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«Der Job hat mich gereizt, aber Davos liegt nicht auf dem Weg»

«Der Job hat mich gereizt, aber Davos liegt nicht auf dem Weg»

Der gebürtige Churer Alex Chatelain hat nach dem Rausschmiss beim SC Bern eine neue Herausforderung beim SC Langenthal gefunden. Im Interview erklärt er, warum ein Amt beim HC Davos nicht infrage kam.

Südostschweiz
12.11.21 - 17:32 Uhr
Eishockey
Sein letztes Amt beim SC Bern: Alex Chatelain als Assistenztrainer.
Bild Keystone

Im April dieses Jahres kam es beim SC Bern zum grossen Knall. Nach der Ankunft von Raeto Raffainer, der seit Beginn des Jahres das Amt des Chief Sport Officers bekleidet, räumte der SC Bern auf. Nebst der Sportchefin Florence Schelling, musste auch Alex Chatelain seien Platz räumen. Seit 2014 arbeitete der Bündner für die Berner. Unter anderem als Sportchef während der erfolgreichen Jahre zwischen 2016 und 2020 als die Berner drei Meistertitel gewinnen konnten.

Seit Ende Oktober hat Chatelain nun eine neuen Job inne. Beim Swiss-League-Klub SC Langenthal unterschrieb der 43-Jährige als Geschäftsführer. In einem kürzlich erschienenen Interview auf «www.hockeyfans.ch» äussert sich der Bündner zu seinem turbulenten Abgang, seine neue Herausforderung und warum das Amt als Sportchef beim HC Davos nicht infrage kam.

Entlassung beim SCB gab zu kämpfen

Auf seine Zeit beim SC Bern blickt er trotz unschönem Abgang mit positiven Gefühlen zurück. «Wenn man die ganzen sieben Jahre anschaut, waren mindestens fünf super. Angefangen beim Nachwuchs 2014 als Assistent von Sven Leuenberger. Dann kamen die erfolgreichen Jahre in der ersten Mannschaft mit drei Quali-Siegen und drei Meistertiteln. Das, was nachher kam, gehört eben auch zum Sport. Man kann nicht immer nur gewinnen», so Chatelain. Er ergänzt, dass er von der Trennung nicht überrascht war.

Chatelain – schon in seiner Kindheit Fan des SCB und später dort auch als Spieler tätig, wie er ausführt – gibt aber zu, dass er mit dem Abgang zu kämpfen hatte. Das Ganze sei nun aber verarbeitet. «Mit der Zeit gewinnt man Abstand und kann das grössere Bild betrachten. Es ist überhaupt kein Problem mehr und ich habe mich auch mit allen Verantwortlichen durch den Sommer ausgesprochen und reflektiert. Ich kann mich auch in Zukunft mit jedem vom SCB treffen, ohne dass es schlechte Gefühle geben würde.»

HC Davos hätte ihn gereizt, aber…

Alex Chatelain war nach dem Abgang beim SCB auch Thema für die Stelle als Sportchef beim HC Davos, wie er bestätigt. «Der Job hat mich sicher gereizt, aber Davos liegt halt nicht auf dem Weg. Wenn ich in einer anderen Familienkonstellation gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht mehr darum bemüht. Der Zeitpunkt hat einfach nicht richtig gepasst», so Chatelain im Interview. Seine Kinder seien nun im Alter von 15 und 18 Jahren und in der Lehre. «Das sind die letzten Jahre, in denen die Kinder noch zu Hause sind und noch etwas auf uns angewiesen sind. Ich möchte miterleben, wie sie ihren Weg gestalten.» Ein Umzug als Familie kam also nicht infrage.

Chatelain als Geschäftsführer

Per 1. Dezember übernimmt Chatelain nun den Posten als Geschäftsführer beim Swiss-League-Klub SC Langenthal. «Ich fühle mich sehr wohl in der Region Bern. Es gibt nicht wahnsinnig viele Optionen und ich musste etwas geduldig sein. Ich kenne Langenthal aus der Zeit, als ich noch dort spielte und Nachwuchs-Geschäftsführer war. Ich freue mich sehr auf Langenthal, weil ich viele Leute noch kenne und gute Erinnerungen an die Zeit dort habe.» Klar ist: Beim SC Langenthal wird Chatelain gefordert sein. Eine neue Arena soll gebaut werden. Die Mannschaft befinde sich in einer «Transformationsphase», wie Chatelain ausführt. Derzeit belegt die erste Mannschaft den achten Rang. Dies nachdem man in den letzten Jahren die Meisterschaft immer mindestens als Vierter abschloss. «Die Mannschaft war sehr erfolgreich und hatte einen starken Kern. Es wird hauptsächlich die Aufgabe von Sportchef Kevin Schläpfer sein, den Kern neu aufzubauen.»

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