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Newcomer des Jahres gesucht

An der achten Bündner Sportnacht am Freitag, 14. Juni, steht mit der Biathletin Lea Meier, dem Langläufer Cla-Ursin Nufer sowie der Leichtathletin Annik Kälin ein Top-Nachwuchstrio zur Wahl zum Newcomer des Jahres. Wer setzt sich durch?

Jürg
Sigel
Samstag, 01. Juni 2019, 04:30 Uhr Bündner Sportnacht 2019
Lea Meier, Cla-Ursin Nufer und Annik Kälin stehen zur Wahl als Newcomer des Jahres.
COLLAGE SO

Vorschläge beziehungsweise Kandidaten gab es wie jedes Jahr einige. Drei Sportler hat der Bündner Verband für Sport (BVS) schliesslich für die Wahl des Newcomers respektive der Newcomerin des Jahres nominiert. Die Jury mit Thomas Gilardi und Stefan Caprez (beide BVS), René Weber (Leiter Sport «Südostschweiz»), Sabine Neuwirth (Leiterin Sportfachstelle der Stadt Chur), Thierry Jeanneret (Graubünden Sport) sowie Natalie Brägger (Migros Kulturprozent) darf nun bis am Freitag, 14. Juni, den Gewinner oder die Gewinnerin bestimmen. Jedes Jurymitglied schaue sich die Athleten genau an und werde danach sein Urteil abgeben, erklärt BVS-Präsident Gilardi.

Ein Blick zurück zeigt, dass bisher Nachwuchsathleten geehrt wurden, die später über die Kantonsgrenzen hinaus Bekanntheit erlangten: Snowboarderin Stefanie Müller (2012), Freeskierin Nina Ragettli (2013), Mountainbiker Andrin Beeli (2014), Freeskierin Giulia Tanno (2015), Skicrosserin Talina Gantenbein (2016), Mountainbiker Vital Albin (2007) und Freeskier Rafael Kreienbühl (2018). Sie alle haben nach ihrer Auszeichnung auch bei den Aktiven reüssiert. Alle waren stolz darauf, als Newcomer des Jahres an der Bündner Sportnacht dabeigewesen sein zu dürfen. Das gilt ebenfalls für die drei Nominierten in diesem Jahr.

Auch diesmal kommen die für den Nachwuchspreis vorgeschlagenen Lea Meier (Biathlon), Cla-Ursin Nufer (Langlauf) und Annik Kälin (Leichtathletik) aus unterschiedlichen Sportwelten. Das ist nicht zufällig, sondern der Beweis, dass in Graubünden nicht nur auf höchster Stufe, sondern auch beim Nachwuchs gute Arbeit geleistet wird.

Zwei Silbermedaillen in Sarajevo

Lea Meier, Biathletin aus Stels, stand vor sechs Jahren erstmals auf den Langlaufskis und wurde sofort in die Renngruppe der JO Davos aufgenommen. Die Erfolge stellten sich nicht schnell ein, sondern blitzschnell. Gleich in ihrer ersten Biathlonsaison verwies die ehemalige Kunstturnerin die Konkurrenz reihenweise auf die Plätze.
 

Die Stelserin Lea Meier gilt als eine der talentiertesten Biathletinnen des Landes. URS STEGER

Im vergangenen Februar trumpfte die am 2. März 2001 geborene Meier am Olympischen Festival der europäischen Jugend (EYOF) in Sarajevo schliesslich ganz gross auf. Ihre bemerkenswerte Bilanz: Sowohl im 6-km-Sprint als auch über 10 Kilometer (Individual Girls) sicherte sie sich die Silbermedaille. In der Mixed Relay gelang ihr als Achte ebenfalls eine sehr gute Klassierung. Diese Resultate durften allein deshalb nicht als selbstverständlich betrachtet werden, weil Meier zuvor lange an einer Verletzung laboriert hatte. «Gleichwohl stieg ich gut vorbereitet in die Wettkämpfe», gibt sie zu verstehen. Ein Erfolgsrezept war möglicherweise auch, dass «ich mich nicht zu sehr unter Druck setzte».

Schon jetzt freut sich Meier auf die Junioren-WM in diesem Jahr, findet diese doch in ihrem Heimatkanton, in Lenzerheide, statt. «Das wird speziell, der Höhepunkt der Saison», sagt Meier, die noch viele sportliche Ziele anvisiert. So will sie es langfristig ins Nationalkader von Swiss-Ski schaffen und sich einen Weltcupstartplatz sichern. Das sind realistische Vorgaben. Dass sie an der diesjährigen Bündner Sportnacht dabei sein darf und zu den drei Nominierten für die Auszeichnung «Newcomer des Jahres» gehört, bezeichnet Meier kurz und bündig als «etwas Grosses».

Podestplätze am Oympia-Festival

Cla-Ursin Nufer, mit viel Talent gesegneter Langläufer aus dem Bündner Oberland, blickt auf eine Saison mit «einigen unerwarteten Ergebnissen» zurück. Zu den Höhepunkten gehörten zweifellos die dritten Ränge (7,5 km, Mixed Relay 4x 5 km) am Olympischen Festival der europäischen Jugend in Sarajevo. «Damit hatte ich im Vorfeld nicht gerechnet», sagt der dem Skiclub Sedrun-Tujetsch angehörende Nufer. In den Rennen sei es ihm aber von Anfang an gut gelaufen. «Ich habe gespürt, dass etwas Grosses möglich ist.»

Dem Bündner Oberländer Cla-Ursin Nufer wird eine grosse Zukunft vorausgesagt. PRESSEBILD

Die beiden gewonnenen Bronzemedaillen sind für Nufer «ein Lohn für die harte Arbeit». Dafür belohnt wurde er auch an den U18- und U20-Schweizermeisterschaften, an denen er das Langdistanzrennen gewann und im Sprint sowie – zusammen mit Fadri Schmid – im Teamsprint jeweils auf den zweiten Platz lief. Lediglich drei Wochen Pause gönnte sich der am 1. September 2001 geborene Nufer nach der vergangenen Saison, wobei er selbst in dieser Zeit «nicht gänzlich auf einige Trainingseinheiten verzichtete».

Inzwischen befindet sich Nufer, der auf Juniorenstufe mehrere Erfolge vorzuweisen hat und dessen Ziel der Weltcup ist, bereits in der Vorbereitung für den nächsten Winter. Unterbrochen wird das Sommertraining am 14. Juni an der Bündner Sportnacht. «Dass ich nominiert wurde, gehört ebenfalls zu den unerwarteten Ereignissen. Die Nomination kam für mich überraschend. Nun freue ich mich, dabeisein zu dürfen. Es ist eine Anerkennung, die mich speziell freut.»

Von Rekord zu Rekord

Annik Kälin ist die aktuell herausragende Bündner Leichtathletin schlechthin. In der Freiluftsaison 2018 reihte sie Topresultat an Topresultat. Sie belegte unter anderem an der U20-WM im 7-Kampf den sechsten Rang, an der EM der Aktiven Platz 21. An den U20-Schweizermeisterschaften holte sie Gold (Weitsprung), Silber (Hürden) und Bronze (Speer). In Bregenz (Arge Alp) stellte sie im Weitsprung einen neuen U20-Schweizerrekord auf, was gleichbedeutend mit der Jahresbestweite der Aktiven war.

Die Mehrkämpferin Annik Kälin gehört zu den grössten Talenten der Schweizer Leichtathletik. KEYSTONE

Die glanzvollen Resultate erfuhren in der Hallensaison 2019 ihre Fortsetzung: U20-Gold im Weitsprung (Schweizerrekord), U20-Gold Hürden, U20-Gold 5-Kampf, Gold im Weitsprung bei den Aktiven, Bronze Hürden bei den Aktiven. Und Kälin reitet auch in der neuen Freiluftsaison auf der Erfolgswelle. Mitte Mai realisierte sie beim Mehrkampfmeeting in Landquart mit 5952 Punkten im Siebenkampf eine weitere persönliche Bestleistung und erfüllte die Limite für die U20-EM in Schweden. Kälin: «So früh in der Saison an die 6000 Punkte herangekommen zu sein, stimmt mich für den weiteren Saisonverlauf zuversichtlich.» Eine Woche später in Götzis folgten erneut drei persönliche Bestmarken – im Kugelstossen, Speerwerfen und über 800 Meter.

Annik Kälin, die am 27. April 2000 das Licht der Welt erblickte, darf sich in ihrer jungen Karriere über viele Erfolge freuen. Ebenso freut sie sich auf die Bündner Sportnacht, darauf, dass sie zu den Nominierten gehört. Wie für alle anderen ist es auch für sie eine grosse Ehre.

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