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Geiselnahme in Zürcher Stadtkreis 3 fordert drei Tote

Eine Geiselnahme in Zürich endete am Freitagmorgen mit drei Toten. Ein bewaffneter 60-Jähriger hatte in einer Wohnung im Kreis 3 zwei Frauen als Geiseln genommen. Später fielen Schüsse.

Agentur
sda
Freitag, 31. Mai 2019, 14:43 Uhr Zürich

Die Stadtpolizei war bereits um 5.22 Uhr in der Früh alarmiert worden, wie sie mitteilte. Eine Frau gab an, dass sie Hilfe brauche. Gleichzeitig meldete eine andere Anruferin, dass im Nachbarhaus jemand um Hilfe schreie. Wenige Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte am Döltschiweg 55 ein.

Daraufhin nahm ein Mann mit den Polizisten durch ein Fenster Kontakt auf. Er gab an, zwei Frauen in seiner Gewalt zu haben, und drohte sie zu erschiessen, wenn sich die Polizei nicht sofort zurückziehe.

Inzwischen trafen weitere Polizeikräfte von Stadt- und Kantonspolizei ein, darunter die Interventionseinheit Skorpion und Spezialisten der Verhandlungsgruppe. Die Gegend wurde grossräumig abgesperrt und die Polizei nahm mit dem Mann Verhandlungen auf, wie Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi vor Ort erklärte.

Geiselnehmer wollte aufgeben

Im Verlauf der Verhandlungen erklärte der Geiselnehmer, seine Aktion um 8.30 Uhr beenden zu wollen und sich zu stellen. Beim letzten Kontakt zu diesem Zeitpunkt sagte der Mann, dass er in zehn Minuten aufgebe und herauskomme. Wenig später fielen mehrere Schüsse in der Wohnung, worauf sie von der Interventionseinheit Skorpion sofort gestürmt wurde.

Die Polizisten trafen auf drei schwerst verletzte Personen, zwei Frauen und einen Mann. Trotz sofortigen Reanimationsversuchen verstarben alle drei noch vor Ort.

Beim verstorbenen Mann handelt es sich um einen 60-jährigen Schweizer. Die beiden Frauen, deren Nationalitäten noch nicht einwandfrei feststehen, sind 34 und 38 Jahre alt.

Geschehen noch unklar

Die Polizei habe die Wohnung nicht früher gestürmt, weil der Mann habe aufgeben wollen, erklärte Cortesi. Man habe nicht davon ausgehen müssen, dass er eine solche Tat vollbringt. «Wenn wir die Wohnung früher gestürmt hätten und es wäre zu einem Drama gekommen, so wäre das nicht verhältnismässig gewesen», sagte der Polizeisprecher.

Was genau in der Wohnung geschehen sei und wer was gemacht habe, sei unklar und Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen, betonte Cortesi. Abgeklärt werde zudem das Verhältnis der drei Personen zueinander und auch, wie der Mann in die Wohnung gekommen sei.

Weitere Erkenntnisse verspricht sich die Polizei aus der forensischen und der gerichtsmedizinischen Untersuchung. Die mutmassliche Tatwaffe, eine Faustfeuerwaffe, wurde sichergestellt. Zuständig für die weiteren Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaft I für schwere Gewaltkriminalität und die Kantonspolizei Zürich.

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