute Leistung, die Effizienz Ronaldos machte den Unterschied.

Agentur
sda
Donnerstag, 06. Juni 2019, 03:26 Uhr Fussball
Die entscheidende Aktion im Estadio do Dragão in Porto: Cristiano Ronaldo trifft in der 88. Minute zum 2:1 für Portugal gegen die Schweiz
Die entscheidende Aktion im Estadio do Dragão in Porto: Cristiano Ronaldo trifft in der 88. Minute zum 2:1 für Portugal gegen die Schweiz
KEYSTONE/EPA LUSA/FERNANDO VELUDO

«Es ist sehr schade, dass wir über eine Niederlage reden müssen», sagte Granit Xhaka. «Wir haben Portugal lange, sehr lange dominiert und super Fussball gespielt. Die Einstellung, der Wille und die Mentalität war da, leider zählt aber das Ergebnis - und das spricht nicht für uns.»

Die Analyse des Captains, der wie gewohnt das Schweizer Spiel souverän dirigierte, war treffend. Im Gegensatz zur Partie im Herbst 2017, als die SFV-Auswahl in Lissabon gegen den gleichen Gegner beim 0:2 in der WM-Qualifikation ohne Chance geblieben war, trat sie in Porto mutig auf und nahm von Beginn an das Spiel in die Hand. Allein in der ersten Halbzeit verpasste sie drei erstklassige Chancen.

Den Unterschied machte wie so oft die Effizienz im Abschluss. Und der Gegner hatte mit Ronaldo den neben Lionel Messi besten Spieler der Welt in seinen Reihen. «Im Spielaufbau macht er nicht viel, lässt die Bälle prallen und ist im Gegensatz zu Messi kein grosser Dribbler», sagte Manuel Akanji. Der Verteidiger, der erstmals gegen Ronaldo spielte, stand beim 1:2 und beim 1:3 bei der portugiesischen Nummer 7, konnte diese aber am erfolgreichen Abschluss nicht hindern. «Im Sechzehner ist er sehr schwer zu stoppen, sein Abschluss ist schlicht Weltklasse.»

Wegen Ronaldo spielt die Schweiz nun am Sonntag nicht um den Titel, sondern gegen den Verlierer des zweiten Halbfinals zwischen England und der Niederlande. «Momentan sind wir sehr enttäuscht», sagte Yann Sommer. «Wir wollten unbedingt in den Final kommen und mit der Schweiz den ersten Titel gewinnen.» Beim ersten Gegentreffer traf der Keeper den falschen Entscheid, als er sich beim Freistoss von Ronaldo in der Torhüterecke erwischen liess.

Das Foul, das zum Freistoss führte, war allerdings mehr als umstritten. «100 Prozent kein Foul», sagte Kevin Mbabu, der auf der rechten Seite offensiv eine starke Leistung zeigte. Für ihn und seine Kollegen geht es nun am Wochenende für das Abschlusstraining und das Spiel um Platz 3 nach Guimarães. Trotz der Enttäuschung wollen sich die Schweizer mit einem Erfolgserlebnis von der Final-Four-Premiere der Nations League verabschieden. «Wir sind nicht hierhin gekommen, um zweimal zu verlieren», so Akanji.

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