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Späte Wende dank Mottet und Riat

Das zweitletzte WM-Vorbereitungsspiel des Eishockey-Nationalteams bringt wenig neue Erkenntnisse. Die Schweizer gewinnen in Riga gegen Lettland 2:1 nach Verlängerung.

Agentur
sda
26.04.18 - 21:36 Uhr
Eishockey
Patrick Fischer kann mit der Leistung in Riga nicht uneingeschränkt zufrieden sein
Patrick Fischer kann mit der Leistung in Riga nicht uneingeschränkt zufrieden sein
KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Partie bot wenig - ein Muster ohne Wert. Nach dem 3:0-Sieg in Biasca über Norwegen war Patrick Fischer der Meinung, die Richtung der Schweizer stimme, die Tendenz zeige nach oben. In Riga war davon zumindest im ersten der zwei Testspiele gegen Lettland nicht mehr viel zu sehen. Klar ist, dass es nur gut die Hälfte der Equipe von dieser Woche an die WM nach Dänemark schaffen wird.

Im Schweizer Spiel fehlte es an Tempo, an Engagement, an vielem. Die Leistungen von Absteiger Kloten in der Ligaqualifikation gegen die Lakers waren im Vergleich zum gestrigen Auftritt der Nationalmannschaft beherzt und leidenschaftlich.

Die erste Schlüsselszene der Partie ereignete sich bereits in der 6. Minute. Andris Dzerins profitierte von einem Abpraller von Leonardo Genoni und brachte Lettland früh in Führung. Diesem Goal liefen die Schweizer mehr als 40 Minuten lang erfolglos hinterher. Killian Mottet glich in der 47. Minute mit einem Weitschuss aus. Für Mottet war es das erste Länderspieltor. Damien Riat stellte 23 Sekunden vor Schluss der Verlängerung den Schweizer Sieg sicher.

Aber sonst? Das Team von Patrick Fischer agierte in Überzahl (4 Chancen) ungenügend. Ausserdem leisteten sich die Schweizer Strafen, die zu diesem Zeitpunkt niemand wollte: Simon Moser kassierte für ein Stockfoul zwei Strafminuten, als die Schweizer zu fünft gegen drei Letten Powerplay spielten. Und Joel Vermin musste auf die Strafbank, als sich sein Team bereits in Unterzahl befand. Und ein Fehler von Captain Raphael Diaz (Puckverlust als hinterster Mann) hätte beinahe die Partie entschieden, Rihards Bukarts traf für die Letten aber fünf Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit nur den Pfosten.

So aber resultierte für die Letten am Ende im siebenten WM-Testspiel die siebente Niederlage. Gegen Finnland (0:3 und 0:5), die Slowakei (1:4 und 1:4) und Norwegen (2:3 und 2:6) hatte Lettland klar verloren. Die Schweizer feierten im siebenten Spiel den vierten Sieg.

Nico Hischier kommt nicht

Fast wichtiger als das Spiel waren Abläufe hinter den Kulissen. Während der Partie wurde bestätigt, dass Jungstar Nico Hischier (19) von den New Jersey Devils keine Freigabe für die WM bekommt. Mit diesem Entscheid hatte der Schweizer Staff gerechnet. Nico (Hischier) sei noch jung, er werde sicher trotzdem bald eine wichtige Rolle in der Nationalmannschaft übernehmen, so Raeto Raffainer, der Nationalmannschafts-Direktor.

Nächsten Montag stösst neben den Akteuren von Lugano, ZSC Lions und Kloten dennoch ein Trio aus Übersee zum Schweizer Team. Sven Andrighetto (Colorado Avalanche), Mirco Müller (New Jersey Devils) und Dean Kukan (Cleveland Monsters/AHL) nehmen an der Weltmeisterschaft teil - Andrighetto zum zweiten Mal, Kukan schon zum vierten Mal, Müller erstmals.

Telegramm:

Lettland - Schweiz 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:1) n.V.

Riga. - 1800 Zuschauer. - Tore: 6. Dzerins (Bukarts) 1:0. 47. Mottet (Albrecht) 1:1. 65. (64:23) Riat 1:2. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lettland, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Lettland: Gudlevskis; Rubins, Batna; Siksna, Zile; Sotnieks, Freibergs; Cibulskis, Galvins; Skvorcovs, Jevpalovs, Razgals; Kalns, Pavlovs; Cipulis; Redlihs, Dzerins, Bukarts; Indrasis, Abols, Karsums.

Schweiz: Genoni; Geisser, Diaz; Loeffel, Genazzi; Untersander, Frick; Fora, Siegenthaler; Bodenmann, Corvi, Ruefenacht; Mottet, Haas, Rod; Moser, Riat, Vermin; Thürkauf, Albrecht, Scherwey.

Bemerkungen: Schweiz ohne Senn (Ersatztorhüter), Berra, Paschoud und Walser (alle überzählig). - Pfostenschuss Bukarts (59:55). - Powerplay-Ausbeute: Lettland 0/4; Schweiz 0/4.

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