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Nicht-Skorer Rüegg schiesst Zürcher Sieg heraus

Nach 77 Minuten liegt der FC Zürich in Neuenburg im Rückstand, aber dann gelingt ihm dank zwei unverhofften Toren von Kevin Rüegg im Kampf gegen den Barrage-Platz ein eminent wichtiger Sieg.

Agentur
sda
Samstag, 11. Mai 2019, 21:36 Uhr Fussball

Kevin Rüegg ist 20 Jahre alt und beim FC Zürich schon Captain. Aber er ist, normalerweise, kein Torschütze. Bis zum Samstag hat er in der Super League nie getroffen, es ist auf der rechten Seite der Defensive auch nicht seine primäre Aufgabe im Spiel des FCZ. Als Neuchâtel Xamax auf der Maladière 1:0 führte und noch eine Viertelstunde zu spielen war, schien Rüegg auch in diesem Match einfach seine Arbeit zu leisten und nicht besonders aufzufallen. Dann allerdings traf der dunkelhäutige Youngster zweimal auf praktisch identische Weise nach Zuspielen von der rechten Seite, die er mit Flachschüssen in die linke Ecke verwertete. Einmal kam der Pass von Assan Ceesay, das andere Mal vom eingewechselten jungen Yann Kasaï.

Die Tore kamen in doppelter Hinsicht wie Blitze aus heiterem Himmel. Einerseits für Kevin Rüegg persönlich, andererseits für die Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin, die bis dorthin nur eine einzigen gute Chance - mit einem knappen Fehlschuss von Kasaï - gehabt hatte. Es war in der Tat ein eher glückhafter, nicht alltäglicher Sieg des FCZ - der indessen auch nach diesem Erfolg in der Tabelle noch nicht aus dem Schneider ist.

Das Fehlen des gesperrten Goalgetters Raphaël Nuzzolo machte sich im Spiel der Neuenburger bemerkbar, aber wie schon bei den letzten drei Zu-null-Siegen schien ein anderer die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Der baumlange Appenzeller Kemal Ademi schob nach 49 Minuten den Ball ins leere Tor. Auch beim 1:0 in Luzern, beim 1:0 gegen YB und beim 2:0 in Thun hatte er den Bann gebrochen. Dass sie dennoch verloren, mussten die Neuenburger ihrer Passivität nach dem 1:0 zuschreiben. Sie versuchten zu sehr, die Defensive zu stärken, vielleicht auch ein wenig mit der Harmlosigkeit der Zürcher rechnend.

Schiedsrichter Sandro Schärer hätte je einen Spieler beider Mannschaften mit der Roten Karte vom Platz stellen können. Beim Stand von 1:0 blockierte Xamax' Goalie Laurent Walthert bei einem gefährlichen Zürcher Angriff den Ball vor dem Strafraum mit der Hand. In der ersten Halbzeit hatte der Zürcher Innenverteidiger Umaru Bangura ein hässliches Foul an Ademi begangen, für das er mit der Gelben Karte gut wegkam. Bangura selber verletzte sich in der Szene und wurde durch Andreas Maxsö ersetzt. Ebendieser Maxsö glitt ohne gegnerische Einwirkung in der Szene aus, die zum Neuenburger Führungstor führte.

Neuchâtel Xamax - Zürich 1:2 (0:0)

8744 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 49. Ademi (Pululu) 1:0. 77. Rüegg (Ceesay) 1:1. 84. Rüegg (Kasaï) 1:2.

Neuchâtel Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Oss, Xhemajli (86. Karlen), Kamber; Doudin, Serey Die, Pickel (56. Di Nardo); Ademi, Pululu (83. Ramizi).

Zürich: Brecher; Nef, Bangura (38. Maxsö), Mirlind Kryeziu; Rüegg, Domgjoni (55. Kasaï), Sertic, Schönbächler (88. Omeragic); Marchesano; Kololli, Ceesay.

Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Djuric und Nuzzolo (beide gesperrt). Zürich ohne Odey (gesperrt), Winter, Hekuran Kryeziu, Pa Modou, Untersee, Aliu und Zumberi (alle verletzt). Verwarnungen: 31. Xhemajli (Foul), 34. Bangura (Foul), 34. Pickel (Reklamieren), 49. Oss (Reklamieren), 73. Ceesay (Foul), 76. Kasaï (Foul), 94. Brecher (Spielverzögerung).

Rangliste: 1. Young Boys 32/82 (85:30). 2. Basel 32/62 (61:39). 3. Thun 33/43 (55:53). 4. Lugano 33/41 (45:45). 5. Luzern 32/40 (47:54). 6. Zürich 33/40 (39:48). 7. St. Gallen 32/39 (42:54). 8. Sion 32/37 (45:52). 9. Neuchâtel Xamax FCS 33/36 (42:59). 10. Grasshoppers 32/24 (28:55).

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