×

Zu schnell und zu trickreich: US-Boys vermiesen den Davosern den Spengler-Cup-Auftakt

Die erste Überraschung dieses Spengler Cups ist Tatsache. Leider aus Davoser Sicht betrifft diese den Gastgeber. Gegen die stark aufspielenden US-Studenten ziehen die Landwassertaler den Kürzeren und verlieren mit 3:5.

Stefan
Salzmann
27.12.25 - 22:01 Uhr
Regionalsport
In grossen Schwierigkeiten: Die Spieler des HC Davos wehren sich mit Händen und Füssen, können die Niederlage gegen die US-Boys aber nicht abwenden.
In grossen Schwierigkeiten: Die Spieler des HC Davos wehren sich mit Händen und Füssen, können die Niederlage gegen die US-Boys aber nicht abwenden.
Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Das Spiel

Achtung, fertig, los. Was man sich als Heimfan gerne vom HC Davos bei dessen ersten Spengler-Cup-Auftritt wünschen würde, kommt vom Gast: den US Collegiate Selects. Ein hochtalentierter, zusammengewürfelter Haufen an Studierenden, die am Vortag dem Team Canada noch knapp 2:3 unterlegen waren. Bereits in der dritten Minute muss HCD-Torhüter Sandro Aeschlimann ein erstes Mal hinter sich greifen. Im hohen Slot wird der US-Amerikaner Quinn Finley von hinter dem Tor angespielt. Er bringt seine Farben in Führung.

Die Davoser Reaktion auf den frühen Gegentreffer? Sie bleibt aus. Immer wieder hat der HCD mit dem schnellen Umschaltspiel der US-Amerikaner Mühe. Im SRF-Interview wird HCD-Verteidiger Lukas Frick nach dem ersten Drittel sagen: «Sie haben brutal schnelle Flügel. Wir müssen schauen, dass wir dieses wilde Hin und Her abstellen können.» Denn genau dies geschieht auch im weiteren Verlauf des Startabschnitts. Zwar haben auch die Landwassertaler die eine oder andere Gelegenheit, mit 15 zu 11 Abschlüssen haben die US-Amerikaner in diesem offensiv geprägten Spiel aber mehr von den ersten 20 Minuten.

Der Mittelabschnitt ist keine zwei Minuten alt, da muss Aeschlimann zum zweiten Mal hinter sich greifen. Dieses Mal steht ein Puckverlust von HCD-Stürmer Filip Zadina am Ursprung eines schnellen Gegenstosses, welchen Matthew DiMarsico zur 2:0-Führung verwertet. Der HCD-Schlussmann wird dabei zwischen den Beinen erwischt. Doch die Davoser haben den Weckruf gehört. Keine Minute später drückt Yannick Frehner eine frei liegende Scheibe über die Linie und lässt die Davoser und mit ihnen den Grossteil der Fans im Eisstadion jubeln. Es ist die perfekte Antwort in weniger als 60 Sekunden.

Gleiches wiederholt sich gegen Ende des Mitteldrittels. Dieses Mal legen die Davoser in der Person von Sven Jung vor, welcher mit einem Hammer ins Lattenkreuz von der blauen Linie aus in Unterzahl zum 2:2-Ausgleich trifft. Doch auch hier schütteln sich die US-Amerikaner einmal kurz und dürfen keine Minute später erneut jubeln. DiMarsico macht sich mit seinem zweiten Treffer zum Doppeltorschützen.

Dass es die US-Amerikaner auch in Überzahl können, zeigen sie gleich zu Beginn des Schlussdrittels. Eine schöne Kombination findet den frei einschussbereiten Finley, der sich wie Teamkollege DiMarsico zum Doppeltorschützen macht. Keine Minute später braucht es eine starke Aktion von Aeschlimann, der mit dem linken Beinschoner abwehren kann, damit die Davoser in dieser Partie drin bleiben. Und es kommt kurz darauf noch besser. Bei einem schnellen Gegenstoss wird Verteidiger Michael Fora lanciert, welcher mit einem satten Abschluss den 3:4-Anschluss herstellt.

Die Hoffnung ist zurück, der Davoser Druck endlich da. Doch trotz aller Bemühungen und der einen oder anderen grossen Möglichkeit gelingt den Landwassertalern kein Treffer mehr. Hilfreich ist auch nicht, dass HCD-Stürmer Simon Knak kurz vor Schluss eine grosse Strafe fasst und wegen eines Checks gegen den Kopf des Gegners unter die Dusche geschickt wird. Diese nutzen die US-Boys zum verdienten 5:3-Sieg. Mit einer aus Davoser Sicht enttäuschenden Niederlage geht der Spengler-Cup-Auftakt für den Gastgeber gehörig in die Hosen.

Das gab zu reden

Nicht sechs, nicht sieben, nicht acht, sondern gleich neun ausländische Verstärkungsspieler stehen im Line-up des HC Davos an diesem ersten Spengler-Cup-Abend. Keine Berücksichtigung finden deshalb junge Stürmer wie Rico Gredig oder Julian Parrée.

Am lautesten wird es im Stadion nicht während dem Spiel, sonder davor. Der Grund? Auf dem grossen Videowürfel wird HCD-Legende Andres Ambühl eingeblendet. Ins Gespräch mit SRF-Experte Marc Reichert vertieft, nimmt er nach einigen Sekunden den lautstarken Applaus des Publikums gerne entgegen. Das Gleiche wiederholt sich während des Mitteldrittels mit dem Zusatz, dass die Fans auch noch kurz «Büeli»-Sprechchöre anstimmen. Der Gefeierte nimmts mit einem Lächeln zur Kenntnis.

Andres Ambühl: Als die HCD-Legende eingeblendet wird, wird es im Davoser Eisstadion laut.
Andres Ambühl: Als die HCD-Legende eingeblendet wird, wird es im Davoser Eisstadion laut.
Bild: Melanie Duchene / Keystone

Die Top 3 des HCD

Sandro Aeschlimann: Obwohl der HCD-Torhüter fünf Mal hinter sich greifen muss, vereitelt er weitere Top-Chancen der starken US-Amerikaner. Dies zeigt auch ein Blick auf die Schussstatistik, die sich folgendermassen liest: 38 Abschlüsse für die US-Boys, 32 für die Davoser.

Sven Jung: Im Vergleich zum einen oder anderen Teamkollegen in der Verteidigung bleibt Sven Jung in seiner Kernkompetenz ohne Fehl und Tadel. Und weil er auch offensiv in Erscheinung tritt und im Mitteldrittel trifft, gehört er zu den drei Besten im Davoser Line-up. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich hat es in sich. Von der blauen Linie aus zieht er stramm ab und trifft wunderbar ins Lattenkreuz. In jenem Moment stehen die Davoser wegen einer Unterzahl gar nur zu viert auf dem Eis.

Michael Fora: Einmal copy paste. Was für Jung gilt, gilt auch für Michael Fora. Defensiv ohne gröberen Fehler, offensiv mit dem zwischenzeitlichen 3:4-Anschlusstreffer. So schafft es der Tessiner in die Top-3-Auswahl. 

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Regionalsport MEHR