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Den «Z» im Sturm erobern?

Den «Z» im Sturm erobern?

Der HC Davos kann nach den letzten beiden Siegen selbstbewusst gegen den «Angstgegner» ZSC Lions antreten. Insbesondere der Sturm hat sich zuletzt warm geschossen. In der Abwehr bleiben Fragezeichen.

Rinaldo
Krättli
vor 3 Wochen in
Eishockey
Enzo Corvi trägt im nächsten Spiel das Topskorer-Trikot. Nach sieben Spielen steht er bei neun Skorerpunkten (2 Tore, 7 Assists).
Bild Jürgen Staiger/Keystone

14 Tore hat der HC Davos in den letzten drei Spielen erzielt. In Sachen Torgefahr hat der HCD nichts eingebüsst im Vergleich zur vergangenen Saison. Enzo Corvi und Andres Ambühl stehen mittlerweile wieder bei mehr als einem Punkt pro Spiel. Der Ausländersturm um Mathias Bromé, Matej Stransky und Dennis Rasmussen hat immer mehr Fahrt aufgenommen. Bromé skort seit Beginn der Saison regelmässig, bei Stransky hat sich der Knopf in den letzten Partien gelöst. Hinzu kommt der neue Offensivverteidiger Dominik Egli, der in der internen Skorerwertung sogar vor Verteidiger-General Magnus Nygren steht. Interessant: Während Nygren mit -5 die schlechteste Plus-Minus-Bilanz aufweist, steht Egli mit +6 an der Spitze in dieser Kategorie.

Offensivmotor läuft

Im Auswärtsspiel gegen die ZSC Lions vom Dienstag kann der HCD-Sturm ein Schlüssel zum Erfolg sein. Den «Z» im Sturm zu erobern, wird jedoch nicht einfach werden. Mit bisher 16 Gegentoren weisen die Zürcher die klar beste Abwehr aus, zumindest statistisch gesehen. Die Davoser stehen übrigens bei 22 Gegentoren und damit genau im Mittelfeld. Offensiv sind beide Mannschaften auf Augenhöhe, 25 Tore erzielten die Lions bisher, die Davoser 24. Punktemässig trennt die beiden Mannschaften nur einen Zähler. Die Zürcher stehen mit 14 Punkten auf Rang 3, die Davoser mit 13 Punkten auf Rang 6.

Vieles deutet auf eine ausgeglichene Partie hin. Zwei Faktoren können den HC Davos zum Erfolg führen. Vorne müssen die Davoser beweisen, dass sie auch gegen die statistisch beste Defensive zu Chancen und Toren kommen. Für die eingangs erwähnten HCD-Angreifer eine Aufgabe, die machbar scheint. Ein Geniestreich Corvis, ein Zauberpass von Egli oder ein Geschoss von Nygren kann zu jedem Zeitpunkt des Spiels zum Erfolg führen. Vorne ist der HCD auch in dieser Saison gegen jedes Team gefährlich.

«Einmal so, einmal so»

In der Abwehr bleiben die Sorgen bestehen. Auch beim letzten Sieg gegen Ambri-Piotta musste man drei Tore hinnehmen. Zweimal konnte Gilles Senn einen Schuss aus relativ spitzem Winkel nicht parieren, gleichzeitig liess man den Leventinern zu viel Platz. Im vorletzten Spiel gegen Lausanne, das auswärts mit 5:2 gewonnen wurde, zeigte die Defensive anfänglich Schwächen, konnte sich danach aber steigern. Ein starker Senn war mitverantwortlich für den Erfolg sowie die danach besser aufgestellte Defensivabteilung. Auffallend: 40 Schüsse brachten die Lausanner aufs Tor, die Davoser gerade mal die Hälfte.

«Einmal so, einmal so» heisst es im bekannten Schlagersong von Sängerin Monique – es trifft die Situation der HCD-Defensive fast perfekt. Fast, weil zuletzt auch defensiv eine positive Tendenz auszumachen war. Gerade im Spiel gegen Lausanne zeigte die Mannschaft viel Moral und spielte nach den ersten beiden Gegentreffern auch hinten solider. Ambühl sprach nach dem vergangenen Sieg gegen Ambri-Piotta die vielen neuen Spieler im Team an, und dass sich die Mannschaft noch immer in einem Prozess befinde. Aber der Captain zeigte sich alles andere als beunruhigt.

Andres Ambühl im Interview mit Gian Andrea Accola (Radio Südostschweiz)

Gegen die Lions scheint der erste Sieg seit dem 23. Februar 2019 und den folgenden acht Niederlagen wieder möglich. Vorne muss der HCD so weiterfahren, wie in den letzten Spielen. Hinten braucht es eine konstant gute Leistung über die volle Distanz.

Kommt hinzu, dass die ZSC Lions noch nicht so dominant sind, wie das vor der Saison prognostiziert wurde. Zuletzt scheiterten die Zürcher mit einem 0:1 gegen Fribourg. Die Lions starteten gut in die Saison, sind aber durchaus bezwingbar.

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