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Der HCD setzt ab sofort auf flexible Banden

Eine Saison bevor das Obligatorium in Kraft tritt, hat der HC Davos belastungsreduzierende Banden montiert. Diese sollen die Spieler besser vor Verletzungen schützen.

Tobias
Kreis
Donnerstag, 08. Juni 2017, 16:00 Uhr Eishockey
In Davos tut sich was in puncto Bandenthematik.
PHILIPP WYSS

Bereits eine zwischen 2006 und 2013 angelegte Studie des internationalen Eishockeyverbands hat gezeigt, dass mit flexiblen Banden, die bei Checks nachgeben und dadurch die Energie besser aufnehmen, die Anzahl Schulter- und Kopfverletzungen um mehr als ein Viertel verringert werden kann. Als Referenz dienten die vergleichsweise starren Banden der älteren Generation, die auch in der Schweiz nach wie vor Usus sind.

«Es sind harte Wände, die sich nicht bewegen.»

                                                                                                    Perttu Lindgren, Spieler HC Davos


«Es sind harte Wände, die sich nicht bewegen», charakterisierte der HCD-Finne Perttu Lindgren die Schweizer Banden im September 2016 in einem Brief an Swiss-Ice-Hockey-Präsident Marc Furrer. In diesem Brief drückte Lindgren sein Unverständnis über die Untätigkeit der Verantwortlichen aus. Zwar hatte der Verband für die Nationalliga-Klubs bereits damals flexible Bandensysteme ab der Saison 2018/19 für obligatorisch ausgerufen. Für Lindgren jedoch, der die NHL, Schweden und Finnland, wo die belastungsreduzierenden Banden schon seit mehreren Jahren eingesetzt werden, als Referenz heranzog, kommt die Umsetzung zu spät.

Aus Sicht des Verbands ist die Verzögerung, die potenziell auf Kosten der Athleten-Gesundheit geht, mit drei Hauptargumenten zu rechtfertigen:

  • Kosten: Bandensysteme der neuesten Generation kosten rund eine Viertelmillion Franken. Für die klammen Geldbeutel der Klubs oder Stadionbetreiber ist das ein ordentlicher Batzen. 
  • Beschaffungsengpass: Wie «blick.ch» im Februar 2017 berichtete, sind die Hersteller mit der Produktion neuer Banden überfordert. Gut möglich, dass bis zum geforderten Zeitpunkt gar nicht genug Systeme zur Verfügung stehen.
  • Verifizierung des Nutzens: In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), wollte Swiss Ice Hockey zunächst verschiedene Bandensysteme testen, um den Klubs eine Entscheidungshilfe für den Umrüstungsprozess anzubieten.    

Die Ende 2016 durchgeführte bfu-Studie hat gezeigt, dass alle getesteten belastungsreduzierenden Bandensystem in jeder Hinsicht der untersuchten Parameter besser als die Referenzbande abschnitten. Für den HC Davos offenbar Grund genug, die alten Banden bereits auf kommende Saison hin zu ersetzen.


Bisher verfügten erst Biel, Lausanne, Lugano und Bern über Banden der neueren Generation – nun auch der HC Davos:

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