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Playoffs oder nicht: Clubs wollen am Freitag entscheiden

Der Playoff-Start der beiden höchsten Eishockeyligen der Schweiz ist um mindestens zehn Tage verschoben worden. Wie soll es mit der Meisterschaft weitergehen? Darüber wollen die Verantwortlichen am Freitag befinden. Für HCD-Präsident Gaudenz Domenig stehen die Kosten im Zentrum.

Südostschweiz
Dienstag, 10. März 2020, 15:37 Uhr Eishockey
Wegen des Coronavirus drohen leere Stadien in den Playoffs der National League
Wegen des Coronavirus drohen leere Stadien in den Playoffs der National League
KEYSTONE/WALTER BIERI

In Sachen Schweizer Eishockey-Playoffs steht die Welt zurzeit still. Der ursprüngliche Start wäre am 7. März geplant gewesen. Wegen des vom Bundesrat verordneten Veranstaltungsverbots aufgrund des Coronavirus ist der Playoff-Start jedoch auf den 17. März verschoben worden. Natürlich betrifft auch den HC Davos, die momentane Nummer drei in der National-League-Tabelle. Durch die Verschiebung erhielten der HCD und 23 weitere National- und Swiss-League-Clubs Zeit, sich Gedanken zu machen, wie sie mit der Situation umgehen möchten. Am Dienstagvormittag haben sich die Clubs zusammen erneut mit der Ligaführung zu einer ausserordentlichen Ligaversammlung getroffen.

Wie es auf der Webseite der National League heisst, sind dabei verschiedene Szenarien in Bezug auf das weitere Vorgehen in der Meisterschaft diskutiert worden. Formelle Beschlüsse seien jedoch keine getroffen worden. Der weitere Verlauf des Spielbetriebs in den beiden höchsten Eishockeyligen sei vom Entscheid des Bundesrats abhängig, ob das bis am 15. März gültige Veranstaltungsverbot aufgehoben wird, weiter verlängert oder verschärft werde.

Definitiv entscheiden wollen die Liga- und Clubvertreter dann aber am kommenden Freitag. Sie werden sich am frühen Nachmittag in Ittingen zu einer weiteren ausserordentlichen Ligaversammlung treffen. Also nachdem bekannt sein wird, wie der Bundesrat weiter verfahren wird.

«Blödsinnige» Spiele in leeren Stadien

Bereits im Vorfeld des Treffens vom Dienstag erklärte Peter Zahner, Geschäftsführer ZSC Lions, gegenüber «tagesanzeiger.ch», dass es grundsätzlich drei Szenarien gebe: «Dass ab dem 17. März mit Zuschauern Playoff gespielt wird, dass in leeren Stadien gespielt wird oder dass die Saison abgebrochen wird.»

Auch die Verantwortlichen des HC Davos mussten über die Bücher gehen, um sich bewusst zu werden, wie der Schaden begrenzt werden kann. Als Schaden gelten vor allem die finanziellen Einbussen. Die Kosten pro Heim- und Auswärtsspiel stehen dabei im Fokus. Der HCD kommt aufgrund einer Saisonmiete auf rund 5000 bis 10’000 Franken pro Heimspiel ohne Zuschauer, wie der Tagesanzeiger schreibt. Andere Schweizer Clubs müssten mit 55'000 Franken rechnen.

Zusätzlich kämen für die Klubs auch noch Playoff-Prämien dazu, sowohl jene, die an die Spieler gehen, wie auch jene, die dank Sponsoren fliessen. Einer der wichtigsten Partner für die Clubs ist der TV-Partner UPC. Wie «tagesanzeiger.ch» erklärt, könnte es sein, dass UPC die Fernsehgelder kürzt, wenn die Playoffs nicht stattfinden.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig meint dazu: «Rein sportlich bin ich der Meinung, dass es blödsinnig ist, im leeren Stadion zu spielen.» Es sei am Ende aber eine finanzielle Entscheidung. Und auch eine, wie man die Partner behandle. «Vernunftmässig glaube ich, dass die Chance eher grösser ist, dass wir uns zum Weiterspielen entschliessen, als dass wir abbrechen». Diese Partnerschaft sei den Clubs wichtig, bringe viel Geld «und wir werden in Schwierigkeiten kommen, wenn wir nicht spielen.» (paa/rac)

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