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Drei Talente im Rampenlicht

Stephanie Jenal, Rafael Kreienbühl und William Reais stehen als Bündner Newcomer des Jahres zur Wahl. Am 8. Juni wird der Gewinner geehrt.

Jürg
Sigel
Samstag, 12. Mai 2018, 04:30 Uhr Bündner Sportnacht 2018
COLLAGE SO

Vorschläge respektive Kandidaten gab es einige. Drei Sportler hat der Bündner Verband für Sport (BVS) schliesslich für die Wahl des Newcomers beziehungsweise der Newcomerin des Jahres nominiert. Die Jury mit Remo Cavegn und Stefan Caprez (beide Bündner Verband für Sport), René Weber (Leiter Sport Somedia), Andrea Stadler (Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement), Thierry Jeanneret (Graubünden Sport) sowie Natalie Brägger (Migros Kulturprozent) darf nun den Gewinner bis am Freitag, 8. Juni, bestimmen. Jedes Jurymitglied werde sich die Athleten genau anschauen und sein Urteil abgeben, erklärt BVS-Präsident Remo Cavegn.

Ein Blick zurück zeigt, dass bisher Nachwuchsathleten geehrt wurden, die später über die Kantonsgrenzen hinaus Bekanntheitsgrad erlangten: Mountainbiker Vital Albin (2017), Skicrosserin Talina Gantenbein (2016), Freeskierin Giulia Tanno (2015), Mountainbiker Andrin Beeli (2014), Freeskierin Nina Ragettli (2013) und Snowboarderin Stefanie Müller (2012). Alle haben nach ihrer Auszeichnung auch bei den Aktiven reüssiert.

Auch in diesem Jahr kommen die für den Nachwuchspreis vorgeschlagenen Stephanie Jenal (Ski alpin), Rafael Kreienbühl (Freeski) und William Reais (Leichtathletik) aus unterschiedlichen Sportwelten. Das ist nicht zufällig, sondern der Beweis, dass in Graubünden nicht nur auf höchster Stufe, sondern auch beim Nachwuchs gute Arbeit geleistet wird.

William Reais, Leichtathlet aus Chur, galt im Sommer 2015 noch als Rohdiamant. Durch Zufall war er, der bisher bei Chur 97 Fussball gespielt hatte, zur Leichtathletik gekommen. Eine Mitschülerin hatte ihn zu einem Probetraining beim BTV Chur ermuntert. Dann ging alles ganz schnell. Bereits in seinem ersten respektive zweiten Wettkampfjahr brach er die uralt Bündner Rekorde über 200 und 100 Meter. An den Schweizer Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in St. Gallen gewann Reais in den Nachwuchs-Kategorien Gold über die 60-Meter-Sprint-Distanz sowie über 200 Meter. Reais, der seit Oktober 2017 beim renommierten Leichtathletikclub Zürich (LCZ) trainiert, aber nach wie vor für den BTV Chur startet, hat bereits den nächsten Grossanlass im Visier. An den U20-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere will der 19-Jährige im Juli im zweiten Anlauf auf internationalem Parkett glänzen.

William Reais wird eine grosse Sprint-Karriere zugetraut. YANIK BÜRKLI

Stephanie Jenal, Skirennfahrerin aus Samnaun, vermochte sich auf Junioren-Stufe bereits im Winter 2016/17 ganz vorne zu klassieren. In der vergangenen Saison schaffte sie dies nun auch auf der internationalen Bühne. An der Junioren-WM in Davos sicherte sich Jenal im Februar die Bronzemedaille im Super-G. Speziell war ihre Vorbereitung: 24 Stunden vor dem ersten WM-Rennen hatte sie am Sportgymnasium Davos noch die Schulbank gedrückt. Zwei Medaillen holte die Engadinerin auch an den letzten Junioren-Schweizermeisterschaften – Gold in der Kombination sowie Bronze im Super-G. Zudem wurde sie Zweite im Super-G und Dritte im Riesenslalom. Mit dem elften Riesenslalomrang im spanischen Molina gelang Jenal im März ihr bisher bestes Europacup-Resultat. Nun will sich die 20-Jährige, die soeben den Sprung vom C- ins B-Kader von Swiss-Ski geschafft hat, voll auf den Skirennsport konzentrieren – und vielleicht bald im Weltcup zu debütieren.

Stephanie Jenal hofft auf eine erfolgreiche Weltcup-Karriere. KEYSTONE

Rafael Kreienbühl, Freeskier aus Davos, nahm im Februar in Südkorea erstmals an Olympischen Spielen teil und klassierte sich bei seiner Premiere in der Halfpipe im 19. Rang. Auch im Weltcup debütierte Kreienbühl im vergangenen Kalenderjahr, und dies in Tignes (Frankreich) mit dem achtbaren 15. Rang, womit er sich für die Weltmeisterschaft der Elite in der Sierra Nevada qualifizierte. Dort belegte er im März 2017 Platz 14. Den Höhepunkt erreichte Kreienbühl damals im selben Monat mit dem Junioren-WM-Titel in der Halfpipe. Schliesslich wurde der am 10. Juni 19 Jahre alt werdende Athlet an den Schweizer Meisterschaften der Elite in Laax Dritter. Sein Bestresultat im Weltcup war in der vergangenen Saison der fünfte Platz in Secret Garden (China). Im Europacup stand Kreienbühl im Winter 2017/18 in allen drei Rennen auf dem Podest. Einem dritten und zweiten Rang folgte im März der Sieg in Laax.

Rafael Kreienbühl hat bereits Olympia-Erfahrung. IOC

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