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Der FCRJ nimmt in Kriens den Abstiegskampf nicht an

Bei einem direkten Gegner um den Verbleib in der Challenge-League ruft der FC Rapperswil-Jona keine gute Leistung ab. Er verliert
beim SC Kriens verdient mit 1:2.

Linth-Zeitung
Montag, 11. März 2019, 10:01 Uhr Fussball
FCRJ-Aussenverteidiger Jerôme Thiesson kommt nicht an Albin Sadrijaj vorbei.
FCRJ-Aussenverteidiger Jerôme Thiesson kommt nicht an Albin Sadrijaj vorbei.
FRANZ FELDMANN

von Franz Feldmann

Die gute Nachricht aus Kriens: Zweimal brachte der FC Rapperswil-Jona am Samstag den Ball aufs Tor, beide Male zappelte das Leder im Netz. Eigentlich eine bemerkenswerte Effizienz, die aber nichts nützte. Denn beim zweiten Mal hatte der Linienrichter ein Offside des zuvor eingewechselten Egzon Shabani gesehen, das Tor zählte also nicht (79.). Die weniger gute Nachricht ist, dass diese zwei Möglichkeiten in 98 Minuten Spielzeit an diesem Abend bei Weitem nicht reichten, Kriens ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Eigentlich hätte man davon ausgehen können, dass Rapperswil-Jona mit zuletzt zwei Siegen im Gepäck mit viel Selbstvertrauen frisch von der Leber weg aufspielen würde. Doch davon war nichts, aber auch gar nichts zu sehen. «Wie hatten keinen Zugriff aufs Spiel», musste der für den gesperrten Denis Simani in der Innenverteidigung eingesetzte Joël Schmid nach dem Spiel feststellen. «Wir verloren zu viele Zweikämpfe und offerierten dem Gegner viel zu viele Räume. Der Ball kam immer sehr schnell in unsere Verteidigungszone zurück.»

Siegrist kaum zu kontrollieren

Das war genau das Problem. Schmid war einer der ganz wenigen Aktivposten in den Reihen des FCRJ. Vor allem die in der Winterpause dazugeholten Sangoné Sarr und auch Jerôme Thiesson auf der linken Verteidigungsseite sündigten Mal für Mal. Ihre Abspiele waren für dieses Spielniveau schlichtweg ungenügend.

Auf der anderen Seite hatte Kriens mit Nico Siegrist einen Spieler, der zu jeder Zeit mit dem Ball etwas Gescheites anzufangen wusste. Der andere Aktivposten auf FCRJ-Seite war Torhüter Diego Yanz. Er hielt seine Farben gegen Kriens’ Stürmer Skumbim «Jumbo» Sulejmani schon nach fünf Minuten mit einer reflexartigen Fussabwehr im Spiel. Diese schnelle, gute Möglichkeit der Einheimischen weckte das zurückhaltend auftretende Team von Trainer Urs Meier in keinster Weise.

«Positiv zur Pause war, dass es nur 0:1 stand»
Jonas Elmer, FCRJ-Captain

Weiterhin trieb Siegrist seine Teamkollegen mit guten Zuspielen an. Eines davon verwertete Sulejmani in der 33. Minute mit einem gekonnten Flachschuss in Yanz’ linke, tiefe Ecke. In der Entstehung waren Matteo Pasquarelli und auch Sarr wie Junioren überlaufen und ausgespielt worden.

«Positiv zur Pause war, dass es nur 0:1 stand», musste Captain Jonas Elmer zugeben. Die Defizite wurden in der Pause angesprochen, was offenbar kurzfristig etwas nützte. Denn nach einer Standardsituation köpfte Egzon Kllokoqi den Ball an die Latte, von wo dieser an den Kopf von Aldin Turkes und dann ins Krienser Tor fiel (48.). Ein guter Lohn für eine zuvor wenig beeindruckende Leistung.

Dieses Tor beflügelte aber wiederum Kriens, das wieder vehement das Geschehen dominierte. Immer wieder landeten die Zuspiele von den Rosenstädtern bei den Kriensern, praktisch kein Zweikampf wurde gewonnen. Und als sich Thiesson und Lavdrim Rexhepi erneut zu einfach von Saleh Chihadeh überlaufen liessen, war es nur sechs Minuten nach dem Ausgleichstreffer wieder um die Rappers-wiler Herrlichkeit geschehen. Der Walliser Stürmer haute das Leder aus fast 20 Metern unhaltbar in die Maschen.

Fast noch der Ausgleich

Nach einem individuellen Fehler eines Kriensers kam der eingewechselte Yanik Frick zur besten Ausgleichsmöglichkeit. Aber sein Kopfball landete in der 95. Minute an der Lattenoberkante. Das wäre ein Lucky-Punch erster Güte gewesen. «Wir waren einfach zu zaghaft für den Abstiegskampf», meinte ein enttäuschter Schmied. Dieser Abstiegskampf hat sich nun wieder zugespitzt. Kriens zog in der Tabelle am FCRJ vorbei. Dieser bleibt einen Punkt vor dem Schlusslicht Chiasso.

Kriens – Rapperswil-Jona 2:1 (1:0)
Kleinfeld. 1250 Zuschauer. – SR Jancevski.
Tore: 33. Sulejmani 1:0. 48. Turkes 1:1. 54. Chihadeh 2:1.
Kriens: Enzler; Fäh, Elvedi, Fanger, Mijatovic; Siegrist, Wiget, Sadrijaj, Dzonlagic (76. Costa); Chihadeh (97. Urtic), Sulejmani (82. Rüedi).
Rapperswil-Jona: Yanz; Thiesson, Kllokoqi, Schmied, Elmer (82. Frick); Haile-Selassie, Sarr, Rexhepi (67. Kubli), Pasquarelli (63. Kabacalman), Eberle (63. Shabani); Turkes.
Bemerkungen: Kriens ohne Selmani (verletzt). Rapperswil-Jona ohne Ciccone, Hunn, Nater, Teixeira, Zenuni (verletzt), Simani (gesperrt), Hadzi und Güntensperger (kein Aufgebot). – Verwarnungen: 58. Wiget (Reklamieren), 79. Turkes (Reklamieren), 90. Thiesson, 90. Mijatovic (beide wegen Unsportlichkeiten), 93. Kllokoqi (Unsportlichkeit).

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