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Prozess: Neymar muss persönlich vor Gericht erscheinen

Brasiliens Fussball-Star Neymar muss am Montag im Prozess gegen ihn laut der Zeitung «Le Parisien» persönlich vor Gericht in Barcelona erscheinen. Beim Verfahren geht es um mutmassliche Unregelmässigkeiten beim Wechsel des Profis vom FC Santos zum FC Barcelona 2013.

Agentur
sda
15.10.22 - 11:52 Uhr
Blaulicht
Muss ab Montag wegen Betrugsvorwürfen in Spanien vor Gericht: der brasilianische Fussballstar Neymar. (Archivbild)
Muss ab Montag wegen Betrugsvorwürfen in Spanien vor Gericht: der brasilianische Fussballstar Neymar. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/MICHEL EULER

Neymar (30), für den am Sonntagabend (20.45 Uhr) mit seinem Club Paris Saint-Germain das Heimspiel gegen Olympique Marseille ansteht, hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen. Die mündliche Verhandlung vor dem Landgericht soll bis zum 31. Oktober stattfinden. Der Fall beschäftigt seit 2014 die Justiz.

Neben einer zweijährigen Haftstrafe fordert die Staatsanwaltschaft von Barcelona auch eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten allerdings fast immer zur Bewährung ausgesetzt.

Auch Eltern angeklagt

Neben Neymar, der seit 2017 beim französischen Meister spielt, sind die Eltern des Profis sowie zwei Ex-Präsidenten des FC Barcelona angeklagt: Josep Maria Bartomeu und Sandro Rosell. Am 21. Oktober soll Bartomeu aussagen. Rosell drohen laut Bericht sogar fünf Jahre Haft.

Die Eröffnung eines Strafverfahrens war von der spanischen Justiz bereits 2017 angeordnet worden, nachdem Neymar und der FC Barcelona mit einem Einspruch gescheitert waren. Es geht um eine Klage des brasilianischen Investment-Fonds DIS in Zusammenhang mit dem Wechsel Neymars nach Barcelona im Sommer 2013.

Damals wechselte der als eines der grössten Talente im Weltfussball geltende Neymar für kolportierte 57,1 Millionen Euro zu den Katalanen. Nach Angaben des spanischen Topclubs sollen damals 40 Millionen Euro an Neymar und seine Familie sowie 17,1 Millionen Euro an den FC Santos geflossen sein.

Investment-Fonds fühlt sich betrogen

DIS hielt Anteile von 40 Prozent an Neymar und sieht sich betrogen. Der Fonds behauptet, er habe lediglich 40 Prozent der offiziellen Ablösesumme von 17,1 Millionen Euro erhalten. Nach den Ermittlungen der spanischen Behörden sollen für den Wechsel aber mindestens gut 83 Millionen geflossen sein.

Nach einem damaligen Bericht der Zeitung «El Mundo» soll Barcelona sogar 95 Millionen Euro ausgegeben haben. Im Raum steht der Verdacht, dass die Katalanen den Transfer bewusst unterbewertet haben, um Kosten zu sparen. Zudem hatte Neymars Vater 2014 zugegeben, dass er schon im November 2011 eine Geheimzahlung in Höhe von zehn Millionen Euro von Barcelona erhalten habe.

2017 wechselte Neymar dann vom FC Barcelona für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro nach Paris.

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