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Solidarität für Opfer des Unfalls ist gross

Ein Mann ist mit einem gestohlenen Auto am Sonntagmorgen in eine Wohnung gekracht und dabei ums Leben gekommen. Seine Identität ist inzwischen geklärt. Der Unfall verursachte einen Brand, der das Wohnhaus zestörte. Die betroffene Familie erlebt eine Welle der Solidarität.

Südostschweiz
Mittwoch, 27. November 2019, 04:30 Uhr Unglück in Galgenen

Von Johanna Mächler

Seit Dienstag ist die Identität des Autofahrers geklärt, der am frühen Sonntagmorgen in Galgenen auf seiner Flucht vor einer Polizeikontrolle tödlich verunfallt ist.

Dieser Sonntagmorgen wird der ausländischen Familie Amiri zeitlebens in Erinnerung bleiben: Der Fahrer eines Audi R8 wird erst in Lachen mit 169 Kilometern pro Stunde geblitzt. Kurz darauf brettert er mit hohem Tempo über einen Kreisel 50 Meter vom Wohnhaus der Amiris entfernt. Das Auto hebt ab, fliegt durch die Luft und genau in die Küche der Wohnung der Amiris.

Wie Augenzeugen gegenüber «20 Minuten» berichteten, dauerte es keine 30 Sekunden, bis der Wagen Feuer fing. Das Wohnhaus brannte vollständig aus, der Fahrer wurde beim Unfall getötet, das Auto war nach der Bergung kaum mehr als solches zu erkennen. Die fünfköpfige Familie konnte sich wie durch ein Wunder unverletzt in Sicherheit bringen.

Dieses Ereignis löste schon am Sonntag eine Welle der Solidarität aus. Via Facebook begannen Private zu sammeln. Am Montag bemühte sich die Gemeinde Galgenen um einen Überblick. «Wir wissen von einer privaten Spendenaktion, und auch im Gemeindehaus wurden Spenden abgegeben», erklärt der Gemeinderat für Soziales und Gesellschaft, Reto Jegher. «Das ist ein sehr schönes Signal für die Familie, dass sie so grosse Solidarität erlebt; sie wissen das zu schätzen», so Jegher. «Wir sind nun daran, die Spenden zu koordinieren und zu lenken.»

Leute, die spenden wollen, sollen sich bitte mit der Gemeinde in Verbindung setzen. Die Familie werde betreut, und die Kinder hätten bereits am Montag wieder die Schule besucht.

Bei Bekannten untergebracht

Bei der Familie handelt es sich um vorläufig aufgenommene Ausländer aus Afghanistan; die Eltern und ihre drei Kinder, ein achtjähriges Mädchen und zwei Jungen im Alter von sechs und drei Jahren. «Die Familie ist temporär bei Bekannten untergebracht», schrieb Gemeindeschreiber Patrick Fuchs am Montag in einer kurzen Medienmitteilung. «Die Gemeinde Galgenen wird der Familie innert Kürze wieder eine Wohnung auf Gemeindegebiet zur Verfügung stellen.»

Bis dahin dürften wohl noch mehr Spenden zusammenkommen. Damit lebensnotwendige Dinge wie Hausrat und Bekleidung auch gekauft werden können, richtet die Gemeinde ein Konto ein. «Falls es zu einem Überschuss kommen sollte, wird dieser einer gemeinnützigen Organisation weiter gespendet», so die Gemeinde.

Fahrer war ein gesuchter 29-jähriger Schweizer
Am Dienstag hat die Kantonspolizei Schwyz mitgeteilt, dass sie die Identität des Autofahrers klären konnte, der am Sonntag in Galgenen tödlich
verunfallte; «dank eines Treffers in der polizeilichen DNA-Datenbank», wie in der Mitteilung steht. Es handle sich um einen 29-jährigen Schweizer aus dem Kanton St. Gallen. Der Verstorbene verfügte über keinen Führerausweis und war in mehreren Kantonen zur Aufenthaltsnachforschung und wegen einer Umwandlungshaft aufgrund nicht bezahlter Bussen und Widerhandlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz zur Verhaftung ausgeschrieben.
Bereits am Montag hiess es zudem, dass das Unfallfahrzeug in Amriswil im Kanton Thurgau gestohlen worden war. Auch die Kontrollschilder waren gestohlen. «Wir wissen, wem die Nummernschilder gehören, sie wurden ab einem parkierten Fahrzeug gestohlen», hatte Polizeisprecher David Mynall dazu erklärt. (red)

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