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Nati künftig ohne Waidacher-Schwestern

Die Eishockey-Nationalteams der Frauen verfolgen hohe Zeile. In allen Auswahlen sind weiterhin zahlreiche Bündnerinnen mit dabei.

Südostschweiz
Samstag, 25. August 2018, 04:30 Uhr Eishockey
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Nina Waidacher (rechts) sorgt im Schweizer Nationaldress für Aufregung vor dem norwegischen Tor.
EDDY RISCH/KEYSTONE

Es ist nicht das erste Mal, dass sich mit dem Beginn eines olympischen Zyklus das Gesicht des Frauen-Nationalteams verändert. Nach den Rücktritten von Weltklasse-Torhüterin Florence Schelling, Christine Meier, Sara Benz und Anja Stiefel haben sich auch die Aroserinnen Monika und Nina Waidacher entschlossen, künftig nur noch in der Meisterschaft für die ZSC Lions zu spielen. Der Entschluss sei nicht einfach gewesen, sagen beide und machen berufliche Gründe dafür verantwortlich. «Die Erfahrungen und Erlebnisse mit der Nationalmannschaft waren eine Lebensschule für mich», erklärt Nina Waidacher. Und Monika Waidacher fügt bei: «Ich habe eine sehr interessante Zeit erleben dürfen und bin stolz, ein Teil des Teams gewesen zu sein. Nun ist es jedoch Zeit, meinen Platz einer jungen Spielerin zu überlassen.» Beide haben ihre letzten Nationalspiele in Pyeongchang bestritten und treten damit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ab.

Trotz der Abgänge und des damit verbundenen Verlusts an Erfahrung will die Schweiz weiterhin im Konzert der Grossen mitreden und den Abstand zu den Top-Nationen verringern. Nationaltrainerin Daniela Diaz und ihr Staff, dem neu Ex-Torhüterin Florence Schelling angehört, haben in ihren Analysen Rückstände im physischen Bereich ausgemacht. «Mit Talent allein kannst du international nichts mehr erreichen», hält Diaz fest. Deshalb stellt sie Werte wie eine Winnermentalität, den Charakter als Spitzensportlerin, den Fokus auf die bevorstehende Aufgabe und ein gesundes Selbstvertrauen in den Mittelpunkt der Entwicklung. «Heute entscheidet der Charakter und die Einstellung darüber, ob du dich zur Spitzenspielerin und Leaderin oder eben nur zur Mitläuferin entwickelst.»

Nach einer umfangreichen Off-Ice-Phase hatte Diaz für die vier August-Länderspiele von letzter Woche in Albertville gegen Frankreich praktisch zwei Teams aufgeboten. Vom Olympiakader waren nur noch zwölf Spielerinnen dabei – einige fehlen aus beruflichen Gründen, wie etwa die Puschlaverin Evelina Raselli. Zum Einsatz kamen dadurch zehn Spielerinnen aus dem aktuellen U18-Team, unter ihnen die 17-jährige Davoserin Anna Neuenschwander. Mit dabei waren aber auch die Aroserinnen Livia Altmann und Isabel Waidacher. Abwesend war dagegen die neue Chur-Torhüterin Vanessa Bolinger, die nach einer Knieverletzung mitten in ihrer MSL-Vorbereitung steht.

Nach zwei Länderspielen im Oktober gegen Deutschland ist das Frauen-Nationalteam im November Teil der Turnierserie der «Euro Hockey Tour» mit Finnland, Tschechien, Schweden, Russland und Deutschland.

Änderungen im U18-Programm

Auch das U18-Nationalteam erhält altersbedingt ein neues Gesicht – und ein neues Programm. Noch zwölf Spielerinnen mit WM-Erfahrung standen im Aufgebot von U18-Headcoach Steve Huard für das Vierländer-Turnier (GER, RUS, SWE) in dieser Woche in St. Gallen. Mit Anna Neuenschwander (Davos/ZSC Lions), Julina Gianola (Weinfelden/Davos) und Sarina Bardill (Wil/Prättigau) standen gleich drei Bündnerinnen im Einsatz. Auf dem Weg an die WM im Januar 2019 in Japan verzichtet die U18 nun auf weitere Länderspieltermine. Diese werden ersetzt durch eine Serie von acht Testspielen gegen Novizen-Top-Teams aus der ganzen Schweiz – unter anderem am 16. September in Scuol gegen Engiadina.

Auch U16 mit Neuausrichtung

Das U16-Team bestreitet unter der Leitung von Headcoach Tatjana Diener auf seinem Weg an die EM 2019 an diesem Wochenende in Huttwil einen Off- und On-Ice-Test. Für diesen sind die Bündnerinnen Macy Däscher (2004, Prättigau), Laura Lenz (2003, Lenzerheide), Sandra Schmidt (2004, Engiadina) und Ivana Wey (2006, Davos) eingeladen. Fortgesetzt wird die Vorbereitung des U16-Teams bis im April mit regionalen Stützpunkttrainings. Als einziger Länderspieltermin vor der EM bleibt der Women’s Cup im Februar im deutschen Selb im Programm.

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