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Niederreiter ist an der WM wieder im Element

Nino Niederreiter wird beim 5:2-Sieg gegen Norwegen im ersten WM-Spiel dank je einem Tor und Assist zum besten Schweizer Spieler gekürt. Das ist Balsam auf die Seele des Churers.

Agentur
sda
10.05.24 - 21:41 Uhr
Eishockey
Nino Niederreiter trifft nach langer Durststrecke im WM-Auftaktspiel wieder einmal.
Nino Niederreiter traf nach langer Durststrecke wieder einmal
KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Es läuft die 52. Minute, Niederreiter bringt die Schweiz gegen Norwegen im Powerplay mit 5:1 in Führung. Es ist für ihn eine Art Erlösung. Denn in der NHL blieb er nach seinem 18. Saisontreffer am 5. März in 21 Partien hintereinander ohne Torerfolg. Das ist für einen Stürmer, der sich auch über Treffer definiert, eine sehr lange Durststrecke. «Es war definitiv ein Auf und Ab», sagt der 31-jährige Churer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu seiner Spielzeit mit den Winnipeg Jets, die mit einem 1:4 nach Siegen in den Playoff-Achtelfinals gegen die Colorado Avalanche endete.

Es war für ihn auch deshalb eine mental schwierige Saison, weil sich die Verlängerung des Vertrages in die Länge zog. Zuerst hiess es, dass am 1. Juli 2023 die ersten Gespräche stattfinden würden, am Ende dauerte es bis Anfang Dezember, ehe Niederreiter für drei weitere Jahre mit einer Lohnsumme von insgesamt zwölf Millionen Dollar bis 2027 unterzeichnen konnte.

Defensiv viel gelernt

Das half ihm während der Torflaute. «Ich wusste, dass ich auch für etwas unterschrieben hatte und wie wichtig unsere Linie für die Mannschaft ist», erzählt Niederreiter. So gab Trainer Rick Bowness, der von seinem Amt zurückgetreten ist, dem Bündner mehrheitlich eine defensivere Rolle. «Ich habe viel gelernt, was die Defensive anbelangt, wie wichtig gewisse Details sind. Deshalb bin ich nun über alles gesehen ein besserer Spieler.»

Gleichzeitig betont Niederreiter aber, dass mit einer solchen Rolle die Kreativität etwas verloren gehe. Deshalb ist er umso froher, an der WM nun wieder eine offensivere Aufgabe zu haben, um «mir zu beweisen, dass ich es noch kann.» Das tat er gegen Norwegen. Vor dem 5:1 hatte er schon das 1:0 von Sven Andrighetto (12.) vorbereitet.

Coole Konstellation

«Es tut immer gut, wenn du dem Team helfen kannst», sagt Niederreiter. «Allerdings muss ich schon noch am einen oder anderen schleifen, um mich zu verbessern», gibt er sich auch selbstkritisch. So ist die Angewöhnung an das grössere Eisfeld als in der NHL angesichts von nur einem Training vor der Partie gegen Norwegen selbstredend noch nicht abgeschlossen.

Und mit Andrighetto hatte er zwar schon zuvor in einer Sturmlinie zusammengespielt, das war aber letztmals an der WM 2019 der Fall. Center Ken Jäger, ein WM-Neuling, kennt er dagegen «zu wenig gut. Ich merkte aber schon im ersten Training, dass er gute Hände hat und ein guter Schlittschuhläufer ist. Einen Rechtsschützen als Center zu haben, ist immer sehr gut.» Ein solcher sehe das Spiel anders wie ein Linksschütze, den er eigentlich die ganze Saison bei Winnipeg als Linienpartner gehabt habe. «Von daher ist das sicher eine coole Konstellation.»

Zum Spiel gegen Norwegen sagt Niederreiter: «Im Grossen und Ganzen war die Leistung okay. Es war ein guter Start für uns, was die Intensität, das Physische anbelangt. Wir spielten eine Zeit lang gutes Eishockey, zeigten aber auch, dass wir noch einiges vor uns haben, was die Struktur anbelangt.»

Wie blickt er auf die Partie vom Sonntagabend gegen Österreich voraus? «Das ist logischerweise ein Gegner, den wir bezwingen müssen. Wir können jedoch nicht einfach aufs Eis gehen und denken, es werde ein einfaches Spiel. Im Gegenteil: Wir müssen uns verbessern.»

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