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Zug stiehlt den Lakers die Cupsieger-Feier

Allem Optimismus der Fans zum Trotz: Zug besiegte die Lakers im Eishockey-Cupfinal klar und deutlich mit 5:1. Die geplante Cupsieger-Feier fiel ins Wasser. Gefeiert wurde aber trotzdem, vor allem vor dem Spiel. Und obwohl die Lakers fast von Beginn weg einem Rückstand hinterhereilen mussten, brach die lautstarke Unterstützung nie ab. Am Ende feierten die Fans vor allem sich selber.

Daniel
Graf
Montag, 04. Februar 2019, 02:34 Uhr Eishockey
Den Lakers bleibt der zweite Cuptitel in Folge verwehrt.
MANUELA MATT

Die Vorzeichen für den gestrigen Cupfinal waren vielversprechend: Die SC Rapperswil-Jona Lakers hatten zwei Tage vorher gegen die ZSC Lions mit einem 4:1-Heimsieg zu überzeugen gewusst und mit dem langersehnten Sieg Selbstvertrauen getankt. Der EV Zug hatte parallel dazu gegen Ambri mit 3:4 nach Verlängerung verloren.

Entsprechend optimistisch war der Anhang der Lakers: Bereits Stunden vor dem Spiel marschierten Hunderte Fans mit Transparenten und unter Sprechchören zum Stadion. Dass der EV Zug in der Liga mit 81 Punkten mehr als drei Mal mehr Zähler auf dem Konto hat als die Lakers (26), tat der Zuversicht der Fans keinen Abbruch: «Der Cup ist eine andere Geschichte, wir haben gezeigt, dass wir in diesem Wettbewerb sehr schwer zu schlagen sind», war die einhellige Meinung einer Gruppe jugendlicher Fans. Sie stimmten sich rund eine Stunde vor dem Anpfiff mit einem Bier zu den Techno-Beats einer DJane im eigens für das Cupspiel aufgestellten Festzelt ein.

Als meisterlich darf die Choreografie bezeichnet werden, welche die Fans beim Einlaufen ihres Teams in die ausverkaufte St. Galler Kantonalbank Arena zeigten: Neben Glitzerpapier in den Klubfarben hatten sie ein grosses Transparent vorbereitet, auf welchem die Lakers in Form eines geflügelten Ungeheuers das kleine Zuger Schweinchen deutlich überragten. «Cup-Monster SCRJ» lautete der passende Slogan dazu.

Harmloses Cup-Monster

Bloss: Von einem SCRJ-Monster war auf dem Feld wenig zu sehen. Bereits nach vier Minuten lag das Heimteam 0:1 zurück, zur ersten Drittelspause war daraus gar ein 0:3-Rückstand geworden. Doch auch davon liessen sich die Fans nicht beirren: «Das reicht schon noch, jetzt dürfen wir einfach nicht das 0:4 kassieren», konstatierte eine junge Frau beim Bierholen in der Drittelspause.

Ihr Wunsch wurde erhört, den Lakers gelang im Mitteldrittel tatsächlich das Anschlusstor zum 1:3. Wenig später bekundeten sie Pech, als ein Schuss bloss die Latte traf. Und so kam es, wie es kommen musste: Zug erhöhte auf 4:1 und traf etwas mehr als zwei Minuten vor Schluss ins leere Tor zum 5:1-Endstand (Matchberichte Seiten 5 und 18).

So bewahrheitete sich eine alte Sport-Weisheit: «Wär d Goal nöd macht, bechunnt sie», sagte ein älterer Lakers-Fan nach Ende des Spiels. Die Enttäuschung hielt sich bei ihm in Grenzen: «Auch wenn wir verloren haben, die Stimmung war super und sehr friedlich.» Das sei heute ja leider nicht mehr selbstverständlich, konstatierte er.

Polizei zieht positive Bilanz

Gäbe es einen Pokal für die Fans, so hätte der Lakers-Anhang diesen verdient gehabt: Obwohl ihr Team das ganze Spiel über einem Rückstand hinterhereilen musste, riss der Support der Fans nie ab. Und auch als das Spiel vorbei war, wurden sie nicht müde, ihre Cup-Vizemeister zu feiern, als hätten diese nicht gerade eine 1:5-Klatsche hinnehmen müssen. Bis auf ein paar Bier-Becher, die in den gegnerischen Sektor flogen, waren während des ganzen Spiels auch kaum Anfeindungen der gegnerischen Fan-Lager auszumachen. Und auch der Zuger Anhang zündete nach dem Schlusspfiff zwar ein paar Pyros, Gefahr bestand aber zu keiner Zeit.

So zog denn auch Bertrand Hug von der Kantonspolizei St. Gallen rund zwei Stunden nach dem Spiel ein positives Fazit: «Die Busse des EV Zug konnten problemlos abfahren und Rapperswil-Jona ungehindert verlassen.» Vor und während des Spiels sei es ebenfalls zu keinerlei Problemen gekommen: «Die Polizei verzeichnete keine Einsätze, und wir sind froh, dass der Anlass absolut friedlich und problemlos über die Bühne gegangen ist.»

Einigen Fans war trotz verlorenen Spiels nach Feiern zumute. Dass sie dazu allen Grund hatten, zeigt die Aussage einer jungen Frau nach dem Spiel: «Als wir vor zwei Tagen gegen die ZSC Lions gewannen, wünschten uns ihre Fans viel Erfolg für den Cupfinal. Das zeigt doch, dass wir die Sieger der Herzen sind!»

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