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Gianola: «Wir bedauern es, verstehen aber den Entscheid»

Gianola: «Wir bedauern es, verstehen aber den Entscheid»

Bereits zum zweiten Mal muss der Spengler Cup abgesagt werden. Marc Gianola, OK Präsident des Traditionsturniers, im Interview zur kurzfristigen Absage.

Südostschweiz
25.12.21 - 14:50 Uhr
Eishockey
OK-Präsident Marc Gianola akzeptiert den Entscheid des Kantons.
Bild Keystone/Ge

In einem Interview mit RSO-Reporter Patrick Ulber äussert sich der OK-Präsident des Spengler Cups über die Absage und blickt in die Zukunft.

Marc Gianola, heute ist die Hiobsbotschaft gekommen. Der Kanton entzieht dem HC Davos die gesundheitspolizeiliche Bewilligung. Heisst, der Spengler Cup findet dieses Jahr nicht statt. Wie haben sie den Entscheid aufgenommen?

Marc Gianola: «Man muss den Entscheid akzeptieren. Wir haben sehr viel gemacht, um die ganze Organisation aufrechtzuerhalten. Wir konnten sogar in den letzten Wochen zwei Teams auswechseln. Die Hiobsbotschaft vom HC Davos von 17 Fällen war dann aber einer zu viel. Wir bedauern es, verstehen aber den Entscheid.»

Hätte der Entscheid anders ausgesehen, wenn man nur den HC Davos ausgeschlossen hätte? Oder wurde die Bewilligung für das ganze Turnier entzogen?

«Der Grund für die Absage war nicht, dass wir nur mit fünf oder sechs Mannschaften gespielt hätten. In diesem Fall stand die medizinische Sicherheit von unseren Mannschaften und Zuschauern im Vordergrund, die nicht gegeben werden konnte.»

Sie haben lange gekämpft, konnten sogar zwei neue Ersatzmannschaften finden. Ist die Absage jetzt besonders bitter?

«Es ist immer bitter, wenn man alles gibt und es dann nicht ganz reicht. Aber wir sind Sportler, wir können mit Niederlagen umgehen. Darum heisst es aufstehen und 'Grind aba und wiiter seckla'.»

Wie sieht es nun mit den Mannschaften aus? Waren die bereits in Davos oder waren sie gar noch nicht angereist?

«Mit den Mannschaften und den Schiedsrichtern haben wir sofort Kontakt aufgenommen, als wir den definitiven Bescheid hatten. Wir haben ihnen so schnell wie möglich mitgeteilt, dass sie nicht nach Davos anreisen sollen.»

Der Spengler Cup ist ein wichtiges Standbein für den HC Davos. Werden die finanziellen Auswirkungen jetzt vom Bund übernommen?

«Wir befinden uns unter dem Schutzschirm – wie dieser aber ausgelegt wird, zeigt sich erst in den nächsten Monaten. Es wird sicher ein grosses Loch geben. Wir haben den ganzen Aufwand betrieben und haben nun keinen Ertrag. Wie viel in diesen Schutzschirm reinfällt, können wir noch nicht sagen.»

Werden die Ticketbesitzer entschädigt?

«Wir haben alle Ticketbucher informiert. Sobald wir diese bittere Niederlage verdaut haben, kümmern wir uns um die Entschädigungen.»

Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Wie schauen sie auf den Spengler Cup im kommenden neuen Jahr?

«Bereits im letzten Jahr hatten wir für die Austragung des Spengler Cups ein gutes Gefühl, wurden dann aber auf der Zielgeraden abgefangen. Jetzt gehen wir davon aus, dass wir in der Pandemiebewältigung Fortschritte machen werden und den Spengler Cup 2022 hoffentlich austragen können. Wir haben nun ein Jahr Zeit und hoffen, dass sich die Pandemie in die richtige Richtung entwickelt, damit wir wieder einen normalen Spengler Cup haben können.»

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