×

Stöckli will an die gute Saison 2018 anknüpfen

Mit einem Strassenrennen im französischen Rosenau startet Handbikerin Sandra Stöckli am Samstag in die neue Saison, für die sie grosse Ziele hat. Die Rapperswil-Jonerin will sich erneut für die WM qualifizieren. Zudem gilt es, Quotenplätze für Tokio 2020 herauszufahren.

Donnerstag, 18. April 2019, 08:48 Uhr Paracycling
Leidensfähig: Nur wer ab und zu über seine Grenzen gehe, könne diese verschieben, sprich Fortschritte erzielen, sagt Handbikerin Sandra Stöckli aus Rapperswil-Jona.
Bild zVg

Den Trainings nach zu urteilen, sei sie bereits sehr gut in Form, sagt Sandra Stöckli mit Blick auf die Saisonpremiere. «Da das Wetter im Herbst lange top war, konnte ich sehr viel Grundlagentraining machen. Im Winter investierte ich dann mehr denn je ins Krafttraining», berichtet die 33-Jährige. Im Frühjahr absolvierte sie zudem zwei Trainingslager, eines in den Vereinigten Arabischen Emirate, eines auf Mallorca, das erste mit Velofahrern, das zweite mit ihrem Mann. «Die Velofahrer forderten mich extrem. Aber das ist gut so. Um weiterzukommen, muss man seine eigenen Grenzen verschieben.»

Die Folge des intensiven Trainings: Stöckli hat deutlich an Muskelmasse zugelegt. So sehr, dass zwei ihrer letztjährigen Trikots darob rissen.

Mehr Rennen denn je

Als Einstieg in die Wettkampfsaison hat sich die Handbikerin des VC Eschenbach den Frühjahrsklassiker im französischen Rosenau ausgesucht. Ein Strassenrennen auf Europacup-Level. Da neben ihr auch viele weitere Weltklasseathletinnen am Start sein werden, dürfte es ein sehr aufschlussreicher erster Formtest sein. Mehr als der Rang steht für Stöckli aber im Vordergrund, wieder in den Rennrhythmus zu kommen. Zudem geht es darum, das Material zu testen. «Ich habe im Winter kleine Änderungen vorgenommen. Nun bin ich gespannt, wie es sich im Wettkampf bewährt», erklärt sie.

Danach geht es Schlag auf Schlag. An den beiden folgenden Wochenende wird sie in Italien jeweils Doppeleinsätze bestreiten (Zeitfahren und Strassenrennen). Am 10./11. und 16./18. Mai steht dasselbe Programm auf Stufe Weltcup an, in Italien und Belgien.

Insgesamt sind nicht weniger als 21 Wettkämpfe auf Stöcklis provisorischer Saisonplanung aufgeführt. Mehr denn je. Der Grund: Bereits dieses Jahr gilt es, Quotenplätze für die Paralympics von 2020 in Tokio herauszufahren. Um die persönliche Qualifikation geht es dann Anfang 2020. «Tokio 2020 ist das grosse Fernziel», gesteht Stöckli, die 2016 in Rio ihre Paralympics-Premiere erlebte. Als Achte im Strassenrennen sicherte sie sich damals ein Olympisches Diplom, im Zeitfahren wurde sie Zehnte.

Knacknuss WM-Limite

Nicht in Stöcklis Rennkalender figuriert aktuell die Paracycling-WM von Mitte September im holländischen Emmen. «Bewusst», sagt Stöckli, «denn zunächst gilt es sich zu qualifizieren.» Und dies sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Denn das Feld im Weltcup sei zwar klein, aber die Leistungsdichte enorm hoch. «Eigentlich kann jede, die am Start ist, auch gewinnen», sagt die Profisportlerin, die seit 2014 auf die Karte Handbike setzt, nachdem sie zuvor in der Leichtathletik als Rollstuhlfahrerin unterwegs gewesen war. Um die WM-Limite zu schaffen, müsse darum quasi alles zusammenpassen.

Doch Stöckli traut sich das zu. Zuversicht schöpft sie aus der vergangenen Saison. Nachdem sie 2017 wegen gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage gewesen war, ihr eigentliches Niveau abzurufen, das ihr in den Jahren davor neben dem Olympia-Diplom mehrere Weltcup-Podestplätze eingetragen hatte, ging es 2018 wieder aufwärts. An der WM erreichte sie die Ränge 5 (Strasse) und 6 (Zeitfahren). Und zum Abschluss wurde sie hervorragende Zweite beim Berlin-Marathon. «An diesen tollen Resultaten will ich nun anknüpfen – und sogar noch einen draufsetzen.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden