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US-Ingenieur gesteht versuchten Verkauf von Atom-Geheimnissen

Ein Ingenieur der US-Marine hat vor Gericht zugegeben, dass er versucht hat, Geheimnisse über Atom-U-Boote an eine ausländische Macht zu verkaufen.

Agentur
sda
15.02.22 - 03:24 Uhr
Blaulicht
Ein Agent, der für die US-Marine arbeitete, steht vor Gericht, weil er geheime Dokumente an einen Drittstaat weitergegeben hat. (Archivbild)
Ein Agent, der für die US-Marine arbeitete, steht vor Gericht, weil er geheime Dokumente an einen Drittstaat weitergegeben hat. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA UK MIN. OF DEFENCE/ Royal Navy/POPHOT JAY ALLEN

Laut US-Justizministerium gestand der 43-Jährige am Montag, nachdem er vor vier Monaten zusammen mit seiner Frau verhaftet worden war. Im Gegenzug für das Schuldbekenntnis soll er eine Haftstrafe von 12,5 bis 17,5 Jahren bekommen. Der Ingenieur war von den Behörden sowie dem vermeintlichen Abnehmerland hereingelegt worden.

Die Frau des Verdächtigen hatte bisher ihre Unschuld beteuert. Die Lehrerin hatte um die Entlassung aus der Haft gebeten, um sich um die beiden jugendlichen Kinder kümmern zu können. Doch der Deal ihres Mannes mit der Justiz belastet auch sie.

Wissentlich Daten weitergegeben

Sie habe sich laut Gerichtsdokumenten wissentlich und freiwillig an der Verschwörung zur Weitergabe geheimer Daten an eine andere Person beteiligt. Einer fremden Nation sollte so ein Vorteil verschafft werden.

Aus den Gerichtsdokumenten ging zwar nicht hervor, an welches Land das Paar Informationen verkaufen wollte. Es war aber ein mit den USA verbündetes Land, dessen Hauptsprache nicht Englisch ist. Den Dokumenten zufolge kooperierte das Land mit dem FBI.

Nach Angaben des US-Justizministeriums hatte der Ingenieur seit 2012 an der Konstruktion der Reaktoren für die U-Boote der Virginia-Klasse, der neuesten Generation von Angriffs-U-Booten der US-Flotte, gearbeitet. Im April 2020 habe er ein Paket über eine Absenderadresse in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania ins Ausland geschickt.

Auf verdeckten FBI-Agent hereingefallen

Das Paket enthielt «eine Probe von geheimen Daten und Anweisungen für die Herstellung einer verdeckten Beziehung zum Erwerb weiterer geheimer Daten», erklärte das Justizministerium. Über verschlüsselte E-Mails habe der Ingenieur dann mit einer Person kommuniziert, von der er annahm, dass sie ein Vertreter der ausländischen Regierung sei. «In Wirklichkeit war die Person ein verdeckter FBI-Agent.»

Über mehrere Monate hinweg erhielt der Ingenieur Zahlungen in Kryptowährung im Wert von Zehntausenden Dollar. Im Gegenzug lieferte er dreimal Unterlagen über die versteckten Speicherkarten.

Das FBI arbeitete bei den Ermittlungen eng mit dem angeblichen Abnehmerland zusammen. Demnach hisste das Land einmal einer Absprache gemäss sogar eine Flagge in seiner Botschaft in Washington, um das Vertrauen des Ingenieurs zu gewinnen.

Atom-U-Boote standen zuletzt vergangenen September im Zentrum eines Konflikts mit Frankreich. Australien hatte damals einen milliardenschweren Deal mit Frankreich aufgekündigt, um stattdessen US-U-Boote zu beschaffen.

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