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Läuft der Spengler Cup bald während der Meisterschaft?

Der HC Davos arbeitet an seiner Zukunft. In einem Interview äusserte sich Verwaltungsratspräsident Gaudenz Domenig über den Meisterschaftsunterbruch und die TV-Gelder rund um den Spengler Cup. Und hier könnte es schon bald gewichtige Änderungen geben.

Südostschweiz
Montag, 25. März 2019, 14:59 Uhr Spengler-Cup-Pause
Gaudenz Domenig, Verwaltungsratspräsident des HC Davos, spricht offen über die Zukunft des Spengler Cups.
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In einem Interview mit dem Eishockey-Magazin «Slapshot» sagte Gaudenz Domenig, dass der HC Davos mit dem Gedanken spiele, den Meisterschaftsunterbruch zwischen Weihnachten und Neujahr nicht mehr länger aufrecht zu erhalten. Das würde heissen, dass in der Altjahrswoche neben dem Spengler Cup auch Meisterschaftsspiele ausgetragen würden. «Wir prüfen diese Sache», bestätigte der Verwaltungsratspräsident des HC Davos auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Es gäbe zwei Szenarien. Aber noch seien diese nicht im Detail durchdacht und der HCD entsprechend nicht so weit, etwas Konkretes dazu sagen zu können, so Domenig.

Die Medienlandschaft habe sich in den vergangenen zehn Jahren massiv verändert und Inhalte hätten ein ganz anderes Gewicht bekommen. Aktuell scheint bezüglich den Spengler-Cup-Übertragungen und einer Meisterschaftspause alles offen, sagte Domenig im Interview mit «Slapshot» weiter.

«Das ergäbe einen schönen TV-Eishockeyabend»

Die Produktion war vor zehn Jahren noch eine riesige Herausforderung. Das sei heute anders. Wichtig ist Domenig die Exklusivität des Traditionsturniers. Und diese wäre auch mit einer parallel laufenden Meisterschaft nicht gefährdet. Nach den Liveübertragungen der Spengler-Cup-Spiele würde einfach auch noch eine Zusammenfassung der aktuellen Spielrunden ausgestrahlt. «Das ergäbe doch einen schönen TV-Eishockeyabend», so Domenig. Der Vorteil für den HCD: Die Entschädigung für die anderen National-League-Klubs würde ebenso wegfallen wie die Entschädigung für die Spieler des Team Canada und der HCD-Verstärkungsspieler. Das ist laut Domenig deutlich mehr als eine halbe Million Franken pro Saison.

Vor zehn Jahren habe der HC Davos die TV-Rechte für wenig Geld an SRF übertragen. Dafür erhielt der Traditionsverein eine sehr gute Produktion und die Liga hat während des Spengler Cups den Spielbetrieb ausgesetzt. Doch diese Pause musste der HCD den Klubs entschädigen, weil ihnen in der Ferienzeit publikumswirksame Meisterschaftspartien abhandenkamen.

Ob das so bleibt, darüber müsse man spätestens in einem Jahr ernsthaft diskutieren, sagt Domenig. 2022 laufen die TV-Verträge des Spengler Cups und auch diejenigen der Liga aus. Bisher erhielt die Liga mehr als 30 Millionen Franken für die TV- und Vermarktungsrechte. Davon gehen inzwischen rund zwei Millionen Franken an die Klubs. «Wir sind in einer sehr frühen Phase der Evaluation, öffnen den Fächer und schliessen jetzt einfach mal nichts aus», so Domenig. Dies auch, weil die TV-Rechte nach der Übernahme von UPC an Sunrise gehen werden und dabei offen sei, wohin dies führe.

Für Domenig ist in Zeiten von Replay-TV Live-Sport wichtiger denn je.

Aktuell plagen ihn aber ohnehin andere Sorgen: Am Dienstag steht sein HCD erstmals in einem Playoutfinal. In einer Best-of-7-Serie spielt der Rekordmeister gegen die Rapperswil-Jona Lakers um den Ligaerhalt. (phw)

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