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Schwerer Verkehrsunfall überschattet die Festtage

Die Weihnachts-Feiertage im Kanton sind aus Sicht der Kantonspolizei ruhig verlaufen. Ein Verkehrsunfall mit einem Todesopfer auf dem Ricken trübt allerdings die Bilanz.

Linth-Zeitung
Freitag, 28. Dezember 2018, 09:07 Uhr Ein Toter auf dem Ricken
Eher wenige Einsätze an den Feiertagen: Der Kantonspolizei bleibt sogar etwas Zeit, den Weg nach Wienacht zu finden.
KAPO SG

Die Kantonspolizei hatte im Vergleich zu anderen Jahren über die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis 26. Dezember relativ wenig Einsätze zu verzeichnen, wie sie in einem Communiqué von gestern schreibt. Nehme man jedoch das vorangegangene Wochenende von Freitagabend bis Sonntag auch dazu, seien doch einige Einsätze zusammengekommen.

Die Kantonspolizei ist über alle fünf Tage 20-mal wegen Streitigkeiten in Paarbeziehungen oder Familien ausgerückt. Darunter war am Wochenende vor Weihnachten ein heftiger Streit eines Ehepaars. Der Ehemann wurde nach dem Streit für eine Nacht in Gewahrsam genommen und anschliessend für zehn Tage von seinem Wohnort weggewiesen.

In fünf Fällen rapportierte die Polizei an die kantonale Staatsanwaltschaft, wobei in vier Fällen auf das Stellen von Strafanträgen verzichtet wurde. Neun Einsätze wegen häuslicher Auseinandersetzungen fanden über die Weihnachtstage statt.

Pfosten mitgeschleppt

Über das vergangene Wochenende und über die Weihnachtstage zog die Polizei 15 fahrunfähige Personen aus dem Verkehr, sieben mussten ihren Führerausweis auf der Stelle abgeben, zwei Ausländern wurde der Führerausweis für die Schweiz aberkannt. Drei der fahr- unfähigen Lenker verursachten Unfälle, bei denen es glücklicherweise bei Sachschaden blieb.

Am Weihnachtstag fuhr ein 25-jähriger Mann in Steinach nach der Kollision mit einem Inselschutzpfosten einfach weiter. Die Kantonspolizei Thurgau konnte ihn dann aber im Kanton Thurgau anhalten. Den Inselschutzpfosten hatte er etwa 2,5 Kilometer unter dem Auto mitgeschleppt.

Nur vier der Fälle wegen Fahr- unfähigkeit ereigneten sich während der Weihnachtstage. Darunter waren zwei Unfälle.

Über das ganze Kantonsgebiet verteilt, nahm die Kantonspolizei rund 50 Verkehrsunfälle auf – vom kleinen Sachschaden bis zum tragischen Unfall in Ricken, bei dem eine 22-jährige Frau am Weihnachtsabend ums Leben kam (Ausgabe von gestern). Bei sechs der Unfälle wurde mindestens eine Person verletzt.

Mann stellt sich bei Polizei

Sechs Anzeigen gingen wegen Tätlichkeiten ein, davon vier während der Festtage. Es kam zu zwei Körperverletzungen, darunter jene am Weihnachtsmarkt in St. Gallen, bei der am Sonntagabend ein 84-jähriger Mann von einem zunächst unbekannten Mann zu Boden gestossen und dabei am Kopf schwer verletzt wurde.

Die Polizei brachte sogar vor der Haustüre vergessene Geschenke in Sicherheit.

Gestern hat sich der mutmassliche Täter bei der Polizei gestellt. Es handelt sich um einen in der Region St. Gallen wohnhaften, 46-jährigen Schweizer. Die Kantonspolizei untersucht nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft die ihm zur Last gelegte Tat. Der 46-Jährige wurde festgenommen.

Mindestens 27 Einbrüche

27-mal musste die Kantonspolizei wegen Einbrüchen ausrücken, davon zehnmal über die Festtage. Betroffen waren Privat- wie Geschäftsgebäude. Die Polizei rechnet nach den Feiertagen noch mit weiteren Anzeigen zu Einbrüchen, dann, wenn viele Bürger aus den Ferien zurückkehren.

Über die Festtage gab es keine nennenswerten Brandfälle zu verzeichnen. Es kam zu kleineren Feuerwehreinsätzen, bei denen niemand verletzt wurde. Ein Einsatz betraf einen brennenden Abfalleimer, ein weiterer brennende Sitzkissen in einem Keller. Zudem ging ein Fahrzeug in Flammen auf. Die Kantonspolizei weist aber einmal mehr auf die Brandgefahr hin, die von vergessenen Kerzen sowie trockenen Adventskränzen und Christbäumen ausgeht.

30-mal rückte die Polizei wegen Tieren aus, die im Strassenverkehr verletzt oder getötet wurden oder «weil Haustiere keine Lust auf Weihnachten hatten und Reissaus nahmen», schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung weiter. Die entlaufenen Tiere konnten alle wieder nach Hause gebracht werden.

Nach Hause begleitet

Über 30-mal wurde die Hilfe der Polizei in diversen Angelegenheiten gewünscht, etwa für Helikoptereinweisungen bei medizinischen Notfällen oder für ältere Menschen, die nicht mehr selber aufstehen konnten. Einige Personen waren stark alkoholisiert und fanden alleine den Heimweg nicht mehr. In einem Fall mussten gar vor der Haustüre vergessene Geschenke in Sicherheit gebracht werden.

19-mal störten sich Nachbarn an Lärm und rund 70-mal rückten Patrouillen wegen verdächtiger Feststellungen, falsch abgestellter Autos oder auffälliger Verkehrsteilnehmer aus.

Dazu kamen noch rund ein Dutzend Einsätze wegen Verkehrsbehinderungen aller Art. Diese reichten von Pannenfahrzeugen bis zu Gegenständen, die auf der Strasse lagen.

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