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Grossaufgebot der Polizei schützt Berner Rocker-Prozess

Vor dem Regionalgericht in Bern beginnt der Prozess gegen 22 Rocker, die sich 2019 in Belp eine gewalttätige Auseinandersetzung lieferten. Die Sicherheitsvorkehrungen am Gericht sind gross.

Agentur
sda
30.05.22 - 08:32 Uhr
Blaulicht
Mitglieder der Hells Angels 2012 in Frankfurt D. (Archivbild)
Mitglieder der Hells Angels 2012 in Frankfurt D. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/FREDRIK VON ERICHSEN

Schon vor Prozessbeginn war das Gelände von der Polizei abgesperrt. Zahlreiche Polizisten mit Hunden standen bereit, um die Dutzenden von Sympathisanten in Montur der Rockergangs unter Kontrolle zu haben. Die meisten Männer trugen dunkle Kleidung mit Emblemen der Hells Angels. Manche machten sich mit Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen unkenntlich.

Die Sympathiasanten befanden sich in einem mit Gittern abgesperrten Areal vor dem Gerichtsgebäude. Ins Innere des Gebäudes kam nur, wer eine Erlaubnis des Gerichts vorweisen konnte. Der Prozess sollte um 08.30 Uhr beginnen.

Sämtlichen Beschuldigten wird zur Last gelegt, sich im Mai 2019 im bernischen Belp an einem Raufhandel beteiligt zu haben. Zwei Männern wird zudem versuchte vorsätzliche Tötung, eventuell schwere Körperverletzung vorgeworfen. Ein Mann muss sich wegen schwerer Körperverletzung, allenfalls Versuchs dazu, verantworten.

Bei der Auseinandersetzung in Belp wurden seinerzeit mehrere Personen verletzt, drei davon schwer. Die Polizei stellte mehrere Waffen sicher, darunter Faustfeuerwaffen.

Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll es zum Streit gekommen sein, weil der damals in der Schweiz nicht offiziell vertretene Motorradclub Bandidos in Belp ein Clublokal eröffnen wollte.

Dort feierten die Bandidos an einem Samstagabend im Mai 2019 ein Geburtstagsfest. Zwei andere Motorradclubs, die Hells Angels und die Broncos, bekamen Wind von diesen Absichten. Für sie soll die geplante Eröffnung des Lokals eine Provokation dargestellt haben.

Hells Angels und Broncos sollen laut Anklage beschlossen haben, in Belp einen «unangekündigten Einschüchterungsversuch» durchzuführen. Die Bandidos hörten aber vom geplanten Auftauchen der Hells Angels und Broncos und bewaffneten sich.

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