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Niederreiter: «Eine spannende - aber keine einfache Zeit»

Der Churer NHL-Stürmer Nino Niederreiter ist es gewohnt, dass das Leben auf den Kopf gestellt wird. In einem Interview sprach er über den schnellen Wechsel an einen neuen Ort.

Südostschweiz
Samstag, 23. März 2019, 11:17 Uhr Eishockey
Sabres Hurricanes Hockey
Nino Niederreiter (rechts) jubelt im Dress der Carolina Hurricanes.
GERRY BROOME/KEYSTONE

Es gehört zum Geschäft in der besten Eishockey-Liga der Welt. Ein Telefon kann reichen - und man ist seinen Lebensmittelpunkt los. Diese Saison traf es Nino Niederreiter, der sich plötzlich nicht mehr bei Minnesota, sondern den Carolina Hurricanes wiederfand. In einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» gab Niederreiter tiefe Einblicke in das Leben als Vollprofi.

Die vergangenen Monate seien eine spannende - aber keine einfache Zeit gewesen. «Es gab schon im Sommer das Gerücht, dass ich getradet werden könnte. Das hatte ich immer im Hinterkopf. Und plötzlich war der Tag da», so Niederreiter im Interview. Viel Zeit blieb ihm nicht. Nach einem zehnsekündigen Telefongespräch mit dem General Manager von Minesotta habe es: «Danke für alles und viel Glück in Carolina.» Sein Flug an die neue Wirkungsstätte startete nur ein paar Stunden später. Die Koffer gepackt habe Niederreiters Familie, die gerade zu Besuch war. Niederreiter nutzte die Zeit, um zur Eishalle zu fahren und seinen Spind zu räumen. 

Kein Abschied von den Teamkollegen

Sportlich gesehen habe sich Niederreiter auf die neue Herausforderung gefreut. «Am meisten geschmerzt hat mich, dass ich nach sechs Jahren in Minnesota nicht die Zeit hatte, mich von meinen Freunden und Teamkollegen zu verabschieden. Beispielsweise hat mich mein ehemaliger Teamkollege Zach Parise angerufen und erzählt, dass ihn seine Frau geweckt hätte, als sie aus den Nachrichten von meinem Trade erfuhr. Er sagte, dass er mich vermissen werde», so Niederreiter im Gespräch mit der «Schweiz am Sonntag».

Mittlerweile ist der Churer Export bei Carolina angekommen. Er spüre das Vertrauen des Trainers - anders als noch in Minnesota. Auch seine neuen Teamkollegen hätten sich sehr bemüht, ihn schnell zu integrieren. «Es sind die kleinen Dinge, die mir zeigen, dass ich willkommen bin. Ich sitze beispielsweise im Flieger bereits am Kartentisch.»

Churer durch und durch

Auch wenn sich Niederreiter wohlfühlt in Raleigh, der Hauptstadt von North Carolina. Seine Heimat bleibe Graubünden. In Chur wolle er ein Haus bauen. Und: «Ich muss nur noch meine Freundin dazu bringen, in Chur zu wohnen. Sie kommt nämlich aus Zürich und lebt dort.» (men)

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