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Schweizer zielt in Italien mit Gewehr auf Menschen und rammt Autos

Auf der italienischen Seite des Lago Maggiore hat ein Schweizer am Samstagabend mit einem alten Armeegewehr auf Passanten gezielt. Der unter Drogen stehende Mann wurde von der Polizei überwältigt, nachdem er mehrere Fahrzeuge gerammt und vier Personen verletzt hatte.

Agentur
sda
09.10.22 - 20:26 Uhr
Blaulicht
Auf der italienischen Seite des Lago Maggiore bedrohte ein 31-jähriger Schweizer am Samstagabend Passanten mit einem Gewehr und rammte über ein Dutzend Autos, wobei er vier Menschen verletzte. (im Bild: italienisches Lago-Maggiore-Ufer bei Stresa)
Auf der italienischen Seite des Lago Maggiore bedrohte ein 31-jähriger Schweizer am Samstagabend Passanten mit einem Gewehr und rammte über ein Dutzend Autos, wobei er vier Menschen verletzte. (im Bild: italienisches Lago-Maggiore-Ufer bei Stresa)
KEYSTONE/KARL MATHIS

Der Vorfall ereignete sich am Samstag zwischen 18.45 und 19.30 Uhr, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag berichtete. Nachdem der 31-jährige Schweizer etwa 15 Autos gerammt und mit dem Gewehr auf Passanten und Soldaten gezielt hatte, gelang es den Carabinieri des Provinzkommandos Verbania im Piemont, ihn zu stoppen.

Festgenommen wurde der Schweizer wegen illegalen Führens einer Kriegswaffe, Widerstandes gegen einen Beamten, schwerer Bedrohung und Körperverletzung.

Der Festgenommene war mit einem alten Kriegsgewehr bewaffnet, einem Schmidt-Rubin-Karabiner des Modells K31 (eine Waffe, die von 1933 bis 1958 von der Schweizer Armee verwendet wurde), an dem er auch ein Bajonett angebracht hatte.

Gegen 18.30 kam er an einer Tankstelle vorbei, und die Überwachungskameras zeigen ihn mit nacktem Oberkörper, wie er sich bedrohlich auf die Passanten zubewegt, dann wieder in sein Auto, einen gestohlenen VW mit Schweizer Kennzeichen, steigt und mit offener Tür davonfährt.

Als er in der Nähe von Stresa von den Carabinieri abgefangen und umzingelt wurde, zögerte er nicht, sein Gewehr wieder in die Hand zu nehmen und es in Richtung der Polizisten zu richten, die ihn entwaffneten und wegen illegalen Tragens einer Kriegswaffe, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, schwerer Bedrohung und Körperverletzung festnahmen.

Hakenkreuz-Fahne im Auto

Der Mann wurde als Mehrfachstraftäter eingestuft, und die Untersuchungen nach dem Vorfall ergaben, dass er unter Drogeneinfluss stand. Nach allem, was bisher bekannt ist, handelt es sich nicht um einen Armeeangehörigen.

Im Auto wurde Material gefunden, das die Ermittler auf eine rechtsextreme Gesinnung schliessen lässt: eine Fahne mit Hakenkreuz sowie Adler- und Totenkopfsymbolen, Schneidewerkzeuge und drei weitere gestohlene Schweizer Nummernschilder waren ebenfalls dabei.

Über die Absichten des Mannes herrscht noch Unklarheit. Immerhin hatte er 45 Schuss Munition des Kalibers 223 bei sich.

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