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Kloten: erneutes Scheitern verboten

Kloten: erneutes Scheitern verboten

Für den EHC Kloten ist in der am Donnerstag beginnenden neuen Saison der Swiss League nur der Aufstieg gut genug. Einen solchen verhindern wollen in erster Linie Visp und Olten.

Agentur
sda
vor 2 Wochen in
Eishockey
Führt Trainer Jeff Tomlinson nach den Rapperswil-Jona Lakers auch den EHC Kloten zurück in die höchste Liga?
Führt Trainer Jeff Tomlinson nach den Rapperswil-Jona Lakers auch den EHC Kloten zurück in die höchste Liga?
KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Frage stellte sich für Kloten schon vor der vergangenen Saison. Die Zürcher verloren allerdings den Playoff-Final gegen Ajoie mit 2:4 Siegen. In diesem Jahr gibt es in der Swiss League noch einmal einen direkten Aufsteiger, falls der Meister die infrastrukturellen und wirtschaftlichen Kriterien für die höchste Liga erfüllt. Insofern heisst es für den Traditionsverein: erneutes Scheitern verboten.

Die Verantwortlichen der Klotener zogen die Konsequenzen aus der Enttäuschung und ersetzten Trainer Per Hanberg durch Jeff Tomlinson. Der Kanadier weiss, was es braucht, um aufzusteigen. Dies zum Leidwesen seines neuen Arbeitgebers, gewann er doch 2018 mit den Rapperswil-Jona Lakers die Ligaqualifikation gegen Kloten. Die Entscheidung fiel im siebenten Spiel in der Verlängerung. Überhaupt machte Tomlinson in den sechs Jahren bei den St. Gallern einen sehr guten Job. 2018 triumphierte er mit den Lakers im Cup, in diesem Frühjahr führte er die Rapperswiler völlig überraschend in den Playoff-Halbfinal der National League.

Damit es diesmal mit dem Aufstieg klappt, rüsteten die Klotener auf der wichtigen Goalie-Position auf. Sie verpflichteten von Lugano den einstigen Nationaltorhüter Sandro Zurkirchen. Dieser bildet mit Dominic Nyffeler ein sehr starkes Duo. Letzterer feierte in der vergangenen Qualifikation nicht weniger als zehn Shutouts, im Final brachte er es dann aber bloss auf eine Abwehrquote von ungenügenden 88,34 Prozent. Insofern ergibt das Engagement von Zurkirchen mehr als Sinn. Zudem dürfte der 33-jährige Flurin Randegger, der zuletzt unter Tomlinson bei den Lakers tätig war, eine klare Verstärkung in der Verteidigung sein.

Visp mit schwedischem Top-Duo

Alles klar also, was den Aufsteiger betrifft? Mitnichten. Visp hat mächtig aufgerüstet und ist auf dem Papier ein ernsthafter Konkurrent für Kloten. Vor allem das Ausländer-Duo kann sich mehr als lassen: Neu stürmen die Schweden Linus Klasen und Niklas Olausson für den Schweizer Meister von 1962. Ersterer spielte einst für Lugano und erzielte in 301 Partien 78 Tore sowie 202 Assists. Olausson war früher bei Biel tätig. Beide stossen von Lulea zu Visp und werden in der Swiss League wohl deutliche Spuren hinterlassen.

Die Verpflichtungen der Verteidiger Philip Ahlström (La Chaux-de-Fonds) und Giacomo Casserini (Ajoie) sowie der Stürmer Jewgeni Schirjajew (Olten) und Raphaël Kuonen (SCL Tigers) versprechen ebenfalls einiges. Sollte Visp tatsächlich den erwarteten Schritt nach vorne machen und Kloten herausfordern, wäre das umso brisanter, als ausgerechnet Hanberg bei den Wallisern neu an der Bande steht. Der Schwede würde seinem ehemaligen Arbeitgeber nur allzu gerne zeigen, dass die Absetzung ein Fehler war.

Olten will Verliererimage abstreifen

Ambitionen auf den Aufstieg hegt auch Olten, das seit dem Abstieg 1994 ununterbrochen in der zweithöchsten Liga spielt. Den Solothurnern haftet nach drei verlorenen Finals seit 2013 ein Verliererimage an. Die Ambitionen werden durch das Engagement von Lars Leuenberger als Trainer unterstrichen. Der 46-Jährige führte den SC Bern 2016 zum Meistertitel, nun soll ihm mit Olten das Gleiche in der Swiss League gelingen. Die Mannschaft ist auf dem Papier als stärker einzustufen als in der vergangenen Saison, in der die Oltner im Halbfinal an Kloten (2:4) gescheitert sind. Die Verantwortlichen holten einige Spieler mit Erfahrung in der National League wie Lukas Lhotak oder Eliot Antonietti.

Läuft alles normal, wird einer aus dem oben genannten Trio aufsteigen. Die Rolle als Spielverderber ist einzig Langenthal mit Sportchef Kevin Schläpfer zuzutrauen. Die Oberaargauer gewannen 2012, 2017 und 2019 den Titel in der zweithöchsten Liga. Weil sie jedoch 2019 auf die Ligaqualifikation verzichteten, wurden sie mit einer dreijährigen Aufstiegssperre belegt. Langenthal darf also erst ab der nächsten Saison wieder aufsteigen.

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