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Nach 12 Spielen: Wie sich Niederreiter in Carolina schlägt

Der Bündner NHL-Spieler Nino Niederreiter blickt mit seinen Carolina Hurricanes auf einen guten Saisonstart zurück. Ihm selber läuft es indes noch nicht wie gewünscht.

Tobias
Kreis
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 11:25 Uhr Eishockey
Nino Niederreiter (links) im Spiel gegen die Calgary Flames.
KEYSTONE

Nach 12 Spielen stehen die Carolina Hurricanes in der der Eastern Conference der NHL auf Rang 4. Der Saisonstart ist geglückt für das Team des Bündners Nino Niederreiter. Für ihn selber verlief das erste Dutzend Spiele dagegen knorzig. Erst im elften Versuch erzielte Niederreiter sein erstes Saisontor – vergangenen Samstag beim 4:0-Sieg gegen Chicago.

Erst vier Tage alt: Das Video von Niederreiters erstem Saisontor

Niederreiter, vergangene Saison nach seinem Wechsel zu Carolina noch in 14 von 36 Spielen unter den Torschützen, fiel nach Beendigung der Durststrecke eine grosse Last von der Schulter. «In solchen Situationen beginnst du irgendwann, über viel zu viele Dinge nachzudenken – ich bin froh, habe ich dieses erste Tor endlich hinter mir», liess sich der 27-jährige Churer via «tagesanzeiger.ch» zitieren. Und weiter: «Dafür werde ich schliesslich bezahlt: dass ich skore.»

Weniger Torschüsse

Mit einer Minus-2-Bilanz und nur 5 Skorerpunkten (1 Tore/4 Assists) nach zwölf Spielen ist Niederreiter trotz kürzlich erfolgtem Tor-Debüt unterwegs Richtung unproduktivste Saison seit er NHL-Stammspieler ist. Auffallend ist, dass Niederreiter mit 1.92 Schüssen pro Spiel zu deutlich weniger Abschlüssen kommt, als noch vergangene Saison bei Carolina (2.86 Schüsse pro Spiel).

Obwohl Niederreiter teamintern aktuell nur der zehntbeste Skorer ist, scheint sein Status als Top-6-Stürmer in den ersten beiden Linien bis auf weiteres zementiert. Mit durchschnittlich 16:01 Minuten (21 Shifts pro Spiel) erhält er für einen Stürmer ausreichend Spielzeit. Seine regelmässigsten Linienpartner sind mit Sebastian Aho, Teuvo Teräväinen und Jordan Staal allesamt Top-Cracks.

Niederreiters Linienpartner und Verteilung der Eiszeit

Ein Grund dafür, dass sich Niederreiter unter Trainer Rod Brind’Amour auch mal unproduktivere Phasen leisten kann, ist, dass sich sein Wert fürs Team nicht nur an Toren uns Assists bemisst. Gerade bei anderen für den Spielausgang mitentscheidenden Parametern, die in sogenannten «Advanced Stats» ausgedrückt werden, ist der Bündner Stürmer häufig weit vorne anzutreffen.

Ein Beispiel: Mit einem durchschnittlichen Corsi-Prozentsatz von 59.3 Prozent tritt Niederreiter in dieser Saison so dominant auf, wie noch gar nie in seiner NHL-Karriere. Kommt ein Spieler in dieser Statistik auf über 50 Prozent, bedeutet dies, dass sein Team, sobald er auf dem Eis steht, häufiger in Puckbesitz als das gegnerische Team ist. Ein Wert von gegen 60 Prozent ist diesbezüglich herausragend.

Fazit nach dem ersten Dutzend Saisonspiele: Obwohl die Ausbeute an Skorerpunkten noch zu wünschen übrig lässt, ist Niederreiter einer der ersten Namen in der Aufstellung der Carolina Hurricanes. Und es ist wahrscheinlich, dass der Churer in den nächsten zwölf Spielen mehr als nur einen Treffer erzielen wird.

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