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Netstal mit bitterer Niederlage in Ems

Der FC Netstal hat das dritte Meisterschaftsspiel in der 3. Liga auswärts gegen den FC Ems mit 0:3 verloren. Das Resultat widerspiegelte den Spielverlauf indes überhaupt nicht.

Südostschweiz
Montag, 03. September 2018, 16:53 Uhr Regio-Fussball

von Nazim Murati, FC Netstal

Nachdem die Glarner letzte Woche vor heimischer Kulisse trotz guter Leistung nicht mit Punkten belohnt wurden, wollte man es in Ems nun besser machen. Der Gegner war mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet und hatte nun gegen die Netstaler nichts zu verlieren. 

Gleich nach dem Anpfiff wurde Adnan Jashari mit einem weiten Ball bedient und es wurde ein erstes Mal gefährlich. Seine Hereingabe wurde aber zur Ecke geklärt, die für keine Gefahr sorgte. Das Gästeteam blieb weiter am Drücker und eroberte bereits im Mittelfeld viele Bälle und startete vor allem über die rechte Seite einige Angriffe. Leider fehlte es beim letzten Pass dann an Präzision. Auf der anderen Seite kam das Heimteam mit einem lang getretenen Freistoss in den Strafraum. Der grossgewachsene Mitrovic streifte den Ball mit dem Kopf, was genügte um Torhüter Jost auf dem falschen Fuss zu erwischen und die Führung bedeutete. Nach nur sechs Spielminuten führten die Hausherren völlig entgegen dem Spielverlauf. So baut auch ein Nullpunkte-Team wieder Selbstvertrauen auf. 

Trotzdem waren es die Glarner, die das Spiel diktierten und weiter auf das gegnerische Tor drückten. Die Hereingaben waren aber weiterhin ungenau. Und wenn eine Flanke dann den Mitspieler erreichte, machte man es zu kompliziert. So beispielsweise ein unnötiger Doppelpass zwischen Toprakkale und Lopes, statt der Direktschuss. Dann kamen noch drei eins-gegen-eins Situationen dazu, die der Emser-Keeper zu entschärften wusste. Jashari, Lopes und Toprakkale waren es, die dabei scheiterten. Als sich das Gästeteam für einmal bis zum Strafraum spielen konnte, missglückte ein Zuspiel auf den im Abseits stehenden Mitrovic und gelangte so zu Garcia, der aus 16 Metern draufhämmerte und so das Skore sogar erhöhen konnte. Aus zwei Halbchancen wurde zwei Tore erzielt und die Gäste verzweifelten bis zur Halbzeit am gegnerischen Torhüter oder der eigenen Unfähigkeit. 

 Gleiches Bild in Halbzeit Zwei

In der Pause war hier jedem klar, dass dieses Spiel noch nicht gegessen war. Würde nur ein Drittel der Torchancen aus der ersten Hälfte ausgenutzt werden, dann wäre das Spiel locker gedreht. Mit diesem Wissen ging es in die zweite Halbzeit. Das Bild änderte sich nicht, leider auch die Effizienz nicht. Denn wieder wurden hochkarätige Chancen fahrlässig liegen gelassen. Je länger das Spiel dauerte, desto wehementer suchten die Netstaler den Anschlusstreffer, was plötzlich zu fatalen Fehlern führte. So wurden Bälle vom letzten Mann verloren, aber die Bündner scheiterten an Torhüter Jost oder schossen das Leder neben den Kasten. Trainer Oettl wechselte frische Kräfte ein und forcierte so nochmals die Offensive. Spätestens als Toprakkale aus wenigen Metern Entfernung über das Tor schoss, war klar, dass hier kein Auwärtstreffer fallen wird. An diesem Tag hätte man mehrere Stunden spielen können und es wäre kein Tor gefallen, es sollte einfach nicht sein. Auf der anderen Seite sorgte der Captain Lebien dann nach einem Fehler in der Hintermannschaft für den Genickbruch. 

Die Netstaler verlieren ein Spiel gegen einen bescheidenen Absteiger, der mit einer 200 prozentigen Effizienz in der ersten Halbzeit das Spiel für sich entscheidet. Es gilt nun die Chancenauswertung zu trainieren, damit es kommendes Wochenende wieder zu Toren kommt. 

 Ems - Netstal 3:0 (2:0)
EMS-Arena - 80 Zuschauer
Tore: 6. Mitrovic 1:0. 37. Garcia 2:0. 82. Lebien 3:0.

Ems: Da Fonseca; Caluori, Salihagic, Corucci, Goncalves; Frizzoni, Dragic, Lebien, Garcia; Brunner, Mitrovic. E: Demirtas, Nedo Dragic, Klopic, Tanno.
Netstal: Jost; Reumer, Stauffer, Pfeiffer, Sauter; Kormann, Lopes, Pereira, Sevinc, Jashari; Toprakkale. E: Barbieri, Schneider, Contardi, Murati.
Bemerkungen: Netstal ohne Catanzaro (Ferien) und Zweifel (abwesend). - Verwarungen: Salihagic und Frizzoni (beide wegen Foulspiel).

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Dieser Bericht ist mit einer extremer Netztaler Brille geschrieben.
Was die Chancen Auswertung der Gäste betrifft haben Sie sicher recht.
Aber das der Gast das Heimteam dominiert hat, habe ich zu keinem zeitpunkt des Spiels gesehen. In diesem Spiel gabes kein Dominanteres Team. Das war Armut gehen Elend.