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«Büehli ist ein ‘Duracell Hase’»

Heute Dienstag gegen Fribourg-Gottéron stösst HCD-Urgestein Andres Ambühl in den exklusiven 1000er-Klub vor. Was ehemalige und aktuelle Weggefährten zum Spieler und Menschen Andres Ambühl sagen.

Roman
Michel
Dienstag, 15. Oktober 2019, 04:30 Uhr Weggefährten über Andres Ambühl
Läuft und läuft und läuft: Für Beat Forster ist Andres Ambühl ein «Duracell-Hase».

Patrick Fischer (ehemaliger Teamkollege beim HCD, heute Trainer im Nationalteam)

KEYSTONE

«Fast meine ganze Karriere hat mich Büehli irgendwie begleitet. Ich mag mich noch gut daran erinnern, als ich ihn erstmals auf dem Eis sah. Ich war damals Captain beim HCD, er war 16 Jahre jung und Schüler am Sportgymnasium in Davos. Ich merkte sofort: Hoppla, das ist eine Granate. Seine technischen Qualitäten und seine läuferischen Fähigkeiten waren unübersehbar. Ein, zwei Jahre später stiess er in die erste Mannschaft. Büehli spielt mit einer hohen Intensität, hat einen unglaublichen Spielwitz und kann das Spiel extrem gut lesen. Er lässt sich kaum in ein Schema drängen, braucht seine Freiheiten, um sich entfalten zu können. Später mit dem EVZ gegen ihn zu spielen, war immer mühsam, weil er so flink war. Ich tat es trotzdem gerne, weil er mich stets herausforderte. Obwohl er auch austeilen kann – Büehli war immer ein sehr fairer, respektvoller Gegner. Ich mag ihn auch, weil wir beide sehr ähnlich ticken. Sein spitzbübisches Lächeln ist einzigartig, genauso seine Freude am Hockey, auch nach so vielen Jahren noch. Ich glaube, dieser Spass ist der Hauptschlüssel dafür, dass er mit 36 Jahren noch immer auf so hohem Niveau spielen kann – national und international. Ich bin froh, einen solchen Spieler im Nationalteam zu haben.»

Beat Forster (ehemaliger Mitbewohner in Davos, heute EHC Biel)

«Büehli ist ein ‘Duracell Hase’, unermüdlich, immer Vollgas. Mit zehn, elf Jahren begegneten wir uns erstmals in Regionalauswahlen, in Davos spielten wir zehn Jahre in der ersten Mannschaft. Gut mag ich mich noch an den ersten Meistertitel 2002 erinnern, als wir in Zürich den entscheidenden Sieg holten. Bei der Meisterfeier in Davos war Büehli einer der ersten, der am Boden lag (lacht). In der Saison 2004/05 wohnten wir gemeinsam in einer WG. Neben dem Eis war Büehli eher ein ruhiger Typ, aber er hat von Haus aus eine Rohkraft, die man ihm nicht zutrauen würde. Vielleicht hat er diese von seinem Vater (Schwinger, d. Red). Als Verteidiger ist es nicht einfach, gegen solche Spieler zu spielen. In den Zweikämpfen merkst du sofort, ob die Kraft von Natur aus vorhanden oder ob sie antrainiert ist. 1000 Spiele, das ist schon eine starke Marke. Eine Marke, die nur Ausnahmespieler erreichen. Ein solcher ist Büehli zweifellos.»

Mathias Seger (Rekordspieler in der National League)

KEYSTONE

«Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der über so viele Jahre eine solche Energie aufs Eis bringt wie Büehli. So relaxed er neben dem Eis ist, so heiss ist er während der Spiele. Manchmal habe ich das Gefühl, er hat einen Puls von 20 – sobald er aber die Schlittschuhe anzieht, schnellt er auf 200. Büehli ist unglaublich clever, kann das Spiel ausgezeichnet lesen. Als Gegner war er ein ‘widerlicher Siech’, ein Wirbelwind, der sich nie geschlagen gab. Es war toll, durfte ich neben unserer gemeinsamen Zeit im Nationalteam auch bei den ZSC Lions drei Jahre mit ihm zusammen spielen und ihn privat kennenlernen. Er macht jede Mannschaft besser.»

Marc Gianola (HCD-Legende, heute CEO beim HCD)

KEYSTONE

«Büehli ist ein Bündner durch und durch. Ein Naturbursche, der immer 110 Prozent gibt. Bereits als er mit 16, 17 Jahren erstmals mit uns trainierte, sah man, welch grosses Talent er ist. Ich mag mich noch an den Tag erinnern, als ich erstmals näher mit ihm zu tun hatte. Das war 2001/02, seine erste ‘richtige’ Saison in der ersten Mannschaft. Zusammen mit Büehli hatte ich eine Autogrammstunde in einem Gartengeschäft in Filisur. Er hat gerade die Autoprüfung gemacht, und ich fragte ihn, ob er fahren wolle. Büehli war und ist auf dem Eis immer ein unermüdlicher Kämpfer, einer, der sich immer voll in die Dienste des Teams stellt. Daneben ist er ein ruhiger Zeitgenosse, der sich nicht in den Vordergrund drängt. Wenn es die Gesundheit zulässt, wird er bestimmt noch zwei, drei Jahre auf diesem Niveau weiterspielen.»

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