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Die Davoser «Seuchen-Saison» in Zahlen

Der HC Davos blickt auf die schwächste Regular Season seit Langem zurück. Die Statistiken zeigen, wo der Schweizer Rekordmeister in den Playoffs Aufholbedarf hat.

Tobias
Kreis
Donnerstag, 08. März 2018, 04:30 Uhr Eishockey
Beim HC Davos war in dieser Saison einiges an Sand im Getriebe.
KEYSTONE

75 Punkte hat der HC Davos in der abgelaufenen Regular Season errungen – so wenige, wie nie zuvor seit der Einführung der 50 Spiele dauernden Qualifikation in der Saison 2007/08. Zwar qualifizierte sich der 31-fache Schweizermeister auch heuer problemlos für die Playoffs. Will das Team von Trainer Arno Del Curto ab Samstag und dem Beginn der Viertelfinalserie gegen Biel aber eine Chance haben, ist eine Steigerung zwingend.

Folgende Grafiken verdeutlichen, wo der HCD noch über Luft nach oben verfügt. (Quelle: sihf.ch)

75 Punkte lesen sich für einen Klub mit den Ansprüchen des HC Davos schlecht. Positiv ist indes herauszustreichen, dass sich die Bündner die ganze Saison aus dem Strichkampf fernhielten. Fünf Niederlagen aus den letzten sechs Qualifikationsspielen trüben die Bilanz.

Der Blick auf die Gegentor-Statistik liefert die Erklärung, weshalb Davos so wenige Punkte auf dem Konto hat. 

Auch die Entwicklung des «Penalty-Killings» gibt Anlass zur Sorge. 

Die alleinige Schuld bei den Davoser Goalies und Verteidigern zu suchen, wäre indes falsch. Auch bei der Offensivabteilung war häufig Sand im Getriebe. Die 134 erzielten Treffer sind absoluter Davoser Minusrekord, seit die Saison 50 Spiele dauert.

Solid war dagegen das Powerplay. Rund sechs Minuten Überzahlspiel benötigten die Davoser für einen Treffer. Zwar sind die Landwassertaler ligaintern in dieser Statistik nur die Nummer 7, im Vergleich zu den Vorjahren ist das aber in Ordnung.

Den einen oder anderen Zusatzpunkt verspielte der HCD im Penaltyschiessen. Von sechs Spielen, die im «Shootout» entschieden wurden, gewann Davos zwei. Mit nur fünf versenkten Penaltys in 26 Anläufen weisen die Bündner ligaweit den zweitschwächsten Wert auf.

Schliesslich musste der HC Davos auch in Sachen Matchbesucher Einbussen hinnehmen. Ob die Zahlen dieser Saison statistisch tatsächlich signifikant sind, oder ob der Rückgang im Bereich der statistischen Zufälligkeit anzusiedeln ist, lässt sich nicht eruieren. Fakt ist, dass die Davoser Fanszene nach der 2:7-Pleite im Cupfinal gegen die Rapperswil-Jona Lakers deutliche Worte ans Team gerichtet hatte. In den am Samstag in Biel beginnenden Playoffs liegt es nun an den Spielern, die Fans wieder unisono hinter sich zu vereinen. 

Fazit: Der HC Davos blickt auf die schwächste Qualifikation seit 1999/2000 zurück. Damals schaffte man den Sprung in die Playoffs auf Rang 7 nur knapp. Gelingt dem HCD eine Steigerung im Boxplay, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Ob die Landwassertaler ihre Probleme in der Defensive in den Griff und die Offensive in Schwung bekommen, oder ob diese Saison – immerhin fehlt mit Perttu Lindgren ein potenzieller Liga-MVP – schlicht und einfach die Qualität fehlt, wird sich in den Playoffs zeigen.

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