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Schweiz greift nach Halbfinal-Krimi nach WM-Gold

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam steht zum dritten Mal nach 2013 und 2018 in einem WM-Final. Die Schweiz bezwingt Kanada nach Penaltyschiessen 3:2 und trifft am Sonntag auf Gastgeber Tschechien.

Agentur
sda
25.05.24 - 21:29 Uhr
Eishockey
Ausgelassener Schweizer Jubel nach dem Halbfinalsieg gegen Kanada
Ausgelassener Schweizer Jubel nach dem Halbfinalsieg gegen Kanada
KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Sechs Minuten vor dem Ende der zehnminütigen Overtime kassierte Kanada eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Die Schweizer nutzten diese grosse jedoch Chance nicht, vielmehr mussten sie froh sein, dass Dylan Cozens (66.) solo vor dem überragenden Goalie Leonardo Genoni scheiterte. So fiel die Entscheidung im Penaltyschiessen. In diesem hielten die Schweizer Nerven: Während Kevin Fiala und Sven Andrighetto reüssierten, musste sich Genoni nur Connor Bedard geschlagen geben. In den 70 Spielminuten zuvor glänzte Genoni mit 42 Paraden.

Abwehrschlacht nach starkem Beginn

Nationaltrainer Patrick Fischer sprach nach dem 3:1-Sieg im Viertelfinal gegen den Erzrivalen Deutschland von einer Befreiung. Das war zu sehen. Die Schweizer starteten mit viel Selbstvertrauen ins Spiel und gingen dank Powerplay-Toren von Fiala (16.) und Nino Niederreiter (18.) verdient 2:0 in Führung. Im zweiten Drittel fanden die Kanadier dann besser ins Spiel. In der 35. Minute verkürzte Brandon Tanev via des Schlittschuhs von Andrea Glauser zum 1:2. Es war der erste Gegentreffer für die Schweiz bei fünf gegen fünf seit dem zweiten Gruppenspiel (6:5 gegen Österreich).

In der Folge mussten die Eisgenossen vor bloss 11'159 Zuschauern mehrheitlich arg untendurch. Im letzten Drittel lautete das Schussverhältnis 20:4 zu Gunsten der Kanadier. Das 2:2 zeichnete sich immer mehr ab und es fiel 127 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Der kanadische Captain John Tavares erwischte im Powerplay Genoni zwischen den Schonern. Eine grosse Chance hatten die Schweizer im letzten Drittel durch Fiala (48.), doch rettete Verteidiger Colton Parayko mit dem Stock für den geschlagenen Goalie Jordan Binnington.

Fiala wieder mit Tor und Assist

Die Schweizer waren auf diese Partie perfekt eingestellt. Es dauerte bis zur 12. Minute, ehe die Kanadier ihren ersten Torschuss verzeichneten. Die besten Chancen im ersten Abschnitt hatten die Nordamerikaner in Unterzahl. In der 14. Minute durch Brandon Hagel, eine Minute später zog Tanev allein auf Genoni, doch war der Zuger Keeper erneut hellwach.

Eine Minute später hämmerte Fiala den Puck ins Lattenkreuz. Auch beim 2:0 (18.) hatte der am 7. Mai Vater gewordene Ostschweizer den Stock im Spiel. Er passte zu Roman Josi, dessen Schuss Niederreiter ablenkte. Fiala hält nun bei sieben Toren und sechs Assists.

Zwölfte Schweizer WM-Medaille

Mit dem Einzug ins Endspiel haben die Schweizer ihre zwölfte WM-Medaille auf sicher. Weltmeister wurden sie noch nie. Die beiden bisherigen Finals verloren sie jeweils gegen Schweden - 2013 mit 1:5 und 2018 erst im Penaltyschiessen. 1935, als sie ebenfalls Silber holten, gab es keine K.o.-Spiele, sondern eine Finalrunde.

Mit Finalgegner Tschechien duellierten sich die Eisgenossen bereits in der Vorrunde. Damals siegten sie nach Penaltyschiessen 2:1. Allerdings war David Pastrnak, der aktuell beste tschechische Stürmer, noch nicht dabei.

Telegramm:

Kanada - Schweiz 2:3 (0:2, 1:0, 1:0, 0:0) n.P.

Prag. - 11'159 Zuschauer. - SR Holm/Hribik (SWE/CZE), Lundgren/Spur (SWE/CZE). - Tore: 16. Fiala (Loeffel, Andrighetto/Ausschluss McCann) 0:1. 18. Niederreiter (Josi, Fiala/Ausschluss Oleksiak) 0:2. 35. Tanev (Zellweger, Dubois) 1:2. 58 Tavares (Bedard, Power/Ausschluss Ambühl) 2:2. - Penaltyschiessen: Bedard 1:0, Senteler -; Dubois -, Fiala 1:1; Severson -, Loeffel -; Power -, Andrighetto 1:2; Cozens. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Kanada, 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Kanada: Binnington; Parayko, Power; Severson, Guhle; Oleksiak, Byram; Zellweger; Mercer, McBain, Tanev; Dubois, Tavares, Hagel; Guenther, Paul, McCann; Mangiapane, Cozens, Bunting; Bedard.

Schweiz: Genoni; Kukan, Siegenthaler; Glauser, Josi; Loeffel, Marti; Fora, Jung; Bertschy, Thürkauf, Andrighetto; Niederreiter, Hischier, Fiala; Simion, Senteler, Herzog; Ambühl, Haas, Scherwey.

Bemerkungen: Schweiz ohne Berra, Jäger, Kuraschew (alle überzählig) und Schmid (Ersatzgoalie). - Kanada 44 (8-13-20-3); Schweiz 31 (17-6-4-3). - Powerplay-Ausbeute: Kanada 1/5; Schweiz 2/6.

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