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Warum die neuen Capricorn-Züge noch nicht fahren

In verschiedenen Bahnhöfen und Gleisfeldern stehen die neuen Triebzüge der RhB – in Betrieb scheinen sie noch nicht zu sein. Das täuscht aber. Trotzdem dauert es noch eine ganze Weile, bis die Capricorn-Flotte komplett ist.

Simone
Janz
Sonntag, 28. Juni 2020, 04:30 Uhr Intensive Testphasen nötig
Rhätische Bahn RhB Capricorn Triebzug Bahnhof Landuqart
Die Betriebserprobung für den ersten Capricorn-Triebzug findet auf der Strecke zwischen Landquart und Davos statt.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Im Bahnhof Felsberg steht einer, in Landquart und im Bahnhof Chur sind auch immer mal welche zu sichten – fahren sieht man sie nicht. Die Rede ist von den neuen Capricorn-Zügen, die sich die Rhätische Bahn (RhB) angeschafft hat. Gänzlich unberührt stehen sie da, vergessen auf dem Abstellgleis, nigelnagelneu. Der erste Schein trügt. Die Züge stehen da nicht einfach nur rum, sie befinden sich in der Inbetriebnahme, sagt RhB-Mediensprecherin Yvonne Dünser.

Und das dauert. Bereits vor etwa einem Jahr sei der erste Capricorn-Triebzug zur RhB nach Landquart überführt worden, sagt Dünser. Gebaut von Stadler Rail, fabrikneu, also quasi fertig. Aber erst letzte Woche fuhr Zug Nummer 3111 dann mit grossem Tamtam und versammelten Medien von Landquart nach Filisur, es war seine Premierenfahrt. Dazwischen ist viel passiert. Zuerst wurde, wie immer bei der Auslieferung von neuen Zügen, mit der sogenannten statischen Inbetriebssetzung begonnen. In dieser Phase wird zum Beispiel getestet, ob die Energieversorgung via Fahrleitung richtig funktioniert sowie ob die Traktionsfähigkeit, also die Übertragung der Zugkraft auf die Schienen, den Wünschen entspricht.

Dann geht es ans Finetuning. Dieses dauere Monate, sagt Dünser. Komponenten wie Software, Bremsen, Klimaanlagen, Aussentüren und Rollstuhltauglichkeit müssten nämlich getestet werden. Bevor der Zug kommerzielle Passagiere auch nur testweise befördern darf, braucht er die entsprechende Zulassung, die das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt. Die Tests für diese Zulassung macht die RhB gemeinsam mit dem Hersteller Stadler.

56 Triebzüge müssen noch in Betrieb genommen werden

Der Capricorn-Zug, der seit letzter Woche unterwegs ist, hat dieses Prozedere bereits hinter sich. Seit letzter Woche fährt er fahrplanmässig zwischen Landquart und Davos. Nächste Woche wird er aber wieder aus dem Verkehr genommen. Gemäss RhB-Sprecherin Dünser muss die RhB dann nochmals über die Bücher und unter anderem jene Probleme beheben, die während der Testphase mit Passagieren aufgetreten sind.

So wie Zug Nummer 3111 geht es allen 56 restlichen Fahrzeuge, die Stadler der RhB ab August ausliefert. Sie sollen im Vier-Wochen-Rhythmus ausgeliefert und nach und nach in Betrieb gesetzt werden – mit Tests, entsprechender Zulassung und finalem Probebetrieb. Bis die komplette neue Flotte auf dem Bündner Schienennetz unterwegs ist, wird es also noch eine Weile dauern.

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Diese Capricorn Züge sind das letzte was Stadler Rail je gebaut hat denn diese 3 Tritte zum einsteigen
ist für ältere Läute Katastrophal. und die blöden Tische in der Mitte sind sehr unpraktisch.
Freundliche Grüsse an die RhB. Büga Besitzer der RhB