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In S-chanf: Fische wegen Betonrückständen verendet

Hunderte Fische sind Ende August im Inn bei S-chanf verendet. Betonrückstände sollen die Hauptursache des Fischsterbens sein. Untersucht wird aber noch eine weitere Möglichkeit.

Südostschweiz
Donnerstag, 10. September 2020, 16:04 Uhr Gegen Baufirma wird ermittelt
Hier starben unzählige Fische.
KANTONSPOLIZEI GRAUBÜNDEN

Laut Ermittlungen der Kantonspolizei Graubünden sind bei der Baustelle zur Sanierung der Wasserfassungen der Engadiner Kraftwerke AG in S-chanf über mehrere Wochen Betonrückstände in den Inn gelangt. Laut einem Bericht der «Engadiner Post» führten diese Rückstände bei den Fischen zu Verätzungen der Kiemen. Nun wird gegen die mit der Sanierung beauftragte Baufirma ermittelt.

Michael Roth, Direktor der Engadiner Kraftwerke AG, ist laut dem Bericht an einer raschen Aufklärung des Vorfalls interessiert. «Noch erschliesst sich für uns der Zusammenhang zwischen der Baustelle und dem Fischsterben nicht. Zurzeit gibt es für uns mehr Fragezeichen als Antworten», sagte Roth gegenüber der Zeitung.

Seit Juli werden in S-chanf drei Wasserfassungen der Engadiner Kraftwerke am Inn, am Varusch und am Vallember erneuert. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern und 12,5 Millionen Franken kosten.

Gibts eine zweite Ursache?

Zudem wird untersucht, ob der Ausfluss von Flockungsmitteln aus der Abwasserreinigungsanlage S-chanf ebenfalls zum Fischsterben beigetragen habe. Derzeit wird in S-chanf eine neue Abwasserreinigungsanlage gebaut.

2016 haben die Mitgliedsgemeinden 70 Millionen Franken für den Bau der neuen Abwasserreinigung Oberengadin gesprochen. Sie ersetzt die alten Anlagen in Celerina, Bever und S-chanf. Im Februar 2017 konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Die neue Anlage soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden. (phw)

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