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Von der Verpflichtung bis zur Entlassung – so lief Wohlwends Zeit in Davos

Rund dreieinhalb Jahre war Christian Wohlwend beim HC Davos als Cheftrainer aktiv. Ein Rückblick auf seine Amtszeit. Mit Hochs und Tiefs.

Roman
Michel
11.01.23 - 09:21 Uhr
Eishockey
Kurz nach seiner Anstellung: Christian Wohlwend in der Garderobe des HCD
Kurz nach seiner Anstellung: Christian Wohlwend in der Garderobe des HCD
Bild Olivia Aebli-Item

April 2019: Der HC Davos hat sich im Play-out-Final gegen die Rapperswil-Jona Lakers gerade vor dem drohenden Abstieg gerettet, als er die Verpflichtung von Christian Wohlwend bekannt gibt. Der Engadiner folgt auf Harijs Witolinsch, der das Team nach dem Rücktritt Arno Del Curtos interimistisch übernommen hatte. Für Wohlwend ist es das erste Engagement als Profi-Trainer. Zuvor war er erfolgreich in den Nachwuchsauswahlen des Verbandes tätig.

Dezember 2019: Wohlwends erster Spengler Cup wird zum Fiasko. Drei Niederlagen, das Aus in den Pre-Semifinals. Der Trainer hatte sich verzockt, schonte in der Gruppenphase etliche Stammspieler für das erste K.o.-Rundenspiel. Der Poker ging nicht auf. Dazu sorgte Wohlwend für Schlagzeilen, als er die eigenen Fans für den fehlenden Support kritisierte. Beim ersten Meisterschaftsspiel 2020 entschuldigt er sich mit Mikrofon auf dem Eis für seine Entgleisung.

Februar 2020: Gleich in seinen ersten Monaten in Davos stürmt Wohlwend mit seinem Team in den Cupfinal. Statt die Krönung gibt’s dort gegen das damals noch unterklassige Ajoie eine bittere Pleite. 3:7. Wohlwend ist bedient.

 

Volles Engagement: Christian Wohlwend im Training des HCD.
Volles Engagement: Christian Wohlwend im Training des HCD.
Bild Olivia Aebli-Item

März 2020: Letztes Jahr noch im Play-out-Final. Nun plötzlich Qualidritter. Der HC Davos ist plötzlich wieder ein Spitzenteam. Sein Pech ist, dass die Meisterschaft wegen Corona abgebrochen wird. Was wäre da noch drin gewesen?

Januar 2021: Sportchef Raeto Raffainer gibt seinen Abgang von Davos Richtung Bern bekannt, Christian Wohlwend verliert seine wichtigste Bezugsperson. Raffainer war zusammen mit Wohlwend im Sommer 2019 zum HCD gestossen. Er war Trauzeuge bei Wohlwends Hochzeit und ist Götti von dessen Sohn Tim.

April 2021: Ausgerechnet Bern heisst der Gegner des HCD in den Pre-Playoffs. Der HCD verliert die Serie mit 1:2. Wohlwend kritisiert öffentlich seinen Goalie Robert Mayer. Trotz langfristigem Vertrag in Davos steht der Torhüter danach auf dem Abstellgleis – und beschäftigt die Vereinsführung über mehrere Monate.

Frühling 2022: Dieses Mal qualifiziert sich der HCD direkt für die Play-offs – und dreht dort in der Serie gegen die Lakers ein 0:3. Im Halbfinal ist dann beim späteren Meister Zug Endstation. Wohlwend sorgt für rote Köpfe, weil er im zweiten Spiel Flaschen in Richtung der Schiedsrichter wirft.

Januar 2023: Obwohl der HCD sportlich auf Kurs ist (Rang 6, direkter Play-off-Platz), ist Wohlwends Zeit im Landwassertal zu Ende. Am 11. Januar gibt der HCD bekannt, den bis im Sommer laufenden Vertrag per sofort zu beenden.

Letztes Spiel: Christian Wohlwend am Samstag beim Spiel gegen Ajoie.
Letztes Spiel: Christian Wohlwend am Samstag beim Spiel gegen Ajoie.
Bild Keystone

Roman Michel ist Leiter Sport. Er arbeitet als Sportreporter und -moderator bei TV Südostschweiz. Weiter schreibt er für die gemeinsame Sportredaktion der Zeitung Südostschweiz und suedostschweiz.ch. Roman Michel studierte Journalismus und Organisationskommunikation und arbeitet seit 2017 für die Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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