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Klubs beschliessen Erhöhung auf sieben Ausländer

Klubs beschliessen Erhöhung auf sieben Ausländer

Die National League sorgt mit der geplanten Ligareform seit Wochen für Schlagzeilen. Nun fassen die Klubs einen wichtigen Entscheid zur umstrittenen Erhöhung des Ausländerkontingents.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Eishockey
Spieler wie Berns Calle Andersson (vorne), ein Schwede mit Schweizer Lizenz, gelten ab der Saison 2022/23 in der National League als Ausländer
Spieler wie Berns Calle Andersson (vorne), ein Schwede mit Schweizer Lizenz, gelten ab der Saison 2022/23 in der National League als Ausländer
KEYSTONE/MARCEL BIERI

Die Anzahl der Ausländer in der National League wird ab der Saison 2022/23 von vier auf sieben erhöht, dazu zählen auch Ausländer mit Schweizer Lizenz ab dem 22. Altersjahr. Dies beschlossen die Klubvertreter im Rahmen einer Verwaltungsratssitzung der National League AG. Bislang hatte eine Erhöhung auf zehn Ausländer im Raum gestanden. Dagegen gab es von diversen Seiten grossen Widerstand.

In der kommenden Saison wird an der aktuellen Regelung mit vier Söldnern und einer unbegrenzten Zahl an Lizenz-Schweizern nichts geändert. Danach werden Ausländer mit Schweizer Lizenz nur noch bis zum Erreichen des 22. Altersjahrs den hiesigen Spielern gleichgestellt und belasten ein Calle Andersson (Bern) oder ein Ivars Punnenovs (SCL Tigers) das Ausländerkontingent. Die Verantwortlichen erhoffen sich dank dieser Regelung, dass die Lohnkosten gesenkt werden können.

Marc Lüthi, der CEO des SC Bern, bezeichnete die neue Lösung als «tipptopp in Kombination mit dem Financial Fairplay». Dessen Pendant bei den ZSC Lions, Peter Zahner, sagte: «Ich bin nicht glücklich, es ist ein Kompromissvorschlag, mit dem wir leben müssen.» Die Lions kämpften bis zuletzt gegen die Erhöhung der Ausländerzahl, dennoch kam die nötige Dreiviertel-Mehrheit zu Stande.

Überhaupt nicht begeistert ist Swiss Ice Hockey über das am Freitag verabschiedete «Reglement ausländischer Spieler in der National League». Patrick Fischer fand klare Worte: «Ich finde es gefährlich und ein schlimmes Zeichen für unsere jungen Spieler. Es ist ein trauriger Tag, der Entscheid ist überhaupt nicht im Sinn des Schweizer Eishockey.»

Fischers Ärger war umso grösser, als er die neue Ausländerregelung aus der Presse erfahren hat. Das stiess auch Nationalmannschafts-Direktor Lars Weibel sauer auf: «Dass wir als Verband nicht involviert wurden, ist absolut unverständlich. Die Ausländererhöhung ist für das Schweizer Eishockey eine Hiobsbotschaft.»

Fischer kann den Entscheid auch deshalb nicht nachvollziehen, weil abgesehen von den CEOs der Vereine der National League so ziemlich keiner für eine Erhöhung des Ausländerkontingents war. Bei einer Umfrage der Schweizer Spielergewerkschaft SIHPU sprachen sich 94 Prozent der Spieler gegen eine Veränderung der Ausländerregelung aus. Auch die Fans hatten ihr Meinung dazu klar kundgetan.

Sie hätten Grösse zeigen können, als sie merkten, dass ihre Idee von allen Seiten auf Ablehnung gestossen sei, fand Fischer. «Sie hörten jedoch auf niemanden.» Das Argument, dass es aktuell viele Lizenz-Schweizer gibt und deshalb die Auswirkungen auf die Schweizer Spieler gering sind, lässt er nur bedingt gelten: «Das federt es maximal ein bisschen ab.»

Fischer ist aber überzeugt, dass viele der Lizenz-Schweizer keinen Vertrag als Ausländer erhalten werden. Für ihn ist klar, dass nun noch mehr wichtige Eiszeit auf die Söldner verteilt wird. «Dabei haben wir schon jetzt Probleme, bei den Verteidigern und für die Center-Position genügend gute Spieler für die Nationalmannschaft zu produzieren.»

Jonas Hiller, der Präsident der Spielergewerkschaft, war zwar erfreut darüber, dass die Erhöhung geringer wie befürchtet ausfiel. Der frühere Top-Torhüter bemängelte aber, dass die Spieler nicht in den Entscheidungsprozess miteinbezogen worden seien. «Das ist für uns frustrierend und hinterlässt einen faden Beigeschmack», sprach er Klartext. «Die Spieler machen einen grossen Teil des Produkts aus. Wir wollen bei solchen Diskussionen zumindest dabei sein und unsere Standpunkte einbringen, was wir mehrmals versucht haben. »

Positiv findet Hiller, dass der Status Lizenz-Schweizer bis zum 22. Altersjahr beibehalten wird. «Das ist ein Schritt, der zeigt, dass diese Spieler respektiert werden. Wir werden nun aber sicher nochmals intern diskutieren, ob wir das so akzeptieren wollen.»

Die am Freitag verabschiedete Ausländerregelung ab der Saison 2022/23 wird ein Teil eines Gesamtpakets sein, über das gegen Ende März final entschieden wird. Weitere zentrale Punkte dabei sind das Financial Fairplay und die Ligazugehörigkeit - maximal sind 14 Teams in der National League vorgesehen. Gilt die Anzahl von sieben Ausländern auch, falls die höchste Liga einmal aus 14 Mannschaften bestehen sollte? «Nun sind es einmal sieben Ausländer. Wenn es einmal 14 Teams geben sollte, kann wieder darüber diskutiert werden, ob es einen mehr braucht oder nicht», sagte Lüthi. «Fürs Erste ist es eine gute Lösung.»

Bereits sicher ist, dass die laufende Meisterschaft vor dem Start der Weltmeisterschaft am 21. Mai beendet wird. Die Regular Season soll am 5. April zu Ende gehen. Der Beginn der Pre-Playoffs ist am 7. April vorgesehen, jener der Playoffs am 13. April.

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