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Mann mit Heroin in Unterhose droht mehrmonatige Haft

Ein Italiener belieferte von Mollis aus Drogenkonsumenten mit Heroin. Im vergangenen Dezember ging der 29-Jährige der Polizei ins Netz. Kürzlich stand der Mann in Glarus vor Gericht.

Südostschweiz
Samstag, 07. November 2020, 04:30 Uhr Mollis

Gerichtsfall Schwarze Jacke, Bluejeans, Sneakers, kurzer Bart und lange schwarze Haare, die am Hinterkopf zu einem Dutt zusammengebunden sind: Bei einer Begegnung auf der Strasse würde wohl kaum jemand vermuten, dass der gross gewachsene Italiener mit albanischen Wurzeln Heroin verkauft.

Die Drogenfahnder der Glarner Polizei hingegen schon. Am Bahnhof Näfels-Mollis wurde der 29-Jährige im vergangenen Dezember mit 25 Gramm Heroinpulvergemisch, das er in der Unterhose versteckt hatte, verhaftet. Es ist das abrupte Ende seiner sechstägigen Dealer-Karriere.

Anweisungen kommen von «Duka»

Während seiner kurzen Zeit im Glarnerland bewohnt der Italiener ein Haus in Mollis. In der Küche stellte die Polizei am Tag nach der Verhaftung zusätzlich 354 Gramm Heroinpulver, das teils gepresst war, sowie 178 Gramm reines Heroin und rund 600 Gramm Streckmittel aus Paracetamol und Koffein sicher.

Von Mollis aus belieferte der 29-Jährige über 20 Konsumenten aus der Region mit dem Heroinpulvergemisch. Dies jeweils im Auftrag eines gewissen «Duka», der ihm die Lieferorte und die Mengen per Textnachricht übermittelte. Insgesamt nahm der Mann Bargeld in Höhe von knapp 10 500 Franken entgegen.

Einreiseverbot für zehn Jahre

Ende Oktober stand der Mann in Glarus vor Gericht. Dem geständigen Italiener drohen eine 27-monatige Haftstrafe und ein Landesverweis von zehn Jahren. In die Schweiz sei er gekommen, um eine Arbeit in der Gastronomie zu finden, sagte er im Gerichtssaal. «Es tut mir leid, was passiert ist», beteuert er sodann in seinem Schlusswort.

Das Urteil im abgekürzten Strafverfahren wird schriftlich mitgeteilt.

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