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Neu sechs oder weiterhin vier Ausländer?

Wird das Ausländerkontingent in der National League erhöht? Am Wochenende hat sich auch der HC Davos zur Thematik geäussert. Der Rekordmeister kann mit beiden Varianten leben.

Südostschweiz
Montag, 22. Oktober 2018, 04:30 Uhr Eishockey
Torhüter Anders Lindbäck ist derzeit einer von vier Ausländern, die beim HC Davos eingesetzt werden dürfen.
KEYSTONE

Am 14. November entscheiden die Vertreter der zwölf National-League-Klubs über eine möglicherweise weitreichende Änderung: Sollen in der höchsten Liga weiterhin vier oder ab kommender Saison neu sechs Ausländer eingesetzt werden können? Die Idee ins Rollen brachte SC-Bern-CEO Marc Lüthi. Sein Klub machte einen entsprechenden Vorstoss.

Lüthi argumentiert wie folgt: Wir haben in der Schweiz keinen Spielermarkt, zu wenige sehr gute Spieler für zwölf Klubs. Mit ein Grund dafür sind die inzwischen 28 Schweizer, die in Übersee spielen.

Sieben Ja reichen

Je zwei zusätzliche Ausländer bei den zwölf Klubs brächten 24 neue Spieler in die Schweiz und damit Konkurrenz unter den Schweizer Spielern. Der starke Mann beim SC Bern geht davon aus, dass mit vier Top- und zwei «Billig»-Ausländern die Lohnsumme der Klubs gesenkt werden kann. Die Löhne der Schweizer in der dritten und vierten Linie sind aktuell teilweise ungemein hoch, einzelne Spieler sollen schon mal 300'000 Franken verdienen. Im Vertragspoker um die Nationalspieler Gregory Hofmann von Lugano oder Enzo Corvi von Davos, deren Verträge auslaufen, schreiben Medien von Angeboten um 700'000 Franken.

Am 14. November braucht es die Mehrheit der zwölf Klubvertreter, also sieben Klubs, die für die Änderung stimmen. Aktuell stellt sich auch der HC Davos hinter den Antrag, wie CEO Marc Gianola am Freitagabend bei MySports sagte. «Wollen wir das Niveau steigern und bessere Spieler machen, müssen wir die Möglichkeit haben, an der Qualität zu arbeiten», sagte Gianola in der Sendung Back Check.

Davos kann mit Ja und Nein leben

Die zahlreich abgewanderten Spieler würden Lücken aufzeigen, insbesondere bei Klubs mit kleineren Budgets. Das Beispiel des Ende vergangene Saison von Ambri-Piotta Richtung NHL ausgezogenen und inzwischen zurückgekehrten Michael Fora zeige, dass solche Abgänge bei kleineren Klubs grosse Lücken hinterlassen würden, so Gianola weiter.

Gianola äusserte sich zu verschiedenen Theorien, gibt dem Vorstoss aber nur geringe Chancen. «Viele Dinge müssen noch diskutiert werden», so Gianola. «Wir sind in einer Situation zwischendrin, wir haben kein Top-, aber auch kein ganz schlechtes Budget. Wir können mit beiden Lösungen leben. Am meisten profitieren würden die Klubs in der unteren Tabellenhälfte.»

Und was meint Ihr?

Vier oder sechs Ausländer in der National League?

Vier sind genug, wir sollten auch für die Nati schauen
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Sechs würde die Liga besser machen
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