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Die Geschichte soll sich nicht wiederholen, trotz einiger Parallelen

Dem HC Davos droht nach 26 Jahren ohne je die Playoffs verpasst zu haben der Abstieg aus der höchsten Schweizer Liga. Einer, der den letzten Gang in die damalige NLB miterlebt hatte, ist Daniele Paganini. Er erinnert sich 30 Jahre danach an die letzte grosse Seuchensaison der Davoser.

Südostschweiz
Montag, 25. März 2019, 04:30 Uhr Zum möglichen Abstieg des HCD

Etwas, das seit 25 Jahren undenkbar war, droht in diesem Frühling: der Abstieg des HC Davos aus der höchsten Schweizer Liga. Der Playout-Final gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers steht bereits fest, an mögliche Auf-/Abstiegs-Spiele gegen den NLB-Meister mag man gar nicht erst denken. Zu erfolgsverwöhnt waren die HCD-Fans seit dem Wiederaufstieg. Aber: wo ein Aufstieg nötig war, da muss es davor einen Abstieg gegeben haben. Radio Südostschweiz hat den ehemaligen HCD-Spieler Daniele Paganini getroffen und mit ihm über das Schreckgespenst Abstieg gesprochen. Denn Paganini weiss, wie das ist. Er war beim letzten Abstieg der Davoser 1989 auf dem Eis dabei.

30 Jahre liegen zwischen der aktuellen Seuchensaison und dem letztmaligen Abstieg aus der National League. Einige Parallelen zeigen sich in den Erzählungen von Paganini allerdings durchaus. «Wir waren bis dahin erfolgsverwöhnt, waren wir doch immer an der Spitze mit dabei», erinnert er sich. Umso brutaler sei der Abstieg dann tatsächlich auch gewesen. Erfolgsverwöhnt, das war der HCD zuletzt vor allem in den Nuller-Jahren, doch auch in den jüngsten Saisons ohne Meistertitel verpasste man die Playoffs nie. Vor der laufenden Spielzeit waren sich aber die Experten einig, dass in der Saison 2018/19 die Playoff-Qualifikation schwierig werden dürfte. Aus dem vermeintlichen Nichts wie 1989 kommt die aktuelle Krise also nicht.

Und auch die Gründe, warum es soweit gekommen ist, lassen sich, 30 Jahre auseinander liegend, vergleichen. «Der Kern der Mannschaft blieb über Jahre zusammen, wurde damit aber auch immer älter. Wahrscheinlich wurde der rechtzeitige Umbruch, eine Verjüngung, verpasst», sagt Paganini. Nun ist der HCD des Jahres 2019 nicht mehr der HCD der Nullerjahre, ein Umbruch hat stattgefunden, aber eben einer, der (noch) nicht wieder die Kader-Masse und -Klasse des letzten Jahrzehnts herbeigeführt hat.

Schlechte Stimmung und Teufelskreis

Viele, gerade negative Erinnerungen an jene Saison habe er inzwischen verdrängt, meint Paganini. Gut erinnern könne er sich aber an die Abwärtsspirale, in die sie geraten seien und die sich enorm schnell gedreht hatte.«Da machte man sich viele Gedanken, das Selbstvertrauen hat gelitten, man riskierte immer weniger und der Druck hat mehr und mehr zugenommen», sagt Paganini. Entsprechend gehemmt seien sie in die Spiele gegangen, so dass die Zuschauer das Gefühl bekamen, die Mannschaft würde nicht kämpfen. «Es war eine innere Blockade da.» Kein Wunder, verschlechterte sich die Stimmung in der Mannschaft bis sie nicht mehr aus dem Teufelskreis herausfinden konnte. Auch hier sind Parallelen zur aktuellen Situation nicht von der Hand zu weisen.

Ab dem 26. März geht es für den HC Davos um alles. Die vier bis sieben wichtigsten Spiele der Saison – wenn nicht gar der letzten Jahre – stehen an. Gegen die Lakers können die Davoser den Ligaerhalt sicherstellen. Uns sie steigen als Favorit in diese Playout-Serie. Anders als vor 30 Jahren ist Daniele Paganini für diese Spiele zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass das Szenario von 1989 nicht eintreten wird.»

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