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Die Drohne, Dein Freund und Helfer

Früher hantierte die Kantonspolizei mit Kameras auf Stelzen. Heute kommen immer häufiger bei Such- oder Aufklärungsaktionen Drohnen zum Einsatz.

Südostschweiz
02.03.18 - 04:30 Uhr
Blaulicht
Helfer aus der Luft: Die Polizei-Drohne im Einsatz.
Helfer aus der Luft: Die Polizei-Drohne im Einsatz.
KANTONSPOLIZEI GRAUBÜNDEN

Ein Skiunfall mit einer schwer verletzten Person, eine Suchaktion in einer unwegsamen Schlucht: Dies sind zwei der Fälle, in denen die Kantonspolizei Graubünden auf die Hilfe einer Drohne zurückgreift, wie Anita Senti, Mediensprecherin der Kantonspolizei Graubünden (Kapo), erklärt.

Momentan sei die Kapo im Besitz einem Quadrokopter, der von einem Spezialteam bedient werde. Dieses komme ungefähr einmal im Monat zum Einsatz, sagt Senti weiter.

Früher Bedrohung, heute Unterstützung

Die brummenden Helfer aus der Luft werden bei Schweizer Polizeikorps immer beliebter. So wie die Bündner Kantonspolizei haben in den letzten Jahren neun weitere Korps Kopter angeschafft, schreibt die «Sonntagszeitung». Tipps zum Einsatz der Drohnen erhalten die Polizisten von der «Arbeitsgruppe Drohnen», die von der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) 2014 ins Leben gerufen wurde.

An vorderster Front dabei ist der Bündner Polizeikommandant Walter Schlegel als Leiter der Arbeitsgruppe. Dieser gehören Vertreter des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, des Bundesamtes für Polizei und Vertreter der Versicherungen an.

In der Anfangszeit hat die Gruppe noch «Arbeitsgruppe Drohnen-Abwehr Schweiz» geheissen. Sie befasste sich ausschliesslich mit Bedrohungsszenarien, die von den unbenannten Flugkörpern ausgingen. Zunehmend wurde aber erkannt, dass Drohnen den Polizeikorps durchaus nützliche Dienste erweisen können. So wurden Experten mit der Erarbeitung von Empfehlungen für den Einsatz von Drohnen für alle Polizeikorps der Schweiz beauftragt.

Überflug statt gefährlicher Abstieg

Heute empfiehlt die «Arbeitsgruppe Drohnen» den Korps den Einsatz von Drohnen. Denn die Vorteile der ferngesteuerten Helfer für den Polizeialltag sind bestechend: Diese sind wendiger als die früher benutzten Kameras auf Stöcken, kostengünstiger als ein Helikopter und bringen durch den Blick von oben rasch Klarheit bei Massenkarambolagen oder bei der Suche nach Vermissten im unwegsamen Gelände.

Von einer solchen Suchaktion erzählt auch Polizeisprecherin Senti: «Im besagten Unglücksfall hatten wir Hinweise, dass eine Person in eine Schlucht gestürzt war. Mithilfe der Drohne konnten die Einsatzkräfte die Person lokalisieren.» So hätte man auf ein Aufgebot von Personenspürhunden verzichten können, dabei Kosten gespart und Risiken minimiert. «Die Rettungskräfte mussten den gefährlichen Abstieg in die Schlucht nicht auf sich nehmen.»

Setzt man nun bald bei jedem Einsatzkommando eine Drohne ein? Nein, sicherlich nicht, davon sei man weit entfernt, gibt Senti zu verstehen. «Im Kanton Graubünden befinden wir uns gegenwärtig in einer Experimentierphase.» Die gesetzliche Grundlage für den vermehrten Einsatz von Drohnen könnte jedoch bald gegeben sein. Das teilrevidierte Polizeigesetzes, das sich in der Vernehmlassung befindet, will die Ausstattung der Polizisten mit Videoüberwachungsgeräten wie Drohnen oder Bodycams erlauben (Ausgabe vom 11. November).

Keine Verbrechen bekannt

Nun sind ja Drohnen beileibe nicht nur als emsige Helfer bekannt. Nebst der Verletzung des Luftraumes, wie es beispielsweise auch schon im Zuge WEF vorkam (Ausgabe vom 22. Januar 2017), werden Drohnen auch bei Verbrechen eingesetzt. Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, hätten beispielsweise 2014 Unbekannte mithilfe einer Drohne ein Handy in ein Zuger Gefängnis geschmuggelt.

In anderen Fällen werden Drogen oder andere Schmuggelware ins Gefängnisinnere befördert. Die Strafanstalten reagieren mit Drohnen-Abwehrsystemen. Wie Senti sagt, ist jedoch in Graubünden bis dato kein solcher Fall bekannt. Für die Abwehr von Drohnen mietet die Kapo ihrerseits bei Bedarf ein Drohnenabwehrsystem. Dadurch dass man nicht auf eine bestimmte Technik setze, habe man immer Zugriff auf das neueste System.

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