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Auf den Spuren Wilhelm Tells

Wieder einmal stand die traditionelle Velotour der Männerriege Klosters auf dem Programm! Diesmal konnte das bewährte OK ohne Coronasorgen an die Planung dieses jährlichen Highlights gehen.

Klosterser
Zeitung
29.08.22 - 16:07 Uhr
Sport

Wie üblich verluden wir am Vorabend unseren treuen Drahtesel und das Gepäck in die Busse, genehmigten uns in der nahe gelegenen Kanonenbar eine Runde Bier und genossen die Vorfreude auf die kommenden drei perfekten Sommertage! Am frühen Freitagmorgen starteten 19 Radler und, eine Neuerung, die nette Dani Rassbach als Fahrerin des uns begleitenden Busses.

Auf Suworows Spuren

Nach kurzem Transfer nach Weesen zum Startort der Gruppe 1 konnte diese ihre Route ins Glarnerland und über den legendären Pragelpass in Angriff nehmen. Auch wenn der Kulminationspunkt dieses Passes nicht sehr hoch ist, wurde ihm mit seinen 1100, zum Teil sehr steilen Höhenmetern, ein gewisser Respekt gezollt! Respekt aber auch vor General Suworows Truppen, die im Zweiten Koalitionskrieg 1799 den Pass mit fast 20 000 Mann überquerten! Interessant: im Zweiten Weltkrieg wurden der Pragel- und Risetenpass (Weisstannental) mit Militärseilbahnen wintersicher ausgebaut! Hätten wir verladen können!?

Für die extrem steile Abfahrt runter ins Muotathal hatte uns Heini eindrücklich gewarnt und empfohlen, sicher und in genügendem Abstand zu fahren, um den vielen Schlaglöchern ausweichen zu können. Unten heil angekommen waren sichtlich alle froh, die steifen Finger ausschütteln zu können!

Vom grössten Urwald Westeuropas, dem Bödmerenwald, der im oberen Teil des Passes stockt, bekamen wir leider nicht viel mit.

Im «Wendyland»

Währenddessen radelte Gruppe 2 ab Einsiedeln unter der Führung von Pablo Giger dem Sihlsee entlang Richtung Oberybrig durch die Heimat Wendy Holdeners und weiter über die Ibergeregg nach Schwyz, wo sich die beiden Gruppen zum wohlverdienten Zmaränd zusammenfanden.

Wer nun dachte, es ginge auf kürzestem Weg nach Brunnen, unserem Basislager, hatte nicht mit der Kreativität unserer Leiter gerechnet, denn schliesslich absolvierte der Tross der diesjährigen Tour de Suisse bei ihrem identischen Etappenzielort Brunnen auch eine Zusatzrunde! So pedalten wir ohne Murren und frisch gestärkt rund um den Lauerzersee und dann in den Zielort Brunnen.

Dort bezogen wir müde aber glücklich unser Hotel mit Seesicht. Beim obligaten Briefing unserer Leiter sah man nur glückliche und zufriedene Gesichter! So spazierten wir bald gemütlich zu einem nahe liegenden italienischen Restaurant, wo wir ein wunderbares Nachtessen im Ambiente à la Italia geniessen durften! Einfach unschlagbar!

In der Hohlen Gasse

Tag 2 begann mit einem reichhaltigen Frühstück und bald waren beide Gruppen bereit zum Start der Samstagtouren. Während Gruppe 1 ihre Vier-Seen-Tour in Angriff nahm, durfte Gruppe 2 nach kurzem Einrollen ihre Bikes in Gersau auf die Fähre verladen und gemütlich nach Beckenried tuckern.

Gruppe 1 startete Richtung Sattel, um festzustellen, dass verschiedene Wege auf den Sattel führen; jedenfalls musste nach ein paar Hundert Metern zwanzigprozentigen Aufstiegs auf schmalem Betonpfad zur Umkehr gepfiffen und die geplante, aber auch steile Variante zum Sattel überwunden werden.

Von dort ging es in rassiger Fahrt entlang dem wunderschönen Ägerisee und weiter nach Sihlbrugg. Durch coupiertes Gelände mit toller Fernsicht in die Alpen näherten wir uns dem Zugersee, dem wir bis Immensee folgten, und uns bald unserem historischen Highlight näherten. So fanden sich die wackeren Eid- und Bikegenossen bald in der Hohlen Gasse wieder und lauschten den Ausführungen unseres Tourenleiters Heini!

Endlich erreichten wir eine Weile später die langersehnte Badi unten in Küssnacht, wo wir unsere Kohlenhydrat-Speicher auffüllen konnten, um anschliessend die steifen Glieder im warmen Küssnachtersee zu lockern. Auch das Zusammentreffen der beiden Gruppen gelang wieder perfekt, super Planung!

Die attraktive Rückfahrt entlang des Vierwaldstättersees wurde nur durch einen, den einzigen Platten des Wochenendes, unterbrochen, wobei diese Gelegenheit natürlich auch für einen längeren Beizenstopp direkt am See benutzt
wurde.

Beim Abendessen wurden wir mit einem leckeren Fischgericht verwöhnt und nach einem Schlummertrunk kehrte bald die wohlverdiente Nachtruhe ein.

Männerriege am Morgarten

Sonntagmorgen, und schon hiess es wieder, packen und die Schlussetappen mit Ziel Weesen in Angriff zu nehmen. Gruppe 2 folgte mit ihrem Besuch des Morgarten-Schlachtfeldes am Ägerisee den Spuren der alten Eidgenossen und weiter zum Zürichsee bis nach Weesen.

Für die Gruppe 1 hiess es wieder im Sattel Richtung Sattel, aber diesmal auf einer anspruchsvollen, aber schönen Veloroute. Für einen von uns wurde die Etappe wegen technischer Probleme zur Bewährungsprobe, die er aber bravourös meisterte, bravo Michi! – Über Einsiedeln und die Sattelegg erreichte auch die «Speedgruppe» Weesen am Walensee, wo wir alle zusammen gemütlich speisten und die drei schönen und erlebnisreichen Tage Revue passieren liessen. Bald schon verluden wir in die Busse und konnten den Heimweg antreten.

Perfekte Tour

Ein tolles Velowochenende liegt wieder hinter uns. Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei unserem OK mit Heini Boner, Pablo Giger und Patrick Grätzer recht herzlich bedanken! Schöne, angepasste und umsichtig geführte Touren liegen hinter uns und alle Teilnehmer kehrten wohlbehalten nach Hause!

Einen speziellen und herzlichen Dank auch an Dani Rassbach, die den Bus sicher chauffierte und immer zur rechten Zeit am richtigen Ort unsere gewünschten Utensilien bereithielt, einfach toll, danke Dani! Ein kräftiges Dankeschön auch an Johann Bardill von Gotschna Taxi für seine zuverlässigen Shuttles.

Nun freuen wir uns auf die «Grande Boucle MR» 2023 und widmen uns wieder dem Kerngeschäft, dem Turnen!

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