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Polizei stoppte gewalttätigen Schweizer mit Schüssen

Die St. Galler Stadtpolizei hat am Mittwochmittag einen 22-jährigen Mann mit Schüssen gestoppt. Er hörte nicht auf, mit einem Gegenstand auf eine 46-jährige Frau einzuschlagen. Dies teilte die St. Galler Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Agentur
sda
Donnerstag, 03. September 2020, 16:21 Uhr St. Gallen
An der Speicherstrasse in St. Gallen kam es am Mittwochmittag nach einem Gewaltdelikt in einer Wohnung zu einem Schusswaffeneinsatz durch die Stadtpolizei.
An der Speicherstrasse in St. Gallen kam es am Mittwochmittag nach einem Gewaltdelikt in einer Wohnung zu einem Schusswaffeneinsatz durch die Stadtpolizei.
Keystone

Der Mann hatte sich kurz nach 12 Uhr in einem Haus an der Speicherstrasse Zutritt in eine Wohnung verschafft. Dort begann er, mit einem stumpf-kantigen Gegenstand auf eine 46-jährige Frau einzuschlagen. Sowohl die Auswahl der Wohnung als auch des Opfers erscheine zum jetzigen Zeitpunkt «als völlig zufällig», heisst es im Communiqué.

Die alarmierten Polizeibeamten hätten nach ihrem Eintreffen den mutmasslichen Täter aufgefordert, inne zu halten. Er habe nicht reagiert und weiter «massivst» auf die Frau eingeschlagen, schilderte die Staatsanwaltschaft das Geschehen. Darauf hätten zwei Polizisten mehrere Schüsse auf den Mann abgegeben.

Der Schweizer starb noch am Tatort. Die Frau wurde mit Kopfverletzungen ins Spital gebracht, wo sie an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas starb.

Äusserst brutales Vorgehen

Beim Mann seien Schussverletzungen festgestellt worden. Ob er an ihnen starb, werde nun die Obduktion zeigen, erklärte Regula Stöckli, Sprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, auf Anfrage von Keystone-SDA.

Es gebe Anhaltspunkte, dass der mutmassliche Täter psychische Probleme gehabt habe. Beleg dafür sei «das äusserst brutale Vorgehen», ergänzte Stöckli.

Die Umstände der Tat wie auch das Motiv sind nun Gegenstand von weiteren Ermittlungen. Gegen die beiden Polizisten, die Schüsse abgegeben haben, wird ein Verfahren eröffnet. Erster Schritt ist im Kanton St. Gallen ein Antrag bei der Anklagekammer für eine Ermächtigung.

Polizisten nicht im Dienst

Die involvierten Polizisten seien nach dem Schusswaffeneinsatz betreut worden, sagte Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, auf Anfrage. Es seien sowohl eine interne Bezugsgruppe als auch externe Psychologen beigezogen worden. Die beiden Polizisten befänden sich zu ihrem eigenen Schutz nicht im Dienst. «So ein Ereignis verarbeitet man nicht in einem Tag», so Kohler.

Durch die Staatsanwaltschaft wurde angeordnet, dass die polizeilichen Ermittlungen durch ein ausserkantonales Polizeikorps durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um ein Standardvorgehen nach einer polizeilichen Schussabgabe.

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