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Wie gut ist die HCD-Defensive?

Die Sportredaktion der Medienfamilie Südostschweiz blickt in einer vierteiligen Serie auf die Mannschaftsteile des HC Davos. Vertreter der Zeitungs-, TV-, Radio- und Online-Redaktion versehen diese mit Bewertungen von einem (=katastrophal) bis zehn (=meistertauglich) Steinböcken. In Teil 2 unter der Redaktions-Lupe: Die Verteidigung.

Südostschweiz
Dienstag, 10. September 2019, 04:30 Uhr Kaderanalyse Teil 2
Assistenztrainer Waltteri Immonen wurde geholt, um die HCD-Verteidigung zu stabilisieren.
KEYSTONE

Roman Michel (Zeitung Südostschweiz): 5/10 Steinböcke

167 Gegentore hat der HCD in der Qualifikation 2018/19 kassiert – so viele wie sonst nur Aufsteiger Rapperswil-Jona. Samuel Guerra und Lorenz Kienzle (beide von Ambri) sollen helfen, die Schiessbude der Liga zu verstärken. Vor allem Rückkehrer Guerra könnte eine prägende Rolle einnehmen – bei Ambri machte er zuletzt die beste Saison seiner Karriere. Und sonst? Vieles hängt von der Rückkehr von Magnus Nygren ab. Der Schwede ist mit seinen defensiven Qualitäten und seiner Erfahrung unverzichtbar. Dass er drei Monate ausfällt, ist ein harter Dämpfer.

 

Jan Zürcher (TV Südostschweiz): 6/10

Dass Davos vergangene Saison die statistisch schwächste Defensivabteilung der Liga hatte, unterstrich die Fehleranfälligkeit und Verunsicherung in der Bündner Verteidigung. Auch in dieser Saison sehe ich die Defensive als Herausforderung für den HCD, obschon mit Guerra und Kienzle zwei erfahrene Verteidiger zu den Bündner dazugestossen sind und für eine koordiniertere und stabilere Abwehr sorgen sollten. Besonders der Ausfall von Nygren wird den HCD in der so wichtigen Startphase der Saison mit Auswärtsspielen in Serie schwächen. Aber: Der neue Defensivcoach Waltteri Immonen hat einen grossen Erfahrungsschatz in der National League und kann die Davoser Defensive neu sortieren und wieder festigen.

 

Gian Andrea Accola (Radio Südostschweiz): 4/10

Lorenz Kienzle hilft. Er ist ein Spieler, den das Davoser Spiel dringend braucht. Er liest das Spiel gut, ist schnell und er spielt einen guten ersten Pass. Seine allerbesten Jahre liegen wohl trotzdem hinter ihm, Kienzle ist 31. Der womöglich langzeitige Verlust von Magnus Nygren wiegt in der Defensive zudem schwer. Félicien Du Bois muss in die Bresche springen, ist aber 35 und hat seit dem letzten Meistertitel mindestens einen Schritt an Tempo und vor allem an Sicherheit im Spielaufbau verloren. Bleibt zu hoffen, dass er in einem Vertragsjahr alles unternimmt, um sich eine Verlängerung zu verdienen. Es könnte seine letzte werden. Für Claude-Curdin Paschoud ist es ein wichtiges Jahr, hoffentlich kann er gesund bleiben. Hinter den genannten ist viel Potenzial, aber wenig erprobte Verlässlichkeit. Eine Verletzung hier oder da und die Defensive steht auf sehr dünnem Eis. 

 

Tobias Kreis (Südostschweiz Online): 5/10

Die Altersstruktur in der HCD-Hintermannschaft stimmt. Erfahrene Spieler wie Du Bois, Nygren oder auch bereits Paschoud werden von den talentierten Barandun, Buchli oder Heinen flankiert. Dass man mit Ambri-Piotta Grünschnabel Payr gegen den gestandenen Kienzle eintauschen konnte, ist für diese Saison kein Nachteil. Auch wenn der HCD-Verteidigung zusätzliche Qualität gut tun würde, hätte sie in Vollbestand sechs Steinböcke verdient. Da Leader Nygren und auch Buchli bis auf weiteres verletzt ausfallen, sind es aktuell aufgerundete fünf. Aber: Fehlende individuelle Klasse in einer Verteidigung kann mit einem funktionierenden System wettgemacht werden.

 

Redaktions-Total Verteidigung: 20/40

Redaktions-Total Goalies: 22/40 

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