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Täter war der Polizei bekannt

In Flums hat am Sonntagabend ein 17-jähriger Lette mit einer Axt sieben Personen verletzt. Die Kantonspolizei St. Gallen konnte den Täter festnehmen, nachdem sie ihn mit mehreren Schüssen schwer verletzt hatte. Der Täter wird im Verlauf des heutigen Tages erstmals vernommen.

Südostschweiz
Montag, 23. Oktober 2017, 13:44 Uhr Flums
Diese Tankstelle ist einer von mehreren Orten des Grauens.
TVSO

Update 11.30 Uhr: Taser konnte den Täter nicht stoppen

Die Kantonspolizei St. Gallen machte an der Medienkonferenz von heute Vormittag ausserdem Angaben zur Verhaftung des 17-jährigen Letten. Einsatzkräfte, die an der Fahndung nach dem Täter beteiligt gewesen seien, hätten auf Hilferufe von der Agrola-Tankstelle her reagiert, sagte Einsatzleiter Siggi Rüegg. Als sie bei der Tankstelle vorfuhren, habe der Täter versucht, noch ein weiteres Fahrzeug zu entwenden.

Daraufhin hätten die Polizisten den Täter aufgefordert, seine Axt wegzulegen. Diesen Anweisungen habe der jugendliche Lette jedoch keine Folge geleistet. Deshalb versuchten die Einsatzkräfte, den Jugendlichen mit einem Elektro-Taser ausser Gefecht zu setzen. Das habe aber keine Wirkung gezeigt, weshalb die Polizisten zur Schusswaffe griffen und laut Stefan Kühne, dem Leiter der St. Galler Kriminalpolizei, mehrere Schüsse auf den Angreifer abfeuerten. So habe man den Täter stoppen und schliesslich verhaften können.

Unterdessen sind laut Kühne betreffend des Taser- und Schusswaffeneinsatzes durch die Polizei «erste Beweiserhebungen» im Gang. Die eingesetzten Taser- und Schusswaffen seien sichergestellt worden.

Update 11.10 Uhr: Der Täter hatte Gewaltfantasien

Der leitende Staatsanwalt, Stephan Ramseyer, gab bei der Medienkonferenz zu den Ereignissen in Flums Näheres zum Täter bekannt. Der 17-jährige Lette habe in einer handwerklichen Lehre gestanden, nachdem er im Juni 2013 im Rahmen eines Familiennachzugs von Riga nach Flums gekommen sei.

Bis gestern sei der Jugendliche nicht straffällig geworden. Aber der Lette war der Kantonspolizei St. Gallen offenbar seit Juni des laufenden Jahres bekannt. Dannzumal habe die Polizei von der Flumser Jugendarbeit eine erste Meldung wegen auffälligen Verhaltens des Täters erhalten, so Ramseyer.

Anfangs September sei dann bei der Kriseninterventionsgruppe des Schulpsychologischen Dienstes St. Gallen eine weitere Meldung wegen auffälligen Verhaltens des Jugendlichen eingegangen. Daraufhin habe die Kriseninterventionsgruppe eine Gefahrenbeurteilung vorgenommen. Sie sei zum Schluss gekommen, dass vom 17-jährigen Letten keine akute Gefahr ausgehe, weil er keine substantiellen Drohungen ausgesprochen habe.

Der Lette habe aber Gewaltfantasien geäussert, was laut Ramseyer auf eine Persönlichkeitsstörung hinweise. Das sei aber lediglich eine Mutmassung, bekräftigte er an der Medienkonferenz von heute Vormittag.

Der Beschuldigte, der laut Angaben der Kantonspolizei St. Gallen bei der Verhaftung bei der Agrola-Tankstelle durch «mehrere Schüsse» schwer verletzt wurde, werde im Verlauf des Tages ein erstes Mal zur Tat vernommen.

Gegen den mutmasslichen Täter wird wegen mehrfach versuchter, vorsätzlicher Tötung und Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz ermittelt.

Update 10.40 Uhr: Sieben Verletzte, zwei davon schwer

Bei den Angriffen in Flums wurden nach Angaben der Kantonspolizei St. Gallen insgesamt sechs Personen und der Täter verletzt.

Drei Personen wurden beim Flumser Postplatz verletzt, darunter ein 72-jähriger Mann leicht, eine 30-jährige Frau unbestimmt und ein 35-jähriger Mann schwer. Das  8-monatige Baby erlitt einen Schock; eine 59-jährige Frau wurde im Spital untersucht, konnte dieses aber mittlerweile wieder verlassen.

In der Folge griff der Täter bei der Agrola-Tankstelle in Flums drei weitere Frauen an. Eine 44-Jährige und eine 21-Jährige wurden dabei leicht verletzt, sie befinden sich genau wie eine weitere offenbar unverletzte 27-Jährige zur Überwachung im Spital.

Bei der Verhaftung wurde der Täter nach Angaben der Polizei schwer verletzt.

Update 9.55 Uhr:

Über den mutmasslichen Täter ist mehr bekannt. Wie die Onlineportale vom «Blick» und von «20 Minuten» berichten, heisst der 17-jährige Lette Sascha. Er soll seit mehreren Jahren mit seiner Mutter und deren Partner in Flums wohnhaft sein.

Mitschüler des 17-jährigen beschrieben Sascha, der mit bürgerlichem Namen offenbar Aleksandrs heisst, gegenüber «20 Minuten» als Problemschüler. Er habe Drogenprobleme gehabt und in der Schule damit geprahlt, dass er Waffen habe.

Ausserdem ist mittlerweile bekannt, dass dem Baby des beim Flumser Postplatz angegriffenen Ehepaars nichts passiert ist. «20 Minuten» stützt sich dabei auf eine Augenzeugin. Das Baby habe lediglich einen Schock erlitten. Den Mann habe der Täter einmal geschlagen, auf die Frau habe er aber «viele, viele» Male eingeschlagen. Ein Mann und seine Frau, die am Tatort vorbei fuhren, hätten helfen wollen. Darauf habe der Axt-Angreifer auf die Frau eingeschlagen und das Auto geklaut.

Update 8.50 Uhr:

Ein aufgewühlter Christoph Gull, Präsident der Gemeinde Flums, nimmt gegenüber Radio Südostschweiz Stellung zu den Vorfällen vom Sonntagabend und zu den Entwicklungen der vergangenen Nacht.

Er habe eine kurze Nacht gehabt und sei bis fast um Mitternacht bei der Polizei gewesen, so Gull. Heute früh seien seine Mitarbeiter bei der Gemeinde sehr betroffen zur Arbeit erscheinen, obwohl das Ausmass dieser Gewalttat noch nicht genau bekannt sei.

Über gefestigte Informationen verfüge die Gemeinde noch nicht, deshalb könne er auch noch keine Aussage dazu machen, ob ihm unter den Verletzten jemand bekannt sei, betont Gull. «Es hat sich gestern Nacht auch für die Polizei zuerst eine unübersichtliche Lage präsentiert und für uns natürlich auch.»

So langsam würden aber Informationen durchsickern. «Es sind Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Flums von der Gewalttat betroffen. Wir denken an die Betroffenen und hoffen, dass es mit ihren Verletzungen gut herauskommt.»

Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull nimmt Stellung zu der Vorfällen der vergangenen Nacht.

Update Montag, 23. Oktober, 6.45 Uhr:

Die Sicherheitskräfte gehen von einem Einzeltäter aus. Ein terroristischer Hintergrund ist laut einer Medienmitteilung der Kantonspolizei St. Gallen von der Nacht auf Montag nicht festzustellen. Weitere Details will die Polizei am Montagvormittag publizieren.

Nach bisherigen Erkenntnissen griff der 17-Jährige auf dem Flumser Postplatz mehrere Passanten an. Danach flüchtete der Mann mit einem gestohlenen Fahrzeug und verunfallte. Er rannte dann zu Fuss zu einem Tankstellenshop, wo er weitere Personen verletzte.

Polizei durchsucht ein Wohnhaus

Die Kantonspolizei St. Gallen nahm den Jugendlichen laut dem Communiqué nach Schusswaffengebrauch fest. Die Ermittlungen unter anderem zu den verletzten Personen sowie zum mutmasslichen Täter dauerten in der Nacht an. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda wollte ein Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen daher noch keine Angaben zur Schwere der Verletzungen von Personen sowie weiteren Details zum Tathergang beziehungsweise zum Tatmotiv machen. Der Sprecher verwies aber auf eine kurzfristig anberaumte Medienkonferenz in St. Gallen. Diese beginnt um 10 Uhr heute Vormittag. Es werde auch ein Vertreter der Jugendanwaltschaft anwesend sein.

In der Nacht nahmen Sicherheitskräfte laut Medienberichten weitere Grosseinsätze vor. So sei ein Helikopter über Flums geflogen und unter anderem ein Wohnhaus mit Zusammenhang zum mutmasslichen Täter durchsucht worden.

Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, zu den Vorfällen in Flums.

Sonntag, 22. Oktober, 23.30 Uhr:

Die Gewalttat ereignete sich am Sonntagabend auf dem Postplatz in Flums, wie die Kantonspolizei St. Gallen vermeldete. Auch die Rega war im Einsatz.

«Am Sonntag kurz nach 20 Uhr, hat ein 17-jähriger Lette auf dem Postplatz und in einem Tankstellenshop mutmasslich mehrere Personen mit einem Beil angegriffen und verletzt.» Dies schreibt die Kantonspolizei St. Gallen in einer Medienmitteilung.

Der 17-Jährige habe auf dem Postplatz mehrere Personen angegriffen. Dann sei er in einem gestohlenen Auto geflüchtet, mit dem er anschliessend verunfallte. Der Mann setzte seine Flucht zu Fuss fort. In einem Tankstellenshop verletzte der mutmassliche Täter weitere Personen. Über das Motiv der Tat, ist derzeit noch nichts bekannt.

Gegenüber «sueodstschweiz.ch» berichtete ein Augenzeuge, dass es sich bei den angegriffenen Personen um ein Ehepaar handelte, die einen Kinderwagen mit Kind mit sich führten. Gemäss dem Augenzeugen habe der Täter einmal auf den Mann und mehrere Male auf die Frau eingeschlagen, bevor er mit dem Auto flüchtete.

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Schlechtweg eine Katastrophe wie unsere Schwachstrom-Regierung mit Ihrer Staatsanwaltschaft diesen Fall bearbeitet!!
Typisch CH – Rechtssystem: Die Polizei wird wegen Ihres Waffeneinsatzes von der Staatsanwaltschaft an den Pranger gestellt und der Täter sowie dessen Betreuer geschützt, anstatt dass man diese allesamt entlässt! Unglaublich was in solchen Fällen jeweils die Opfer traumatisch zu bewältigen haben!!!

Sascha, ein russischsprachiger Lette, der auf VKontakte von Hitler fantasiert - der steht dann wohl eher all denen nahe, die sonst immer online gegen jeden, links von der SVP und gegen sämtliche Muslime schimpfen.

wir sollten wirklich mal überdenken, ob wir diese Willkommens(un)kultur weiter zulassen und damit allenfalls unsere eigenen Bürger gefährden wollen. Etwas mehr Augenmass wäre bestimmt notwendig.

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